Streiflichter

Unter Streiflichter finden sich Kurzmeldungen aus der Schweiz und Ausland zu filmpolitischen Themen sowie Informationen zu den wichtigsten Terminen und Initiativen.

Neugründung «Festival du Film Francophone Biel/Bienne»

Die Leitung des Festival du Film Français d’Helvétie (FFFH) hat sich nach über zwanzig Jahren zurückgezogen. Um Biel weiterhin ein französischsprachiges Filmfestival zu ermöglichen, organisiert ein dafür gegründeter Verein künftig das neue «Festival du Film Francophone Biel/Bienne» (3F2B). Er besteht aus Edna Epelbaum, Virginie Borel und Laurent Sandoz. Der Verein wird vom 16. bis 20. September 2026 die erste Ausgabe des 3F2B veranstalten. Es bietet ein Programm mit Filmen aus dem gesamten französischsprachigen Raum und versteht sich als Plattform für den Austausch zwischen Publikum, Filmschaffenden und Fachleuten aus der Filmbranche.

Videokunst in Aarau und Solothurn

In Zusammenarbeit mit Videocompany präsentieren die Museen Aargauer Kunsthaus (bis zum 31. Mai) und Kunstmuseum Solothurn (bis zum 17. Mai) eine umfangreiche, wegweisende Ausstellung zum Thema Videokunst. Unter dem Titel «Mehr Licht» ist die Vielfalt der Schweizer Medienkunst seit den 1970er Jahren bis heute zu entdecken. Es fällt auf den ersten Blick auf, welche Einflüsse sie auf das hiesige Filmschaffen hat. Viele Kunstschaffende waren und sind schliesslich auch selbst Filmschaffende.

Tod von Lili Hinstin

Lili Hinstin, ehemalige künstlerische Leiterin des Filmfestivals von Locarno, ist im Alter von 48 Jahren nach langer Krankheit verstorben, wie das Festival am Dienstag bekannt gaben und ihr Andenken würdigten. Sie hatte die Ausgaben 2019 und 2020 geleitet und war die Nachfolgerin von Carlo Chatrian, bevor sie ihr Amt im September 2020 aufgrund strategischer Meinungsverschiedenheiten niederlegte. Ihre Zeit in Locarno war insbesondere durch eine an die Pandemie angepasste Ausgabe 2020 geprägt, bei der sie Massnahmen zur Unterstützung der Branche eingeführt hatte. Seit 2023 leitete sie das Programm des Internationalen Filmfestivals von Biarritz Nouvelles Vagues.

Fusion Warner Bros. Discovery–Paramount Skydance: Sorgen in Europa

Die geplante Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount Skydance, die auf rund 110 Milliarden US-Dollar geschätzt wird, sorgt in Europa für Besorgnis: Marktkonzentration, eine mögliche Verarmung der filmischen Vielfalt und potenziell steigende Preise bei Streaming-Plattformen.

Memoriav: Notfallrettung fotografischer Sammlungen

Memoriav organisiert am 22. April in Bern eine Weiterbildung zur Prävention von Schäden an und zur Notfallrettung fotografischer Sammlungen, die sich an Fachleute des audiovisuellen Kulturerbes richtet.

«Uniformes» startet auf Play RTS und RTS 1

Die Serie «Uniformes», die eine Genfer Polizeibrigade zeigt, die mit den Folgen eines dramatisch verlaufenden Einsatzes konfrontiert ist, wird ab dem 23. April auf Play RTS online verfügbar sein, bevor sie ab dem 26. April wöchentlich auf RTS 1 ausgestrahlt wird. Die Produktion entsteht im Rahmen des Pacte de l’audiovisuel, über den die SRG SSR jährlich 50 Millionen Franken in Schweizer Filme und Serien investiert.

David Linde übernimmt das Sundance Institute

David Linde, ehemaliger CEO von Participant Media und früherer Präsident von Universal Pictures, wurde zum Leiter des Sundance Institute ernannt. Das Festival bereitet derzeit seinen Umzug von Park City (Utah) nach Boulder (Colorado) vor, der ab 2027 geplant ist.

Showrunner-Modell in Europa im Aufwind

Eine Studie der Internationalen Filmschule Köln analysiert erstmals die Rolle des «Showrunners» in Europa. Sie zeigt, dass sich ein Modell entwickelt hat, das dem der USA ähnelt: «Showrunner» sind häufig zugleich die Schöpfer und Hauptautoren einer Serie.

30 Jahre Swiss Cinematographers Society

2026, feiert die Swiss Cinematographers Society (SCS) ihr 30-jähriges Bestehen. Der 1996 gegründete Verband vereint heute 45 Kamerafrauen und Kameramänner in der Schweiz und ist Teil des internationalen Netzwerks IMAGO.

Planète Cinéma lädt 12'000 Schüler nach Fribroug ein

Das Festival International du Film de Fribourg lädt auch dieses Jahr 12'000 Schüler und Schülerinnen zu einem umfangreichen Programm ein. Mit Planète Cinéma gehört Fribourg zu den Festivals mit dem grössten Angebot dieser Art.

Box Office Quartz für «Heldin»

Der erste «Box Office Quartz» des Schweizer Filmpreises für den publikumsstärksten Kinofilm geht an den Film, der im Vorjahr die meisten Kinoeintritte verzeichnete. 2025 war das «Heldin» von Petra Volpe mit 207’363 Eintritten. Der Preis ist nicht dotiert.

Cinématographe wird 2 Jahre alt

Das Kollektiv des Cinématographe feiert am 20. März 2026 sein zweijähriges Bestehen. Das als Verein geführtes Kino in Lausanne zieht eine positive Bilanz, insbesondere für 2025: mit einer stetig steigenden Besucherzahl (rund 15.000 Zuschauer und Zuschauerinnen), erfreulichen Rückmeldungen des Publikums sowie zahlreichen erinnerungswürdigen Veranstaltungen.