Susanne Wille: «Es gibt keinen Markt, der Kultur regeln kann.»
v.l.n.r.: Anna Serarda Campell, Journalistin RTR, Sven Wälti und Susanne Wille © Ilja Tschanen / module+

Susanne Wille: «Es gibt keinen Markt, der Kultur regeln kann.»

Teresa Vena 27. Januar 2026

Im Rahmen der Solothurner Filmtage und der jährlichen Branchentage war auch die SRG präsent. Die Generaldirektorin Susanne Wille und Film- und Pacte-Chef Sven Wälti hielten ein Plädoyer für die Schweizer Filmproduktion.

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Geprägt war die Stimmung in Solothurn an verschiedenen Stellen von der bevorstehenden Abstimmung des 8. März über die «Halbierungsinitiative», die die Medienabgabe von aktuell 325 auf 200 Franken senken möchte. Auch in ihrer Rede, die sie zum Beginn des Austausches mit dem Schweizer Filmsektor hielt, ist die Generaldirektorin der SRG, Susanne Wille, darauf zu sprechen gekommen.

Die SRG selbst darf keine politische Kampagne führen. Sie darf kein öffentliches Geld für diesen Zweck aufwenden. Mobilisieren müssen daher andere. Die Bemühungen, die in verschiedenen Sektoren, so auch der Filmbranche, bestehen, hob Wille deswegen umso positiver hervor. Sie beteuerte, dass die Zusammenarbeit mit dem Schweizer Filmschaffen für die SRG von grosser Bedeutung sei: «Es überlebt nur wer starke Inhalte hat. Die SRG überlebt nur dank euch und euren Filmen. Die SRG braucht euch.»

«Der Markt könne das Kulturangebot nicht regeln», sagte Wille weiter. Dass der Markt dazu fähig sei oder sein müsste, sei eines der Argumente der Personen, die die Initiative befürworten. Gemäss dieser Vorstellung müsste die Nachfrage das Angebot gestalten. Diesem Prinzip widerspricht aber das Bedürfnis nach einem vielfältigen Kulturschaffen und erst recht der Verpflichtung der SRG, als Teil des Service public für alle Bevölkerungsgruppen und Sprachregionen Inhalte zu produzieren. Entsprechend, teile sich die Schweiz gleich in vier Märkte auf, so Wille. «Wir haben vielleicht eine der höchsten Medienabgaben in Europa, doch wir produzieren mit einem Budget von 1,2 Milliarden aus diesen Medienabgaben auch sehr effizient ein Programm in vier verschiedenen Sprachen.»

Sven Wälti, Leiter Film und des Pacte de l'audiovisuel, untermauerte diese Aussagen. Nach seiner Meinung gefragt, wieso der Pacte nicht beispielsweise durch eine Einordnung der SRG innerhalb der Investitionspflicht, der «Lex Netflix», ersetzt werden könnte, meinte er: «Das wäre möglich. Doch in der Investitionspflicht ist nur sehr wenig reglementiert, was der Pacte aber leistet.» Den investitionspflichtigen Unternehmen wird nicht vorgeschrieben, dass sie in Bezug auf Sprachregionen, audiovisuellen Formaten und Filmgattungen der Vielfalt verpflichtet seien.

«Ziel des Pactes ist es auch, die Unabhängigkeit der Branche zu fördern. Deswegen nehmen wir uns nur die Rechte, die wir wirklich brauchen.» Zudem leiste die SRG über das aktuelle bis 2027 festgelegte Budget von 34 Millionen Franken auch Festivalunterstützung und Promotionsarbeit. Diese Aktivitäten, wozu auch noch die umfangreiche Untertitelungsprozesse gezählt werden können, erhöhen die finanziellen Investitionen der SRG in die Schweizer Filmproduktion auf bis zu 50 Millionen Franken im Jahr.

«Die SRG steht hinter dem Pacte, der SRG ist der Pacte wichtig», so Wälti. Die Abstimmung zur Initiative steht zweifelsohne als Damoklesschwert über dessen Zukunft.

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