Laut Giona A. Nazzaro, dem Künstlerischen Leiter des Locarno Film Festival, steht Marcel Barelli für eine Haltung, die sich gegen stereotype oder oberflächliche Gefühle stellt: «Barelli hat einen verspielten und träumerischen Ansatz, die Welt neu zu denken und so zu gestalten, dass sie Menschen jeden Alters etwas zurückgibt. Für ihn bestehen Kino und Animation aus dem gleichen Stoff wie die Träume, die uns am meisten bedeuten.»
In Locarno feiert Marcel Barellis erster animierter Langfilm Mary Anning, chasseuse de fossiles im Rahmen der Locarno Kids Screenings seine Schweizer Premiere. Die Sektion wird dank der Unterstützung von der Mobiliar, der Hauptpartnerin des Festivals, ermöglicht. Inspiriert von einer bedeutenden Vorreiterin der Paläontologie, erzählt der Film die Geschichte der jungen, neugierigen und entschlossenen zwölfjährigen Mary, die nach dem Tod ihres Vaters ein geheimnisvolles Abenteuer beginnt. Zwischen Fossilien, Herausforderungen und neuen Freundschaften entdeckt sie die Kraft des Wissens – und findet ihren Platz in der Welt der Wissenschaft.
In derselben Sektion, die geschaffen wurde, um Kinder, Jugendliche und Familien in die Filmwelt einzuführen, werden sieben weitere Filme gezeigt, darunter viele Welt- und internationale Premieren. Das Programm umfasst Werke aus dem Bereich Animation, Dokumentarfilm, Historiendrama und Abenteuerfilm, vereint durch das zentrale Thema der Gemeinschaft. In einer zunehmend individualisierten Gesellschaft stehen Geschichten von Menschen im Mittelpunkt, die sich zusammenschliessen, um Herausforderungen gemeinsam zu meistern. Die Filme greifen aktuelle Themen auf – von Ökologie über Nationalismus bis hin zum Kampf gegen Armut und familiäre Krisen. Eine Reise, die stets den Wert des Spielens als kreative und verbindende Kraft im Blick behält, ganz im Sinne des Mottos: «Einer für alle!»