Die letzten ihrer Art
Bruno Deville © 2023 Pierre Daendliker

Die letzten ihrer Art

Teresa Vena 11. August 2024

Wir haben Regisseur Bruno Deville ein paar Fragen gestellt, anlässlich der Weltpremiere seiner neuen Serie «Espèce menacée» am Locarno Film Festival.

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Sie haben das Drehbuch zu dritt geschrieben. War diese Gruppenarbeit eine grosse Herausforderung?

Gruppenarbeit ist für eine Serie unerlässlich. Es handelt sich um drei Stunden Fiktion, also wie drei eineinhalbstündige Spielfilme, die in sechs Episoden aufgeteilt sind. Es war eine sehr anspruchsvolle Arbeit, wenn man bedenkt, dass die Idee war, eine Serie mit vielen Charakteren zu machen. Es galt, viele dramaturgische Handlungsstränge miteinander zu vermischen. Ich denke, man ist immer schlauer, wenn mehrere Gehirne mitdenken. Die Teamarbeit war grossartig. Mit Drehbuchautoren zusammenarbeiten erlaubt es, sich zu hinterfragen. Dadurch kann man die Ideen schnell sortieren. Es ist sehr kreativ, mit mehreren Personen zu arbeiten.

Es ist nicht die erste Serie, die Sie machen. Was gefällt Ihnen im Vergleich zum Spielfilm besonders an diesem Format?

Ich habe das Gefühl, dass die Serie seit einigen Jahren nicht mehr nur eine formatierte Studio-Serie ist. Jane Campion hat zum Beispiel «Top of the Lake» gemacht, die mir sehr gut gefallen hat. Es würde mich nicht wundern, wenn Quentin Tarantino eine Serie machen würde. Ich habe gesehen, dass die Cohen-Brüder eine Serie gemacht haben, Scorsese hat eine Serie gemacht. Die grossen Filmschaffenden dieser Welt erzählen gerne Geschichten, die es ihnen ermöglichen, tiefer in Charaktere und Welten einzudringen. Es gibt mittlerweile eine ganze Reihe von Serien, die angeboten werden, seien es Superhelden-Studio-Serien, also sehr formatierte Serien oder Serien von unabhängigen Autoren und Autorinnen.

Wie war die Zusammenarbeit mit dem Fernsehen, dem RTS, das die Serie produziert hat?

Es ist eine Dynamik, die im Moment noch etwas kompliziert ist, denn einerseits möchte ich als Autor etwas Einzigartiges erzählen, und andererseits möchte das Fernsehen, dass das Produkt bei der Ausstrahlung von einem möglichst breiten Publikum gesehen wird. Man muss zwischen ihren Wünschen, ihrem Zielpublikum und unseren Wünschen jonglieren. Die SRG ist ein wichtiger und wertvoller Gesprächspartner, aber ich träume davon, dass in Zukunft nicht nur das Fernsehen in der Schweiz Serien produziert, sondern auch andere Plattformen, andere Gesprächspartner und neue Finanzierungsquellen in Erscheinung treten.

Haben Sie ein Beispiel, das die Notwendigkeit Kompromisse einzugehen, verdeutlicht?

Ein sehr einfaches Beispiel ist die erste Episode, in der nie wirklich erklärt wird, wo wir uns befinden und zu welcher Zeit die Handlung spielt. Wir wollten mit den Farben, die wir gewählt haben, zweideutige Bilder schaffen und die Spuren verwischen. Ist dies der Winter (der Zukunft)? Man versteht es nach und nach. In den Gesprächen mit dem Fernsehen wurde jedoch der Wunsch geäußert, dass die Prämissen der Geschichte von Anfang an mit einer grossen, klaren Tafel erklärt werden. Ich hingegen finde, dass man vom Publikum ein wenig Anstrengung verlangen kann, dass man ihnen vertrauen kann.

Vor der linearen Ausstrahlung Anfang 2025 ist die Serie auf exklusiv online auf Play Suisse zu sehen.

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