Mut zu grundlegenden Reformen
Ivette Djonova. © zvg

Mut zu grundlegenden Reformen

Ivette Djonova 1. Juni 2025

Die Geschäftsführerin von ProCinema, Ivette Djonova, reagiert auf die Mitteilung der Leitung der Sektion Film über die angespannte finanzielle Lage des Amtes.

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ProCinema – der Dachverband der Kino- und Filmverleihunternehmen setzt sich dafür ein, dass bei den Förderbestrebungen des BAK, sowie in der Wahrnehmung beim Bund und in der Politik, die gesamte Wertschöpfungskette im Bereich Film stärker in Betracht gezogen wird.

Derzeit besteht ein starker Fokus auf die Produktionsseite. Für die Auswertung im Kinosaal sind Kinos und Verleih jedoch ein essenzielles Element. Um den Schweizer Film für das Publikum attraktiv zu halten, muss die Auswertungsseite finanziell getragen werden. Dies wird auch von der Kulturbotschaft 2025-2028 explizit bestätigt hinsichtlich Angebotsvielfalt, sprachliche und kulturelle Vielfalt, gesellschaftlicher Zusammenhalt, kulturelle Vielfalt, Wissensvermittlung und Wirtschaftliche Bedeutung (z.B. Belebung von Innenstädten). In expliziten Kapiteln wird erwähnt, dass die Auswertungsbranche mit Kino- und Verleih finanziell förderwürdig ist.

Auch die aktuellste Goldmedia-Studie zur Zukunft der Filmförderung äussert sich klar dahingehend, dass künftig die gesamte Wertschöpfungskette Film berücksichtigt werden muss. Die Studie zeigt zudem, dass die Auswertungsbranche im Vergleich zu anderen Ländern nicht ausreichend unterstützt wird und mehr Mittel zur Verfügung gestellt werden sollen.

Nach Ansicht von ProCinema müssen zudem taugliche Mittel gefunden werden, um die Inlandpromotion zu stärken. Mit dem neuen Posten bei Swiss Films sind diverse Aktionen geplant, die jedoch noch nicht ihre konkrete Wirkung entfalten haben.

Die momentane Situation der Fördermittel und des BAK sollten als Chance genutzt werden, mit Blick auf die Kino- und Filmverleihindustrie neue Wege zu gehen und grundlegende Reformen einzuleiten. Die derzeitigen Fördersysteme haben ihre Grenzen klar aufgezeigt. So wird Succès Cinéma für die Auswertungsbranche zur Strafe, wenn der Marktanteil der Schweizer Filme zu hoch wird und die Bestrebungen der Auswertung zur Sichtbarkeit des Schweizer Films Früchte tragen. Das heisst der Succés-Betrag reduziert sich jährlich. Dasselbe gilt für weitere Förderprogramme. Die Beiträge für die Kinoseite reichen eindeutig nicht aus, um den von der Kulturbotschaft und Goldmedia-Studie genannten Wandel zu vollziehen.

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