Die Berliner Frank Brauer und Danny Goodman arbeiten an einem Filmprojekt, das unabhängig von der klassischen staatlichen Förderstruktur entstehen soll. Brauer ist dabei Produzent und Drehbuchberater, während Goodman als Autor und Regisseur des geplanten Thrillers mit komischen Elementen fungiert. Goodman hat bereits einen Film gemacht, der in der Skateboard-Szene spielt. Für «Gang of Varmints» (Arbeitstitel) möchte er seiner Vorstellung von Autorenfilm treu bleiben. Die institutionelle Filmförderung bedeute immer einen langen Prozess und Kompromisse. Dies stehe in einem gewissen Konflikt zum Anspruch, neue und originelle Geschichten zu erzählen.
Gemeinsam mit Brauer hat sich deswegen Goodman entschieden, seinen Film über Blockchain-Technologie und NFTs im Internet zu finanzieren. Wie der Schweizer Filmemacher Simon Jaquemet mit seinem Projekt «Electric Child» bereits sondierte, wollen sich die beiden ebenfalls die neuen Strukturen des Web3 zu Nutzen machen. Plattformen, die auf die Finanzierung von Filmen spezialisiert sind, gebe es noch nicht. Firmen wie Film.io aus den USA seien nur bedingt geeignet. Der vermeintliche niederschwellige Zugang, mit der das Unternehmen wirbt, stelle sich nach anfänglicher Anmeldung nicht als solcher heraus. Eine beträchtliche finanzielle Eigenleistung sei notwendig, erklärt Brauer.
Weiterlesen: Unseren Artikel «Neue Modelle der Filmförderung»
Als Alternative haben Brauer und Goodman die Plattform Heymint.xyz gefunden (Die genaue Herkunft und der Sitz der Plattform ist nicht einfach zu finden. Vermutlich liegt er aber ebenfalls in den USA). Diese ist für alle Arten von Projekten offen. Sie bietet aber die Dienstleistungen, die für eine NFT-Finanzierungskampagne benötigt werden. Ein erster Schritt besteht beispielsweise darin, eine «Allowliste» (auch «Whitelist») aufzuschalten. In diese Liste können sich Personen eintragen, die sich für das Projekt interessieren. Sie bekommen, nachdem eine festgelegte Frist verstrichen ist, einen bevorzugten Zugang zum Erwerb von NFTs, dieser Vorgang nennt sich auch «Minting». Diesen Termin haben Brauer und Goodman auf den 14. Mai gelegt.
Im Idealfall haben sich bis dahin mehrere Hundert Personen in die Liste eingetragen. Nach diesem ersten bevorzugten Zugang werden Brauer und Goodman das Projekt für alle anderen öffnen. Ansprechen möchten die beiden Filminteressierte allgemein sowie Personen der Web3-Szene, die sich für Investitionen in kreativen Projekten interessieren. Für ihren Film möchten Brauer und Goodman ein Budget von 400'000 Euro erreichen. Damit sollen die geplanten 30 Drehtage finanziert werden. Da es sich um Kryptowährung handle, müsse man aber auch immer mit Wertschwankungen rechnen, erklärt Brauer. Diese Instabilität könnte entsprechend Einfluss auf die Finanzierungslaufzeit haben oder das endgültig zur Verfügung stehende Budget müsste angepasst werden.
Weiterlesen: Unser Gespräch mit Miguel Faus, der seinen Film ebenfalls über NFT finanzierte.
Alle aktuellen Informationen zum Projekt sind auf derLinkTree-Seitezusammengefasst.