Mit dem Jurypreis «Visioni» werden an den Solothurner Filmtagen erste wie auch zweite Werke ausgezeichnet. Der Preis ersetzt somit den «Opera Prima», der nur für Erstlingswerke galt.
Es gibt Filmschaffende, die mutige Erstlingswerke schaffen, die Erzählstrukturen durchbrechen, eine eigenständige Filmsprache kreieren oder einen besonderen Zugang zu ei- nem aktuellen Thema finden. Nach einem erfolgreichen Erstlingswerk können Regisseur:innen aber vom anfänglichen Hype in Vergessenheit geraten. Dabei ist für viele die Hürde, einen zweiten Film zu realisieren und ans Publikum zu bringen, oft gross. Jenseits der kurzlebigen Entdeckung neuer Talente ist es den Solothurner Filmtagen deshalb wichtig, diejenigen kontinuierlich zu unterstützen, die inhaltlich wichtige Themen für die Gemeinschaft umsetzen, Formen und Stile der Kunst von morgen vorwegnehmen.
Förderung der Filmschaffenden
Damit in Zukunft nicht nur das Erstlingswerk im Fokus steht, wird ab der 59. Ausgabe der Solothurner Filmtage der neu gestaltete Jurypreis «Visioni» vergeben. Nominiert wer- den Langfilme oder mittellange Filme, die für die Programmsektion «Panorama» selektioniert wurden und über 45 Minuten lang sind. Das Genre oder Format spielt dabei keine Rolle, es wird bei der Auswahl aber auf eine Ausgewogenheit zwischen den Genres Spiel-, Dokumentar- und Animationsfilm geachtet. Die Nominierung der maximal 10 Filme erfolgt auf Empfehlung der Auswahlkommission der Solothurner Filmtage. Eine Jury aus internationalen und nationalen Akteur:innen der Filmbranche sichtet die nominierten Filme während dem Festival und entscheidet, wer den Preis erhält.
Filmschulen einbeziehen
Bei einer Co-Regie muss es für alle beteiligten Regiepersonen der erste oder zweite mittellange oder lange Film sein. Auch Filme, die im Rahmen der Ausbildung an einer Filmschule realisiert wurden, sind nominierbar. Dass auch Filme ab 45 Minuten nominiert werden können, ermöglicht es auch unkonventionellen Werken und Narrationen, mehr Beachtung zu finden.
Preis für Regie und Produktion
Das Preisgeld liegt bei CHF 20'000 und wird zu gleichen Teilen an Regie und Produktion ausbezahlt. Der Preis soll auch Filmschaffende belohnen, die Risiken eingehen, indem sie Werke von neuen, noch wenig bekannten Talenten fördern und sie auf ihrem Weg begleiten. «Visioni» ersetzt somit den «Opera Prima», der nur Erstlingswerke auszeichnete. «Visioni» wird vom Kulturfonds der Urheberrechtsgesellschaften Suissimage und SSA getragen. Der Preis wird neu in der Festivalmitte am Samstagabend zusammen mit den anderen Nachwuchspreisen vergeben.
Das Reglement zu «Visioni» ist auf der Webseite der Solothurner Filmtage aufgeschaltet.
Die 59. Solothurner Filmtage finden vom 17. bis 24. Januar 2024 statt.