Schweizer Animation
Bei der Ausgabe 2026 des Internationalen Festivals für Animationsfilm in Annecy wurden von den sechs Schweizer Filmen, die für den internationalen Wettbewerb ausgewählt wurden, zwei ausgezeichnet: «Vers la forêt» von Antonin Niclass, produziert von Milos Films, erhielt den Publikumspreis der Jugendjury, während «Piccolo Piccolo» von Marta Gennari, eine Koproduktion von Nadasdy Film, erhielt den Canal+-Preis der Juniorjury.
Zum Tod von Marc Pahud
Eine prägende Persönlichkeit des Westschweizer Kinobetriebs, Marc Pahud, ist am 9. Juni 2026 im Alter von 72 Jahren verstorben. Als langjähriger Verfechter unabhängiger Kinos engagierte er sich insbesondere in der Veveyer Kinogesellschaft Cinérive an der Seite von Yves Moser und präsidierte den Verband der Waadtländer Kinos. Während seiner gesamten Laufbahn setzte er sich für die Vielfalt des Kinoprogramms und den Zugang des Publikums zum Autorenfilm ein.
Locarno Region Film Fund
Mit dem Locarno Region Film Fund ist ein neuer Filmfördergefäss für die Region entstanden. Mit einem Budget von jährlich für 2026 60'000 und für 2027 70'000 Franken sollen Produktionen angelockt werden.
Rahmenbedingungen für Serien
Die ersten neun Länder (Frankreich, Georgien, Griechenland, Italien, Malta, Luxemburg, Montenegro, Polen und Portugal) haben ein neues Übereinkommen des Europarates unterzeichnet, das die unabhängige internationale Koproduktion von TV- und Streaming-Serien fördern soll. Die Wahrung der kulturellen Vielfalt und des geistigen Eigentums stehen auch hier im Zentrum der Massnahme.
Bollywood und KI
In Bollywood ist mit «Maharaja in Denimis» der erste vollständig mit KI-Programmen generierte Spielfilm entstanden. Ausser der Tonspur wurden Darsteller, Schauplätze und Inszenierung digital erstellt. Die grösste Herausforderung bestand darin, dass die verfügbaren KI-Werkzeuge indische Gesichter im Vergleich zu westlichen nicht genug zufriedenstellend differenziert erzeugen können.
«Toxic»
Stéphanie Chuat und Véronique Reymond haben ihre Serie «Toxic», produziert von Akka Film, Switch Prod und Contrast Film gemeinsam mit der RTS, an der Series Mania in Lille vorgestellt. Der Thriller um die mysteriöse Vergiftung des Genfer Sees soll Ende Jahr ausgestrahlt werden.
52 Prozent
Der Anteil an nicht-englischsprachigen Eigenproduktionen bei Netflix hat 52 Prozent erreicht. 21 Prozent der Neuerscheinungen sind spanischsprachig, 20 Prozent koreanisch. Aus Japan kauft Netflix vor allem Lizenzen, wovon 67 Prozent auf Animationsfilme fallen.
The Studio Park
The Studio Park Thailand wird immer beliebter bei internationalen Grossproduktionen wie Disney und Netflix. Die Einrichtungen warten insbesondere mit einer Technik auf dem aktuellen Stand und einer Expertise in virtueller Produktion auf.
Sherlock Holmes
Im Mai fanden die Dreharbeiten für die Serie mit dem Arbeitstitel «The Death of Sherlock Holmes» unter der Regie von Pierre Monnard im Wallis statt. Das internationale Projekt wird gemeinsam von der SRG, Sky Schweiz und ARD getragen, die Schweizer Produktionsfirma ist Silver Reel. Gedreht wurde auch in Bayern und Südtirol.
28 Prozent
14 der weltweit jährlich 50 kommerziell erfolgreichsten Filme sind nicht US-Produktionen, das entspricht 28 Prozent. Die Plätze teilen sich China, Japan und Indien.
75 Prozent
In der Schweiz erscheinen jährlich rund 120 Langfilme, in Deutschland, bei einer fast zehnfach höheren Bevölkerungsgrösse sind es 160 Langfilme. Die Schweizer Veröffentlichungen stehen zu den deutschen in einem Verhältnis von 75 zu 100 Prozent. Österreich hat eine ähnliche Bevölkerungsgrösse wie die Schweiz, es erscheinen jährlich rund 26 Langfilme, in Dänemark bei 6 Millionen Einwohnern sind es 51 Filme. Zugleich hat die Schweiz im Durchschnitt den tiefsten Heimmarktanteil.
Under The Milky Way
Das französische Unternehmen Under The Milky Way erweitert sein Angebot mit «Claudia», einem Dienst für den Verleih von audiovisuellen Produktionen im digitalen Markt. Die Gebühr beträgt 2’800 Euro pro Film, das Unternehmen bekommt zusätzlich 25 Prozent auf den Tantiemen. Bisher sind 8’000 Filme im Katalog, die von rund 70 Partner-Onlineplattformen, inklusive Prime Video, Youtube, Google und Apple, angeboten werden.