Cinébulletin bewegt
Anlässlich ihres 50-jährigen Jubiläums wirft die Zeitschrift und Plattform Cinébulletin in einer interaktiven Geschichte einen Blick auf sich selbst.
Kathrin Halter 12. Juli 2015
Vor 40 Jahren, am 1. Oktober 1975, erschien die erste Ausgabe des Ciné-Bulletin.
Vor 40 Jahren, genau: am 1. Oktober 1975, erschien die erste Ausgabe von Ciné-Bulletin. Initiiert wurde die Branchenzeitschrift von David Streiff, damals Geschäftsführer des Schweizerischen Filmzentrums (heute Swiss Films). Die zweisprachige Publikation sollte Informationen der Verbände bündeln und zugleich den Austausch innerhalb der Branche verbessern.
Die Idee trug Streiff im Frühling 1975 den Präsidenten von sechs Filmverbänden vor – so beschreibt es der frühere Redaktor und Mitbegründer des Hefts, Martin Girod, in seinem analytischen Rückblick, der vor 10 Jahren unter dem Titel «Ort des prekären Zusammenhalts» in Cinébulletin erschien. «So entstand – helvetisch vorsichtig zuerst einmal als Versuch für drei Monate – ein Bindeglied zwischen den Exponenten des ‹Neuen› Schweizer Films, den Produzenten, Realisatoren, Technikern und Trickfilmern sowie den Filmkritikern und den Filmclubs und Spielstellen von Cinélibre», schreibt Girod weiter. Der Zeitpunkt war nicht zufällig: In der ersten Hälfte der Siebzigerjahre entstanden im Umfeld des Neuen Schweizer Films gleich mehrere neue Produktionsgemeinschaften (wie Nemo-Film), Verbände (wie der Filmtechnikerverband) sowie das Schweizerische Filmzentrum das auch Ciné-Bulletin herausgab.
Für uns ist der Geburtstag ein Anlass zu einer vierteiligen Serie, in der ehemalige Redaktorinnen und Redaktoren zu Wort kommen sollen: Mit einem persönlichen Rückblick auf ihre Arbeit und die damalige Position des Hefts innerhalb der Branche. Damit wollen wir uns nicht abfeiern. Eher geht es um einen bewussten Blick zurück zu einem Zeitpunkt, wo angesichts grosser Umwälzungen in der Medienlandschaft auch bei Cinébulletin Änderungen anstehen: Wir haben unsere Website neu gestaltet und ausgebaut; sie wird im August aufgeschaltet und am Filmfestival Locarno vorgestellt (mehr erfahren Sie auf S. 16 und im nächsten Heft).
Den Anfang der kleinen Serie macht, wie es sich gehört, der erste Redaktor des Hefts: Pierre Lachat. Der Film- und Radiojournalist arbeitete gleich zweimal für Cinébulletin, von 1975 bis 1980 (als Georg Janett folgte) sowie von 1995 bis 1997. In seinem Text erfahren Sie auch, weshalb sich die Stelle als Schleudersitz erwies.