Nach Cannes im letzten Jahr, dem ZFF in Zürich und der Berlinale, fand am Montag, den 19. Mai das vierte Treffen der Allianz der 7 Ländern Produzenten:innen Verbände Treffen statt.
Zur Erinnerung:
Diese Gruppe, die auf Initiative der Schweizer Produzenten:innenverbände SFP, GARP und IG gegründet wurde, und zu welcher sich dieses Jahr die AROPA angeschlossen hat, vereint die Verbände der unabhängigen Produzenten:innen aus Frankreich, Deutschland, Belgien, Luxemburg, Österreich, Italien und der Schweiz.
Es handelt sich um die Länder, mit denen unsere Mitglieder am regelmässigsten zusammenarbeiten und koproduzieren. Für uns ist es wichtig, den Dialog zu suchen, um uns über eine Reihe von Themen auszutauschen, die uns gemeinsam sind, und unsere jeweiligen Erfahrungen und Herausforderungen zu teilen.
In Cannes haben wir folgende Fragen angesprochen:
- Koproduktionen, sowohl mit Mehrheitsbeteiligung (mit Schweizer Regisseur:innen) als auch mit Minderheitsbeteiligung (mit ausländischen Regisseur:innen), erfordern einen Dialog mit unseren europäischen Partnern, um eine Reihe von Aspekten zu klären, da die Förderfähigkeit durch das BAK anhand eines Punktesystems bewertet wird. Bilaterale Gespräche sollen im Laufe des Herbstes mit Frankreich beginnen, wo bi- oder trilaterale Koproduktionsabkommen einer Überprüfung bedürfen. Auch mit Deutschland, Österreich und Italien wird es Gespräche geben.
- Frankreich hat auf die Einmischung rechtsextremer Kreise in verschiedenen Phasen der Filmproduktion hingewiesen. In Regionen, in denen diese Kreise auf Staatsebene vertreten sind, geschieht dies über die Erteilung oder Verweigerung von Drehgenehmigungen je nach Art des Drehbuchs. Gleiches gilt für die Vergabe von Fördermitteln für die Finanzierung von Filmen. Und zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung kommen Verleumdungskampagnen oder sogar Einschüchterungsversuche gegen Regisseur:innen und Schauspieler:innen zum Vorschein.
- Eine nationale Beobachtungsstelle zur Erfassung und Anprangerung dieser Vorfälle wurde eingerichtet. Ein Verfahren zur Schaffung einer solchen Stelle auf europäischer Ebene wurde ebenfalls eingeleitet.
- Der Druck der USA machte sich durch die Forderung bemerkbar, dass Europa die Ausnahmeregelungen für Kultur aufgeben solle.
- Ein sensibles Thema auf europäischer Ebene ist der Status des unabhängigen Produzent:innen in ihrer Eigenschaft als Beauftragte, und in der Wahrung ihrer Rechte. Dabei geht es insbesondere um ihre Unabhängigkeit von Unternehmen und Organisationen, die als Sender und Finanzierer auftreten, seien es öffentlich-rechtliche oder private Fernsehsender oder Plattformen. Ein weiteres wichtiges Kriterium in diesem Zusammenhang sind die Innehalten der IP und die Rechte am Film.
- Besondere Aufmerksamkeit gilt der Situation in Italien, wo Koproduktionen aufgrund der komplexen und oft realitätsfernen Anforderungen beider Seiten sehr schwierig sind.
- Wir werden uns abstimmen, um eine gemischte Kommission auf Ministerebene zu beantragen, um neue Gespräche zwischen dem BAK und dem italienischen Kulturministerium unter Einbeziehung nationaler und internationaler Produzenten-verbände aufzunehmen.
Contact:
Bureau de Liaison
Office of the Swiss Independent Film Producers' Associations
Coordination
Heinz Dill
[email protected]
079 202 52 69
Milena Colla
[email protected]