Streiflichter

Unter Streiflichter finden sich Kurzmeldungen aus der Schweiz und Ausland zu filmpolitischen Themen sowie Informationen zu den wichtigsten Terminen und Initiativen.

Plus 21 Prozent

Während die Filmfinanzierung durch die öffentliche Hand mit 26 Prozent des Gesamtfinanzierungsvolumens europaweit weiterhin die wichtigste Finanzierungsquelle ist, sind «Production Incentives» mit 21 Prozent des Gesamtfinanzierungsvolumens erstmals die zweitwichtigsten Finanzierungsquelle.

77 Prozent

Zwischen 2015 und 2023 war bei 77 Prozent der europäischen Filme fürs Kino die Regie und Autorschaft bei einer Person vereint. Diese im Vergleich zu nur 11 Prozent bei audiovisuellen Werken, die für Plattformen oder das Fernsehen bestimmt waren, bei denen die verschiedenen Rollen stärker aufgeteilt sind. Auch wenn im Kino mehr Filme produziert werden, ist das Volumen von Serien und Produktionen für Plattformen schneller angestiegen und vereint mehr Filmschaffende pro Projekt. 85 Prozent der Autoren und 90 Prozent der Regisseure, die 2015 in diesem Bereich aktiv waren, sind es 2023 noch, im Kinosegment ist die Zahl mit 56 Prozent beziehungsweise 58 Prozent viel tiefer.

Kino vs Streaming

Laut dem European Audiovisual Observatory haben europäische Filme einen höheren Marktanteil im Kino (28 Prozent) als auf Video-on-Demand-Plattformen (22 Prozent). Kinohits gehören nicht immer zu den meistgesehenen Streamingfilmen (weniger als 20 Prozent Überschneidungen). Allerdings werden Filme, die im Kino veröffentlicht wurden, in der Regel häufiger und länger auf den Plattformen angesehen als Filme, die direkt für die Plattformen produziert wurden. Insgesamt schneiden 60 Prozent der Filme im Kino und im Streaming ähnlich gut ab, 20 Prozent sind auf den Plattformen erfolgreicher.

Geschlechtervielfalt

Zwischen 2015 und 2023 stieg der Anteil der Frauen in europäischen Filmproduktionen von 19 Prozent auf 24 Prozent. Nur 10 Prozent der zwischen 2019 und 2023 produzierten Filme wurden mit mehrheitlich weiblichen Teams produziert (≥ 60 Prozent). Diese Unterrepräsentation lässt sich durch eine geringere berufliche Präsenz, ein niedrigeres Aktivitätsniveau (ausser im Schnitt) und eine fragmentiertere Rollenverteilung erklären, ausser im Bereich Drehbuch und Produktion.

841 Millionen Eintritte

2024 gingen die Besucherzahlen in den europäischen Kinos laut einem Bericht des European Audiovisual Observatory leicht zurück: 841 Millionen Kinobesuche (-2 Prozent), davon 640 Millionen in der EU (-3 Prozent). Die Einnahmen blieben mit 6,6 Milliarden Euro stabil, lagen aber immer noch 24 Prozent unter dem Vor-Covid-Niveau. Die Streiks in Hollywood bremsten das Angebot, während sich nationale Filme trotz der anhaltenden Dominanz der US-Grossproduktionen gut entwickelten.

Die Affäre Joëlle Bertossa und Cinéforom

Am 18. März 2025 veröffentlichte der Blick einen anklagenden Bericht, den Myret Zaki unterzeichnete. Darin wurde gegenüber der Produzentin und gleichzeitigem Mitglied des Auswahlkomitees des Cinéforom der Vorwurf des Interessenkonflikts erhoben, weil sie selbst Bezieherin von Fördergeldern derselben Institution wurde. Cinéforom reagiert sofort am nächsten Tag der Berichtveröffentlichung und bekräftigt, dass sich Joëlle Bertossa systematisch zurückzieht, wenn es um Entscheidungen geht, die sie betreffen. Die Stiftung hebt hervor eine überwachte, transparente Struktur zu haben, die den Anforderungen der kantonalen und eidgenössischen Behörden entspricht. Der Fall hat verschiedene und heftige Reaktionen in den Medien der Westschweiz hervorgerufen (Tribune de Genève, Le Courrier, Léman Bleu), in denen Joëlle Bertossa auch die Gelegenheit hatte, ihren Standpunkt zu verteidigen.

Minus 60 Prozent

Höhe Kürzungen bei den Ansätzen für Succès Cinéma Gutschriften: bei Produktion, Regie und Drehbuch werden die Festivalgutschriften um 60% und die Kinogutschriften um 52% gekürzt. Bei den Gutschriften für Kinobetriebe und Verleih ist eine Kürzung um 60% für die Einhaltung des Budgets nötig. Damit die Reinvestition von ungedeckten Gutschriften verhindert werden kann, können per sofort nur noch maximal 40% der provisorischen Gutschriften als Vorschuss gutgeschrieben werden (bisher 50%).

Schweizer Filmpreis 2025

Am Abend des 21. März wurden in Genf die Gewinnerinnen und Gewinner des Schweizer Filmpreises 2025 verkündet. In den beiden Hauptkategorien zeichnete die Schweizer Filmakademie den Spielfilm «Reinas» und den Dokumentarfilm «Wir Erben» aus. Die Preisverleihung fand in Anwesenheit von Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider statt.

Trauer

Die Schweizer Filmszene trauert um die Regisseure Richard Dindo, Georg Radanowicz und Werner Penzel sowie den Maskenbildner Giacomo Peier, Tonmeister Martin Stricker und Kodak-Fachmann Felix Berger.

Camgaroo Award

Der deutsche Camgaroo Award, der Nachwuchstalenten und unabhängigen Filmemachern gewidmet wird, führt in diesem Jahr eine neue Kategorie ein: «Filmprojekte mit Einsatz von KI». Die Verleihung ist am 7. Mai in München.

Preis

Die Europäische Filmakademie wird künftig einen Preis für Casting-Direktoren vergeben.

1,6 Millionen

Die sechs Kantone der Zentralschweiz stocken ihre Filmförderung auf 1,6 Millionen auf.