Die RTS baut in Ecublens ihre neue Produktionsmaschine
Der neue Standort auf dem Campus der EPFL vereint Radio, Fernsehen und Digitales unter einem Dach. Der Fokus liegt auf Öffnung gegenüber dem Publikum, Modularität und Bündelung der Mittel.
Medienmitteilung Keystone-SDA und Tagesanzeiger / jbi 23. November 2020
Die grosse Krise bei Radio Télévision Suisse zieht Kreise und nun muss sich Radiotelevisione svizzera ähnlichen Belästigungsvorwürfen stellen.
Der Tagesanzeiger berichtet von folgenden Neuigkeiten betreffend den Belästigungsvorwürfen beim RTS: «Medienberichte über Mobbing und sexuelle Übergriffe haben RTS-Mitarbeiterinnen die Angst genommen, über Belästigungen am Arbeitsplatz zu reden. Erlebnisse notierten die Frauen auf Dutzende Zettel, die sie in den Korridoren des Fernsehens aufhängten und unter dem Hashtag «swissmediatoo» in den sozialen Netzwerken veröffentlichten.
Doch Marchand wiederholt seit Ausbruch der Affäre von von nichts gewusst zu haben. Zu Journalistinnen der RTS-Sendung «Mise au Point» sagte er am Sonntag: «Man muss die konkreten Fakten vom allgemeinen Kontext unterscheiden. Ich habe die Aussagen der Betroffenen nicht gekannt.» Auch Radio SRF hatte Marchand versichert, nichts von den Vorwürfen und Beschwerden gewusst zu haben. Diverse Schreiben an die RTS-Direktion, in die diese Zeitung Einsicht hatte, ergeben ein anderes Bild. In den Briefen, die auch Marchand erhielt, ging es sowohl um konkrete Fälle als auch den allgemeinen Kontext. Marchand müsste demnach vieles gewusst haben.
Ähnlichen Belästigungsvorwürfe bei RSI
30 Beschwerden sind bei der Sektion Lugano der Mediengewekschaft SSM eingegangen. Jerome Hayoz, Zentralsekretär vom Schweizerischen Syndikat Medienschaffender (SSM) und die Sektion Lugano bestätigten damit am Montag gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA Berichte der «Tribune de Genève» und von «24heures». Diese hatten zuvor von Mobbing- und Belästigungsvorfällen bei RSI geschrieben.
Die externen Untersuchungen laufen
Bei RTS untersuchen derzeit zwei externe Stellen die kürzlich bekannt gewordenen Belästigungsvorwürfe. Die SRG habe Kenntnis von den eingegangenen Meldungen, teilte die SRG-Medienstelle auf Anfrage mit.
Laut Befragungen sei die Rede von offener Belästigung, ungewollten Küssen, anzüglichen Kommentaren und systematischem Machtmissbrauch. Angeschuldigt wurden drei Mitarbeiter, darunter Darius Rochebin, langjähriger Moderator der RTS-Tagesschau. Die Direktion und die Personalverantwortlichen von RTS hätten konsequent weggeschaut. Auf die Anschuldigungen reagierten die RTS-Direktion und der SRG-Verwaltungsrat Anfang November mit der Bekanntgabe, dass die beiden Führungskräfte vorübergehend suspendiert wurden. Rochebin, der seit Herbst beim französischen Nachrichtensender LCI eine Talk-Show mit berühmten Persönlichkeiten moderiert, hat unterdessen eine Verleumdungsklage gegen «Le Temps» eingereicht.
Die beauftragten Stellen und Personen werden jeweils einen Bericht zuhanden des SRG-Verwaltungsrates verfassen. Voraussichtlich im Februar 2021 sollen Sozialpartner, Mitarbeitende der SRF und die Öffentlichkeit darüber informiert werden. Dasselbe Vorgehen sei in der italienischsprachigen Schweiz und bei weiteren Unternehmenseinheiten vorgesehen: Die dem SSM gemeldeten Fälle würden geprüft und nach Abklärungen kommuniziert.