Venedig 2026: Die Schweiz im Fokus des Filmmarkts, Weltpremieren am Festival
«Sunset Hotel», Gilles Jobin © Swiss Films

Venedig 2026: Die Schweiz im Fokus des Filmmarkts, Weltpremieren am Festival

PM 2. September 2026

SWISS FILMS

Am Filmfestival von Venedig, der Biennale Cinema (2.-12.9.2026), feiern sieben Schweizer Filme und Koproduktionen ihre Weltpremieren. Die Schweiz steht dieses Jahr ausserdem als Gastland im Fokus der Venice Production Bridge (3.-9.9.2026), dem Branchen-Programm des Festivals. Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider wird zu diesem Anlass nach Venedig reisen.

copy linkshare facebookshare linkedinshare instagram

In der offiziellen Auswahl der Biennale Cinema sind vier Weltpremieren mit Schweizer Beteiligung zu entdecken: Die Koproduktion GURIA von Levan Koguashvili läuft in der Sektion Venezia Spotlight, die nur acht Filme umfasst. Der Spielfilm thematisiert den Existenzkampf eines Haselnussbauern in Georgien nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion. Koproduktionsländer sind Georgien, die Schweiz (Cineworx Filmproduktion), Luxemburg, Bulgarien, Türkei, UK, Norwegen und Saudi Arabien.

Das Programm Venice Open – Out of Competition zeigt Wim Wenders neuesten Film FROM INSIDE OUT - THE ARCHITECTURE OF PETER ZUMTHOR. Der Dokumentarfilm in 3D macht das Werk des Schweizer Pritzker-Preisträgers Peter Zumthor erfahrbar, der als eines der einflussreichsten Architekten der Gegenwart gilt. Der Film wurde von Wim Wenders deutscher Produktionsfirma Road Movies Filmproduktion mit DCM Film Deutschland und DCM Film Schweiz produziert.

In der Venezia 83 Competition läuft der Spielfilm KAMI NOUR (A BIT OF LIGHT) des iranischen Regisseurs Ali Asgari, an dem die Genfer Produktionsfirma Sunny Independent Pictures, Genf beteiligt ist (keine offizielle Koproduktion).

Gillles Jobin präsentiert sein neuestes Virtual-Reality-Werk SUNSET MOTEL im Venice Immersive Wettbewerb. Die Zuschauer:innen bewegen sich durch eine schwarzweisse Hotel-Welt, die der Schweizer Illustrator Thomas Ott kreiert hat und deren Figuren dank Motion Capture und der Choreografie von Gilles Jobin zum Leben erweckt werden. Das Genfer Animationsstudio Nadasdy Film und die Cie Gilles Jobin haben das immersive Werk mit der Pariser Floréal Films koproduziert.

Kunstsinniges in den Giornate degli Autori

Die Giornate degli Autori widmen sich dem unabhängigen, innovativen Autor:innenkino. Im insgesamt 11 Filme umfassenden Wettbewerb läuft die schweizerisch-spanische Koproduktion LES INDES (THE INDIES), der erste Langfilm der Künstlerin Pauline Julier in Koregie mit Nicolas Chapoulier (Produktion Alina film, Genf). Der Film spielt im 17. Jahrhundert und folgt der Reise eines jungen spanischen Adligen, der dem noch kindlichen Ludwig XIV. das Porträt der Infantin von Spanien zu überbringen muss.

In der Sektion Venetian Nights der Giornate degli Autori ist die italienisch-schweizerische Koproduktion ANATOMIA DI UN RITRATTO des italienischen Regieduos Francesco Clerici und Mattia Colombo zu sehen (Schweizer Koproduktion Rough Cat, Lugano). Der Dokumentarfilm nähert sich anhand von Briefen und Reenactment der Lebensgeschichte von Fernande Wittgens an, die als erste Museumsdirektorin Italiens die Pinacoteca di Brera leitete und sie durch den Krieg und den Wiederaufbau führt.

Als Special Screening in Zusammenarbeit der Biennale mit den Giornate degli Autori und der Settimana Internazionale della Critica läuft IL DESIDERIO DI ESSERE INUTILE – HUGO A VENEZIA (HUGO IN VENICE – A YEARNING TO BE OF NO USE) von Stefano Knuchel. Es ist der dritte Teil seiner Trilogie über das Leben und Werk von Hugo Pratt, dem aus Venedig stammenden Autors der Graphic Novels über Corto Maltese.

Schweizer Talente am Lido

Die Schweizer Schauspielerin Ella Rumpf spielt im französischen Polizeithriller JUPITER von Alexandre Smia an der Seite von französischen Stars wie Denis Ménochet, Reda Ketab oder Cédric Kahn. Der Film von Regisseur Alexandre Smia läuft in der Sektion Venice Open – Out of Competition.

Mit Luna Wedler, Joel Basman und Lia von Blarer spielen gleich drei Schweizer Schauspieler:innen in der italienisch-deutschen Koproduktion LA RAGAZZA CON LA LEICA von Alina Marazzi, die in der Sektion Orizzonti läuft. Die Buchverfilmung portraitiert die deutsche Kriegsfotografin Gerda Taro, die im Spanischen Bürgerkrieg nur 27-jährig ums Leben gekommen ist.

Venice Production Bridge mit grossem Schweizer Aufgebot

Die Schweiz ist steht dieses Jahr im Fokus der Venice Production Bridge (3.–9.9.2026), dem Filmmarkt der Biennale Cinema. Die Schweizer Filmbranche kann sich damit als dynamische Koproduktionspartnerin international präsentieren. Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider wird mit einer Schweizer Delegation zu diesem Anlass nach Venedig reisen, um sich vor Ort mit den Filmschaffenden auszutauschen und sich ein Bild über die vielfältigen Branchenaktivitäten zu machen. Dieser Gastauftritt entstand auf Initiative von SWISS FILMS in Zusammenarbeit mit weiteren Schweizer Institutionen.

Projekte, Panels und immersive Formate

Mehrere Produzent:innen präsentieren neue Filmprojekte im renommierten der Venice Gap-Financing Market, um Kontakte mit Koproduzent:innen zu knüpfen und die Finanzierung ihrer Projekte voranzutreiben. Die Schweizer Regisseur:innen Ursula Meier, Tim Fehlbaum und Michael Koch diskutieren in einem von Variety moderierten Panel über die Tendenz zur englischen Sprache in Schweizer Produktionen.

Auf der «Immersive Island», wo das Filmfestival Venedig immersive Erzählformaten eine Plattform bietet, können Schweizer Firmen aus dem Innovationsbereich an einem eigenen Stand über ihre Dienstleistungen informieren. In der SWISS IMMERSIVE WIP Session stellen Schweizer Kreativschaffende aus dem Bereich XR ihre neuen Projekte vor. Weitere Panels mit Schweizer Beteiligung widmen sich den Themen Streaming oder der Produktions- und Standortförderung.

Folgende Partner:innen sind am Schweizer Fokus der Venice Production Bridge beteiligt: Bundesamt für Kultur (BAK), Schweizer Konsulat in Venedig, SRG SSR, MEDIA Desk Suisse, Switzerland Film Commission, Zürcher Filmstiftung, Cinéforom, Geneva International Film Festival GIFF.

Lesen Sie auch