Streiflichter

Unter Streiflichter finden sich Kurzmeldungen aus der Schweiz und Ausland zu filmpolitischen Themen sowie Informationen zu den wichtigsten Terminen und Initiativen.

5 Millionen

Mk2 ruft gemeinsam mit Lita zu einer Spenden-Kampagne zur Umgestaltung der mk2-Bibliothèque sowie zur energetischen Sanierung seiner Kinosäle auf. Die Aktion soll bis zu 5 Millionen Euro einbringen – über stimmrechtslose Aktien.

Locarno Kids Award der Mobiliar

Die Mobiliar stiftet erneut den Locarno Kids Award. Neu wird er von einer Jugendjury an einen Film anstatt an eine Persönlichkeit vergeben. Die Jury kommt während des Festivals zusammen und berät über den Gewinnerfilm.

Schreibexperimente

Filmemacher Fabrizio Fracassi hat mit Fuel.social eine Onlineplattform entwickelt, auf der sich Interessierte an einem kollaborativen Schreibexperiment beteiligen können. 

US-amerikanisches Autorenkino

In den USA startet Alamo Drafthouse das Programm Alamo Exclusives, das ausgewählten unabhängigen Festivalfilmen ohne Vertrieb einen Kinostart ermöglichen soll. Die Initiative reagiert auf eines der wiederkehrenden Probleme des US-amerikanischen unabhängigen Autorenkinos: die fehlende Auswertung im Kino trotz Festivalerfolgen.

Künstliche Intelligenz

In «Les Visages de l’IA à l’écran», das im Mai bei den Presses universitaires de Rennes erschienen ist, untersucht Alain Boilat, wie Kino und Science-Fiction-Serien unsere Vorstellungen von Künstlicher Intelligenz geprägt haben. Der Professor für Filmgeschichte und Filmästhetik an der Universität Lausanne stützt sich auf ein umfangreiches Korpus, das auch sehr aktuelle Werke umfasst, um filmische Darstellungen von Technologien und deren Aussagekraft über die Gegenwart zu analysieren.

Kirgisisch-schweizerische Koproduktion

«Kurak» (2025) von Erke Dzhumakmatova erzählt von systematischer Gewalt an Frauen und staatlicher Korruption. Es ist die erste schweizerisch-kirgisische Koproduktion. Sie hat international viele Auszeichnungen gewonnen, darf aber in Kirigisistan selbst nicht gezeigt werden, weil die Zensurbehörde die Auswertungslizenz verweigert.

Zum Tod von Moritz de Hadeln

Moritz de Hadeln, der Gründer von Visions du Réel und Leiter internationaler Filmfestivals wie denen in Locarno, Venedig und Berlin, ist Anfang Juli verstorben.

Schweizer Animation

Bei der Ausgabe 2026 des Internationalen Festivals für Animationsfilm in Annecy wurden von den sechs Schweizer Filmen, die für den internationalen Wettbewerb ausgewählt wurden, zwei ausgezeichnet: «Vers la forêt» von Antonin Niclass, produziert von Milos Films, erhielt den Publikumspreis der Jugendjury, während «Piccolo Piccolo» von Marta Gennari, eine Koproduktion von Nadasdy Film, erhielt den Canal+-Preis der Juniorjury.

Zum Tod von Marc Pahud

Eine prägende Persönlichkeit des Westschweizer Kinobetriebs, Marc Pahud, ist am 9. Juni 2026 im Alter von 72 Jahren verstorben. Als langjähriger Verfechter unabhängiger Kinos engagierte er sich insbesondere in der Veveyer Kinogesellschaft Cinérive an der Seite von Yves Moser und präsidierte den Verband der Waadtländer Kinos. Während seiner gesamten Laufbahn setzte er sich für die Vielfalt des Kinoprogramms und den Zugang des Publikums zum Autorenfilm ein.

Locarno Region Film Fund

Mit dem Locarno Region Film Fund ist ein neuer Filmfördergefäss für die Region entstanden. Mit einem Budget von jährlich für 2026 60'000 und für 2027 70'000 Franken sollen Produktionen angelockt werden.

Rahmenbedingungen für Serien

Die ersten neun Länder (Frankreich, Georgien, Griechenland, Italien, Malta, Luxemburg, Montenegro, Polen und Portugal) haben ein neues Übereinkommen des Europarates unterzeichnet, das die unabhängige internationale Koproduktion von TV- und Streaming-Serien fördern soll. Die Wahrung der kulturellen Vielfalt und des geistigen Eigentums stehen auch hier im Zentrum der Massnahme.

Bollywood und KI

In Bollywood ist mit «Maharaja in Denimis» der erste vollständig mit KI-Programmen generierte Spielfilm entstanden. Ausser der Tonspur wurden Darsteller, Schauplätze und Inszenierung digital erstellt. Die grösste Herausforderung bestand darin, dass die verfügbaren KI-Werkzeuge indische Gesichter im Vergleich zu westlichen nicht genug zufriedenstellend differenziert erzeugen können.