Streiflichter

Unter Streiflichter finden sich Kurzmeldungen aus der Schweiz und Ausland zu filmpolitischen Themen sowie Informationen zu den wichtigsten Terminen und Initiativen.

Back-to-One plant Dreharbeiten

Die App «Back-to-One», entwickelt von Regisseur Erik Haffner («Pastewka», «Ladykracher»), liest das Drehbuch ein und legt daraus automatisch alle Szenen mit Ort (innen/aussen, Tageszeit) sowie alle Rollen an. Figuren, Kameras, Licht, Wände und Requisiten werden von der Regie in einem Grundriss von Hand gesetzt. Die App richtet Kameras automatisch auf ihr Ziel aus, zeigt den Bildwinkel, warnt beim Achsensprung und liefert für Aussendrehs den echten Sonnenstand nach Ort und Datum. Daraus entsteht eine «Shot List», die nach Kamera-Einstellungen gruppiert ist, somit können die Drehzeiten summiert und am Set abgehakt werden.

GARP und SFP bündeln ihre Kräfte

Die einzelnen Verbände GARP und SFP haben sich zusammengetan und die Allianz der Produzent:innen Schweiz gegründet.

40 Prozent

In den USA macht die Generation Z (geboren zwischen 1997 und 2012) 40 Prozent des Kinopublikums aus. Das ZFF-Summit organisiert zum Thema eine Podiumsdiskussion.

71 Prozent

Gemäss einer Umfrage unter etwa 500 Regiepersonen aus Spiel-, Dokumentar- und Werbefilm, die in Deutschland aktiv sind, gaben 71 Prozent an, ihren Lebensunterhalt nicht alleine aus ihrer Regiearbeit bestreiten zu können. 37 Prozent dächten über einen Ausstieg nach.

Warner-Übernahme durch Paramount unter Druck

In den USA hält der Streit um die Warner-Übernahme durch Paramount Skydance weiter an. Unterstützt durch die Staatsanwaltschaft von zwölf US-Bundesstaaten, stellen sich die Autorengewerkschaft WGA und die Schauspielgewerkschaft SAG-AFTRA mit dem Argument einer Kartellrechtsverletzung gegen die Fusion. Die Regiegewerkschaft DGA fordert nun für eine Deeskalation Zugeständnisse von Paramount und appelliert auf eine aussergerichtliche Einigung. Die Zusicherung von einer jährlichen Mindestanzahl von Kinoproduktionen und einer Mindestauswertung im Kino will Paramount bereits versichert haben. Gleichzeitig droht das Studio aktuell mit dem Rückzug aus Kalifornien. Für Paramount ist die Verzögerung der Übernahme teuer, denn gemäss Übernahmevertrag zahlt das Studio pro Tag, an dem die Fusion nach dem 30. September nicht abgeschlossen wird, eine Ausfallgebühr von 7 Millionen US-Dollar.

Deutschland will Filmförderung kürzen

Nachdem das Budget für die nationalen und internationalen Produktionen, die sich verpflichten, auf dem deutschen Gebiete zu drehen für 2026 auf 250 Millionen Euro erhöht wurde, soll es 2027 wieder auf 200 Millionen gekürzt werden. Diese Anreizförderung war dermassen erfolgreich, dass der Betrag für 2026 bereits fast ausgeschöpft ist. Das zeigt auch das Bedürfnis und die Notwendigkeit seiner Existenz, weswegen sich die deutsche Filmbranche aktuell gegen eine angekündigte Kürzung zu wehren versucht.

Tilly Norwood bald im Kino

Der erste Spielfilm mit der KI-generierten Schauspielerin Tilly Norwood steht bevor. Das Londoner Unternehmen Particle 6 entwickelt eine Tragikomödie, in der Tilly die Hauptrolle in einer sich um KI drehenden Geschichte spielen soll. Am ZFF-Summit wird die Erschafferin von Tilly, Eline van der Velden, anwesend sein.

Swissorama

Thomas Schärer und Lukas Piccolin widmen dem Schweizer Fotografen und Filmemacher Ernst A. Heiniger eine Ausstellung (ab 17.9. Loop, Weststrasse 118 in Zürich) und eine Filmprojektion (am 21.9.) im Filmpodium Zürich. Sie präsentieren Heinigers Erfindung des «Swissorama», der Technik einen Film auf 360 Grad aufnehmen und wiedergeben zu können.

«Qui vit encore» soll die Schweiz bei den Oscars vertreten

Der Film von Nicolas Wadimoff, «Qui vit encore», wurde vom Bundesamt für Kultur ausgewählt, um die Schweiz bei den Oscars in der Kategorie «Bester internationaler Film» zu vertreten. Bis zum 21. Januar muss man sich gedulden, um zu erfahren, ob der Spielfilm offiziell für die fünf Filme nominiert wird, die in dieser Kategorie um den Oscar konkurrieren.

«Lex Netflix»: Anstieg der Investitionen in den Schweizer Film um 25 Prozent

Die Investitionen der Fernsehsender und Streaming-Plattformen in die Schweizer Filmproduktion sind 2025 laut dem Bundesamt für Kultur um 25 Prozent gestiegen. Die 22 Unternehmen, die der sogenannten «Lex Netflix» unterliegen, investierten 19,9 Millionen Franken bei einer Gesamtverpflichtung von 33 Millionen Franken. Zwölf Millionen Franken wurden für die Produktion und den Erwerb von Schweizer Filmen und Serien aufgewendet, davon 7,4 Millionen Franken für Serien und 4,6 Millionen Franken für Spielfilme. Projekte aus der Romandie erhielten 6,3 Millionen Franken, gegenüber 5,7 Millionen Franken für Produktionen aus der Deutschschweiz.

75 Millionen

Google DeepMind und A24 haben eine Forschungspartnerschaft zum Einsatz von KI im Film angekündigt. Laut dem Wall Street Journal will Google rund 75 Millionen US-Dollar in das Studio investieren, erhält dafür jedoch keinen Zugang zum Filmkatalog von A24 zum Training von KI-Modellen.

99.

Die Academy of Motion Picture Arts and Sciences hat ihre Richtlinien zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz für die 99. Oscarverleihung präzisiert. In den Schauspielkategorien sind künftig ausschliesslich Darbietungen zulässig, die von Menschen mit deren ausdrücklicher Zustimmung erbracht wurden. Auch Drehbücher müssen vollständig menschlichen Ursprungs sein.