Streiflichter

Unter Streiflichter finden sich Kurzmeldungen aus der Schweiz und Ausland zu filmpolitischen Themen sowie Informationen zu den wichtigsten Terminen und Initiativen.

Die Affäre Joëlle Bertossa und Cinéforom

Am 18. März 2025 veröffentlichte der Blick einen anklagenden Bericht, den Myret Zaki unterzeichnete. Darin wurde gegenüber der Produzentin und gleichzeitigem Mitglied des Auswahlkomitees des Cinéforom der Vorwurf des Interessenkonflikts erhoben, weil sie selbst Bezieherin von Fördergeldern derselben Institution wurde. Cinéforom reagiert sofort am nächsten Tag der Berichtveröffentlichung und bekräftigt, dass sich Joëlle Bertossa systematisch zurückzieht, wenn es um Entscheidungen geht, die sie betreffen. Die Stiftung hebt hervor eine überwachte, transparente Struktur zu haben, die den Anforderungen der kantonalen und eidgenössischen Behörden entspricht. Der Fall hat verschiedene und heftige Reaktionen in den Medien der Westschweiz hervorgerufen (Tribune de Genève, Le Courrier, Léman Bleu), in denen Joëlle Bertossa auch die Gelegenheit hatte, ihren Standpunkt zu verteidigen.

Minus 60 Prozent

Höhe Kürzungen bei den Ansätzen für Succès Cinéma Gutschriften: bei Produktion, Regie und Drehbuch werden die Festivalgutschriften um 60% und die Kinogutschriften um 52% gekürzt. Bei den Gutschriften für Kinobetriebe und Verleih ist eine Kürzung um 60% für die Einhaltung des Budgets nötig. Damit die Reinvestition von ungedeckten Gutschriften verhindert werden kann, können per sofort nur noch maximal 40% der provisorischen Gutschriften als Vorschuss gutgeschrieben werden (bisher 50%).

Schweizer Filmpreis 2025

Am Abend des 21. März wurden in Genf die Gewinnerinnen und Gewinner des Schweizer Filmpreises 2025 verkündet. In den beiden Hauptkategorien zeichnete die Schweizer Filmakademie den Spielfilm «Reinas» und den Dokumentarfilm «Wir Erben» aus. Die Preisverleihung fand in Anwesenheit von Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider statt.

Trauer

Die Schweizer Filmszene trauert um die Regisseure Richard Dindo, Georg Radanowicz und Werner Penzel sowie den Maskenbildner Giacomo Peier, Tonmeister Martin Stricker und Kodak-Fachmann Felix Berger.

Camgaroo Award

Der deutsche Camgaroo Award, der Nachwuchstalenten und unabhängigen Filmemachern gewidmet wird, führt in diesem Jahr eine neue Kategorie ein: «Filmprojekte mit Einsatz von KI». Die Verleihung ist am 7. Mai in München.

Preis

Die Europäische Filmakademie wird künftig einen Preis für Casting-Direktoren vergeben.

1,6 Millionen

Die sechs Kantone der Zentralschweiz stocken ihre Filmförderung auf 1,6 Millionen auf.

Österreich

Der Regierungswechsel in Österreich hat einen Einfluss auf die Fortführung der eingeführten Massnahmen der Filmstandortförderung. Seit Mitte Januar können keine Anträge für Zuschüsse eingereicht werden, weil das Budget der beiden vom Wirtschaftsministerium unterstützten Programme ÖFI+ und FISAplus nicht freigegeben ist. Dieses Zögern könnte die bisher erzielten Erfolge gefährden. Erste geplante Dreharbeiten sind bereits verschoben worden.

30 Prozent

Deutschland baut seine Standortförderung aus und erhöht den anrechenbaren Anteil der im Land umgesetzten Produktionskosten auf 30 Prozent. Das gilt sowohl für eigene als auch für ausländische Filmprojekte.

Visions du Réel

Bei Visions du Réel sind mit dem Rumänen Corneliu Porumboiu, dem Briten Asif Kapadia und dem Haitianer Raoul Peck drei renommierte Regisseure als Ehrengäste angekündigt worden. Das Atelier bestreitet die portugiesische Filmemacherin Cláudia Varejão.

95 Jahre

Der US-amerikanische Schauspieler Gene Hackmann ist mit 95 Jahren gestorben.

1:9

Eine Studie stellt fest, dass durch Spaniens Anreizmodelle und Standortförderung für jeden investierten Euro das Neunfache in die Wirtschaft des Landes fliesst.