Wie baut man eine erfolgreiche Kampagne auf?
Von links nach rechts: Philip Einstein Lipski, Susanne Regina Meures, Claudia Tomassini und Tim Dams. © Claire Lebeau

Wie baut man eine erfolgreiche Kampagne auf?

Adrien Kuenzy 18. Mai 2024

Im Rahmen des Filmmarkts wurde von Swiss Films in Zusammenarbeit mit der European Film Academy ein Podiumsgespräch über Strategien für Promotionskampagnen für europäische Filme organisiert.

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Am 17. Mai 2024 fand im Rahmen des Filmmarkts der Filmfestspiele von Cannes ein Podiumsgespräch mit dem Titel «How to Build a Successful Campaign for Shortlisted Films» statt. Die Veranstaltung wurde von Swiss Films in Zusammenarbeit mit der European Film Academy organisiert und fand im Rahmen des Schweizer Auftritts als diesjähriges Gastland am Marché du Film statt. Verschiedene Experten und Expertinnen, die in den letzten Jahren in Europa preisgekrönte Filme betreut hatten, kamen zusammen, um über effektive Kampagnenstrategien zu diskutieren. Ziel war es, Filmen aus kleinen Filmnationen wie der Schweiz zu ermöglichen, sich von der Masse abzuheben - insbesondere im Hinblick auf eine Auswahl für den Europäischen Filmpreis. Die Diskussion wurde von Tim Dams, dem Europa-Redakteur von Screen International, moderiert.

 

Eine frühzeitige Kampagne

Philip Einstein Lipski, Mitbegründer von «The Einstein Couple», betonte, dass die Kampagne für einen Film bereits bei seiner Entwicklung beginnt. «Niemand wartet auf Ihren Film». Mit diesem Motto geht Philip Einstein Lipski an jedes Projekt heran. Er betont, wie wichtig es ist, von Anfang an eine Wirkung zu erzielen, indem er dafür sorgt, dass jeder Aspekt des Films originell und einprägsam ist. «In meinem Fall wurden meine Kampagnen bereits beim Schreiben initiiert», erklärte er. Aufgrund seiner Erfahrung als Produzent und Regisseur teilte er seine Überzeugung, dass man falsch klingende Elemente vermeiden und sich auf Aspekte konzentrieren sollte, die das Publikum sofort fesseln. «Ich glaube nicht an Glück. Um eine Kampagne erfolgreich zu machen, muss man dafür sorgen, dass alles, was man über einen Film sagt, schlagkräftig und originell ist. Jeder Film hat einen Unterhaltungsaspekt, den zu betonen entscheidend ist. Und vor allem ist der Titel von entscheidender Bedeutung. Viele tun sich schwer damit, einen guten Titel auszuwählen. Es ist unerlässlich, sich mit dem Film zu identifizieren und einen authentischen Titel zu wählen, der richtig klingt».

 

Der Wert der Mund-zu-Mund-Propaganda

2016 gab Susanne Regina Meures mit «Raving Iran» ihr Spielfilmdebüt. Der Film, der auf über 140 Festivals weltweit gezeigt wurde, darunter die Berlinale, Hot Docs und IDFA, gewann zahlreiche Preise und war ein Kassenschlager. 2020 veröffentlichte sie «Saudi Runaway», der beim Sundance Film Festival und der Berlinale Premiere feierte. Der Film wurde für den Preis für den besten Dokumentarfilm bei den European Film Awards nominiert und gewann den European University Film Award. Ihr neuestes Werk, «Girl Gang», wurde auf über 120 Festivals gezeigt und von Netflix erworben. Ausserdem wurde er für den Preis für den besten Dokumentarfilm beim Europäischen Filmpreis nominiert.

Während der Podiumsdiskussion betonte die Regisseurin, wie wichtig es sei, die Kontrolle über den eigenen Film zu behalten. «Ein Werk ist zu wertvoll, dass er nur als Sichtungslinks an die Wähler und Wählerinnen verschickt wird. Er muss geschützt werden», sagte sie. Meures betonte auch die Bedeutung von Mundpropaganda und sagte, dass positive Rückmeldung von Zuschauern und Zuschauerinnen auf Plattformen eine entscheidende Rolle für den Erfolg einer Kampagne spielen kann.

 

Ein persönlicher Ansatz

Claudia Tomassini, eine erfahrene Publizistin und Gründerin von Claudiatomassini + Associates, erinnerte daran, wie wichtig eine sorgfältige Vorbereitung ist. «Für mich beginnt die Kampagne in dem Moment, in dem der Film zu einem Festival eingeladen wird», fügte sie hinzu. Als internationale Publizistin hat Tomassini über 200 Filme betreut, sie empfehl ein detailliertes Budget und einen Zeitplan zu erstellen, Veranstaltungen während der Abstimmungszeiten zu organisieren und die sozialen Medien gut vorzubereiten, um die Wirkung zu maximieren. Ihre über 20-jährige Erfahrung im Bereich der Film-Promotionsarbeit verleiht ihr einen geschärften Blick für die Bedeutung eines massgeschneiderten Ansatzes. «Ich würde nie empfehlen, für einen Film zu stimmen. Man muss einfach alles dafür tun, dass die Abstimmenden den Film unter den besten Bedingungen sehen können. Danach muss das Werk für sich selbst sprechen können». Da die Schweiz bei den European Film Awards 2024 in Luzern geehrt wird, ist es für die Schweiz relevanter denn je, ebenfalls über solche Strategien nachzudenken, um Erfolg zu erzielen.

 

 

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