Streiflichter

Unter Streiflichter finden sich Kurzmeldungen aus der Schweiz und Ausland zu filmpolitischen Themen sowie Informationen zu den wichtigsten Terminen und Initiativen.

Swissorama

Thomas Schärer und Lukas Piccolin widmen dem Schweizer Fotografen und Filmemacher Ernst A. Heiniger eine Ausstellung (ab 17.9. Loop, Weststrasse 118 in Zürich) und eine Filmprojektion (am 21.9.) im Filmpodium Zürich. Sie präsentieren Heinigers Erfindung des «Swissorama», der Technik einen Film auf 360 Grad aufnehmen und wiedergeben zu können.

«Qui vit encore» soll die Schweiz bei den Oscars vertreten

Der Film von Nicolas Wadimoff, «Qui vit encore», wurde vom Bundesamt für Kultur ausgewählt, um die Schweiz bei den Oscars in der Kategorie «Bester internationaler Film» zu vertreten. Bis zum 21. Januar muss man sich gedulden, um zu erfahren, ob der Spielfilm offiziell für die fünf Filme nominiert wird, die in dieser Kategorie um den Oscar konkurrieren.

«Lex Netflix»: Anstieg der Investitionen in den Schweizer Film um 25 Prozent

Die Investitionen der Fernsehsender und Streaming-Plattformen in die Schweizer Filmproduktion sind 2025 laut dem Bundesamt für Kultur um 25 Prozent gestiegen. Die 22 Unternehmen, die der sogenannten «Lex Netflix» unterliegen, investierten 19,9 Millionen Franken bei einer Gesamtverpflichtung von 33 Millionen Franken. Zwölf Millionen Franken wurden für die Produktion und den Erwerb von Schweizer Filmen und Serien aufgewendet, davon 7,4 Millionen Franken für Serien und 4,6 Millionen Franken für Spielfilme. Projekte aus der Romandie erhielten 6,3 Millionen Franken, gegenüber 5,7 Millionen Franken für Produktionen aus der Deutschschweiz.

75 Millionen

Google DeepMind und A24 haben eine Forschungspartnerschaft zum Einsatz von KI im Film angekündigt. Laut dem Wall Street Journal will Google rund 75 Millionen US-Dollar in das Studio investieren, erhält dafür jedoch keinen Zugang zum Filmkatalog von A24 zum Training von KI-Modellen.

99.

Die Academy of Motion Picture Arts and Sciences hat ihre Richtlinien zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz für die 99. Oscarverleihung präzisiert. In den Schauspielkategorien sind künftig ausschliesslich Darbietungen zulässig, die von Menschen mit deren ausdrücklicher Zustimmung erbracht wurden. Auch Drehbücher müssen vollständig menschlichen Ursprungs sein.

5 Millionen

Mk2 ruft gemeinsam mit Lita zu einer Spenden-Kampagne zur Umgestaltung der mk2-Bibliothèque sowie zur energetischen Sanierung seiner Kinosäle auf. Die Aktion soll bis zu 5 Millionen Euro einbringen – über stimmrechtslose Aktien.

Locarno Kids Award der Mobiliar

Die Mobiliar stiftet erneut den Locarno Kids Award. Neu wird er von einer Jugendjury an einen Film anstatt an eine Persönlichkeit vergeben. Die Jury kommt während des Festivals zusammen und berät über den Gewinnerfilm.

Schreibexperimente

Filmemacher Fabrizio Fracassi hat mit Fuel.social eine Onlineplattform entwickelt, auf der sich Interessierte an einem kollaborativen Schreibexperiment beteiligen können. 

US-amerikanisches Autorenkino

In den USA startet Alamo Drafthouse das Programm Alamo Exclusives, das ausgewählten unabhängigen Festivalfilmen ohne Vertrieb einen Kinostart ermöglichen soll. Die Initiative reagiert auf eines der wiederkehrenden Probleme des US-amerikanischen unabhängigen Autorenkinos: die fehlende Auswertung im Kino trotz Festivalerfolgen.

Künstliche Intelligenz

In «Les Visages de l’IA à l’écran», das im Mai bei den Presses universitaires de Rennes erschienen ist, untersucht Alain Boilat, wie Kino und Science-Fiction-Serien unsere Vorstellungen von Künstlicher Intelligenz geprägt haben. Der Professor für Filmgeschichte und Filmästhetik an der Universität Lausanne stützt sich auf ein umfangreiches Korpus, das auch sehr aktuelle Werke umfasst, um filmische Darstellungen von Technologien und deren Aussagekraft über die Gegenwart zu analysieren.

Kirgisisch-schweizerische Koproduktion

«Kurak» (2025) von Erke Dzhumakmatova erzählt von systematischer Gewalt an Frauen und staatlicher Korruption. Es ist die erste schweizerisch-kirgisische Koproduktion. Sie hat international viele Auszeichnungen gewonnen, darf aber in Kirigisistan selbst nicht gezeigt werden, weil die Zensurbehörde die Auswertungslizenz verweigert.

Zum Tod von Moritz de Hadeln

Moritz de Hadeln, der Gründer von Visions du Réel und Leiter internationaler Filmfestivals wie denen in Locarno, Venedig und Berlin, ist Anfang Juli verstorben.