Drei Fragen an Sven Wälti, Leiter Film der SRG
Sven Wälti, weshalb beteiligt sich die SRG bereits an der Entwicklung und nicht erst bei der Produktion von Filmen und Serien finanziell?
Bei Serien ist es wichtig, dass wir von Anfang an dabei sind. Zum einen, weil sie über unsere Fernsehsender laufen und zum anderen, weil sie für uns einen grossen Programmwert haben. Deshalb finanzieren wir TV-Serien bereits während der Entwicklungsphase. Zuständig sind bei uns die Filmredaktionen der jeweiligen Sprachregion (RSI, RTS, RTR und SRF): Sie verfolgen die Entwicklung der Projekte laufend und geben wichtige Inputs zum Drehbuch. Bei den Kinofilmen sind wir hingegen – mit ganz wenigen Ausnahmen – nicht beteiligt in der Entwicklungsphase, dort konzentrieren wir uns auf die Produktion.
Die SRG investiert seit letztem Jahr mehr Geld in Animationsfilme. Sind dadurch mehr Finanzierungsanträge für Animationsfilme bei der SRG eingegangen?
Nein, das nicht. Mehr finanzielle Mittel führen nicht sofort zu mehr Gesuchen. Aber der Vorteil ist, dass mehr Projekte unterstützt werden können als in den Vorjahren. Die Erhöhung von 1 auf 2 Millionen Franken jährlich ermöglicht es unserer nationalen Animationsgruppe, verschiedene Formate auszuwählen: kurze Animationsfilme, lange Kinofilme und vermehrt auch Serien und andere Fernsehformate.
Welche Filmhighlights erwarten uns dieses Jahr, die 2024 produziert wurden?
Ein Highlight läuft bereits sehr erfolgreich im Kino: der Spielfilm «Heldin» von Petra Volpe. Nicht nur das Thema Fachkräftemangel im Pflegebereich ist hochaktuell, sondern auch der Film ist richtig gut! Gespannt bin ich auch auf «Hallo Betty» von Pierre Monnard. Die fiktive Verfilmung der Betty-Bossi-Figur mit Sarah Spale in der Hauptrolle stösst auf grosses Interesse. Bei den Serien freue ich mich sehr auf die zweite Staffel von «L’ultim Rumantsch», auf die erste Serie von Jean-Stéphane Bron mit dem Titel «The Deal» und auf die Mafia-Serie «La linea della palma» von Fulvio Bernasconi.
Facts & Figures – Pacte de l’audiovisuel 2024