Nicolas Steiner: «Koproduktionen sind wunderschön, weil viele Kulturen zusammenkommen.».
© Thomas Heisner

Nicolas Steiner: «Koproduktionen sind wunderschön, weil viele Kulturen zusammenkommen.».

Teresa Vena 29. Januar 2026

Der Walliser Filmemacher Nicolas Steiner hat seinen neuen langen Spielfilm an den Solothurner Filmtagen im Rahmen der Sektion «Panorama Langfilm» vorgestellt. Der Film war auch der Eröffnungsfilm beim Max Ophüls Preis in Saarbrücken.

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Zwei Fragen an Nicolas Steiner und seinem neuen Spielfilm «Sie glauben an Engel, Herr Drowak?», eine surrealistisch anmutende Tragikomödie über einen verkappten Autor und seine vom Arbeitsamt zugewiesene Betreuerin.

Der Film ist eine «sehr europäische» Produktion. War das aufwendig?

Koproduktionen sind immer aufwendig. Sie sind wunderschön, weil viele Kulturen zusammenkommen, aber dadurch auch anstrengend. Unterschiedliche Systeme, Sprachen, Arbeitsbedingungen – da geht auch Energie verloren, die man lieber vor der Kamera hätte. «Sie glauben an Engel, Herr Drowak?» war ursprünglich eine deutsch-französische Koproduktion. Das Geld kam in Frankreich letztlich nicht zusammen. Wir sind wahnsinnig dankbar und glücklich, konnten wir schlussendlich dank der Schweiz (der Film ist eine Koproduktion zwischen der Schweiz und Deutschland) den Film überhaupt realisieren. Trotzdem haben wir mit Dominique Pinon einen französischen Schauspieler behalten. Sein Akzent und seine Art passten perfekt. Im Nachhinein bin ich sehr stolz auf die Besetzung: Dominique Pinon (Frankreich), Lars Eidinger (Deutsclhand), Luna Wedler (Schweiz), Karl Markovics (Österreich), Saga Sarkola (Finnland) und andere – das ist europäisches Kino, wie ich es mir wünsche.

Die Schauplätze, die Architektur, spielen eine grosse Rolle im Film. Wie kam alles zusammen?

Schauplätze sind für mich wie Darsteller und Darstellerinnen. Ich «caste» sie regelrecht. Die bespielten Gebäude sind real, aber oft neu zusammengesetzt. Die Schwebebahn aus Wuppertal, das Industriegelände in Basel, der Plattenbau in Köln vermischt mit Brutalismusgebäuden in Paris – alles existiert, aber in neuer Kombination. Förderbedingungen zwingen einen oft, kreativ zu werden. Das war zunächst eine Einschränkung, wurde dann aber eine grosse Stärke. In Basel haben wir zudem mit virtueller Produktion gearbeitet. Alles, was man aus den Fenstern sieht, entstand über das Filmstudio Basel.

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