Auf Initiative der Zurich Film Commission ist die Studie «Volkswirtschaftliche Bedeutung der Filmproduktionsbranche im Kanton Zürich» erschienen. Sie soll einerseits die wirtschaftliche Bedeutung der Filmproduktion abbilden und andererseits als Grundlage für ihre Potenzialanalyse dienen. Mit den Zahlen vor Augen soll es einfacher sein, Stadt und Kanton zu Investitionen in die Rahmenbedingungen des Filmsektors zu bewegen.
Erstellt hat die Studie das unabhängige Wirtschaftsforschungsinstitut BAK Economics in Basel. BAK steht in diesem Fall für Basler Arbeitsgruppe für Konjunkturforschung. Die Erhebung der Daten erfolgte durch Befragung. Die Studie baut zudem auf ihre Vorgängerinnen aus dem Jahr 2013, die vom Bundesamt für Statistik in Auftrag gegeben wurde, und die von 2020, die der Verband für Auftragsfilm Swissfilm Association initiierte.
Auch diese jüngsten Resultate zeigen auf, welchen Ausmass die Filmproduktion im Kanton Zürich einnimmt. Zwischen der Auftragsfilmbranche und der Produktion der sogenannten freien Filmszene errechnete man für 2022 eine Bruttowertschöpfung von 250 Millionen Franken. Diese verteilt sich auf 2'500 Unternehmen und 2091 Vollzeit-Arbeitsstellen.
Grösste Filmbranche
Die Filmbranche des Kantons Zürich ist mit 850 Unternehmen und 1'400 Vollzeit-Arbeitsstellen die grösste der Schweiz. Auffällig ist bei der genauen Zusammensetzung der Filmproduktion, dass, auch wenn 9 von 10 Projekten in der Auftragsfilmbranche entstehen, diese nur ein Drittel des gesamten Umsatzes der Filmbranche erzielen. Das bedeutet, dass die freie Filmszene mit grösseren Budgets und mit umfangreicheren Produktionen arbeitet.
Durch die Produktion von audiovisuellen Projekten insgesamt entstehen Querverbindungen zu anderen Branchen, wovon die Touristik und Gastronomie nur die beiden offensichtlichsten sind. Nicht zuletzt tragen die Beschäftigten der eigentlichen Filmbranche ihre Einkünfte in den lokalen Handel und ins lokale Gewerbe. Ihre Konsumausgaben sowie die Beschäftigung unterschiedlichster Unternehmen spielen ihre Rolle im wirtschaftlichen Gefüge des Kantons.
Die Zahlen, die die Studie präsentiert, zeigen den nicht unbedeutenden wirtschaftlichen Anteil der Schweizer Filmbranche auf. Mit gezielten Fördermassnahmen, die einen besonders günstigen Rahmen für Filmproduktionen im Kanton Zürich bieten, könnte dieser Anteil wachsen. So ist zumindest das Argument der Initianten der Studie. Sie reihen sich in die bereits lauten Diskussionen, die aktuelle öffentliche Filmförderung, die durch die Kulturförderung gespeist wird, mit Mitteln aus den Wirtschaftsabteilungen der Kantone oder des Bundes zu ergänzen. Denn es lohnt sich.
Die Zurich Film Commission geht Schritt für Schritt voran. Ein Pilotprojekt sieht für 2024 einen Unterstützungsbeitrag («Production Incentives») von maximal 30'000 Franken vor, der einer Produktion zugesprochen werden kann, die einen sogenannten «Zürich-Effekt» aufweisen. Wesentlich ist dabei, dass im Kanton Zürich gedreht oder sonst vor Ort Umsatz erzielt wird. Insbesondere attraktiv sind solche Programme für ausländische Unternehmen, die dadurch Anreize haben, überhaupt in der Schweiz zu produzieren.
Die vollständige Studie kann auf der Internetseite der Zurich Film Commission eingesehen werden.