Branchenvereinbarung Vergütungen Drehbuch und Regie
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Branchenvereinbarung Vergütungen Drehbuch und Regie

PM 6. August 2025

Verband Filmregie und Drehbuch Schweiz (ARF/FDS)IG Unabhängige Schweizer Filmproduzenten SFP Schweizerischer Verband der FilmproduzentInnen / Swiss Film Producers‘ Association

Branchenvereinbarung zur Zusammenarbeit und neuen Vergütungs-empfehlungen für Schweizer Spiel- und Dokumentarfilme: Regie und Drehbuch

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Die vier nationalen Filmhersteller-Verbände ARF/FDS, GARP, IG und SFP arbeiten seit 2023 an gemeinsamen Empfehlungen für Lohn- und Honorarrichtlinien für Regie und Drehbuch. Die beiliegenden zwei Vereinbarungen finden auf alle Verhandlungen Anwendung, die ab sofort neu aufgenommen werden, und regeln darin die Zusammenarbeit zwischen Produktion und Regie/ Drehbuchautor:innen bei der Entwicklung und Herstellung von abendfüllenden Schweizer Kinofilmen.

Für die Entwicklung und Herstellung von Serien laufen separate Verhandlungen.

Aufwandrechner als Orientierungshilfe

Die vier Herstellerverbände haben sich im Januar 2025 darauf geeinigt, dass ab diesem Jahr der ARF/FDS-Aufwandrechner als Orientierungshilfe zur Festlegung der Entschädigung eingesetzt werden soll. Dieser prognostiziert den erwarteten Arbeitsaufwand für sämtliche Entwicklungs- und Herstellungsphasen.

Der Aufwandrechner ist somit ein zentrales Arbeitsinstrument für Regisseur:innen, welches in den Vertragsgesprächen mit den Produzent:innen für alle Beteiligten eine wichtige Orientierungshilfe zur Festlegung einer fairen Vergütung und zur Klärung der Modalitäten der Zusammenarbeit bietet. Er hilft dabei, möglichst konkret zu diskutieren, welche Aufgaben die Regie in den einzelnen Phasen der Filmherstellung (bis und mit Promotion) übernehmen soll und wie hoch der geschätzte Arbeitsaufwand dafür sein wird. Dieser Aufwand soll angemessen vergütet werden.

Beim Dokumentarfilm soll der Aufwandrechner auch in der Entwicklungsphase als Grundlage für die Ausarbeitung des Autor:innen-Vertrages dienen.

Spielfilm: Einigung auf eine Mindestentschädigung beim Drehbuch

Beim Drehbuch für einen abendfüllenden Kino-Spielfilm konnten sich beide Parteien auf eine absolute Mindestvergütung von CHF 75’000 einigen. Unterschiedliche Faktoren beeinflussen die tatsächliche Höhe des Honorars (u.a. die Erfahrung, Renommée, etc.).

Hingegen sind die Positionen der Verbände sowohl hinsichtlich der Regie-Entschädigungen wie auch bei den Erfolgsbeteiligungen im Spielfilm noch unterschiedlich. Während der ARF/FDS eine Mindestvergütung von CHF 135'000.- basierend auf dem Arbeitsaufwand empfiehlt, empfehlen die Verbände der Produzent:innen eine Mindestvergütung von CHF 90'000.-, wobei auch hier Faktoren wie Erfahrung; Renommée, etc. zusätzlich Einfluss auf die Lohnhöhe haben.

Ziel ist, dass beide Seiten im Verlauf einer 2-jährigen Umsetzungsphase den Aufwandrechner gemeinsam evaluieren und allfällige Anpassungen an der Vereinbarung vornehmen.

Dokumentarfilm: unterschiedliche Perspektiven

Beim Kino-Dokumentarfilm war es aufgrund der grösseren finanziellen und inhaltlichen Spannweite von Projekten schwieriger, allgemeinverbindliche Mindestpauschalen festzulegen.

Die Verbände sind sich aber auch hier einig: Der Zeit-Aufwand muss stärker berücksichtigt und das Projektbudget so ausgestaltet werden, dass der Aufwand angemessen entlöhnt werden kann. Die jeweiligen Empfehlungen divergieren sowohl in der Herstellung wie auch in der Entwicklung zurzeit noch. Dabei empfiehlt der ARF/FDS den Aufwand mit CHF 2’000-2'500.- pro Woche zu vergüten. Auch hier ist das erklärte Ziel, nach der Pilotphase von einem Jahr bzw. spätestens nach 2 Jahren die Auswirkungen des Aufwandrechners und der Empfehlungen auf die Entlöhnung der Dokumentarfilm-Regisseur:innen und Autor:innen zu evaluieren.

Weitere Schritte

In den nächsten Wochen werden die Herstellerverbände diese Vereinbarungen formell verabschieden und die Förderinstitutionen darüber informieren. Damit haben die Film-Herstellerverbände das Anliegen der letzten Kulturbotschaft aufgenommen, nationale Richtlinien für Löhne und Honorare für Kulturschaffende in vom Bund geförderten Kulturprojekten auszuarbeiten.

Links zu den Vereinbarungen: Spielfilm / Dokumentarfilm (PDF)

Kontakte für Rückfragen:

Barbara Miller, Präsidentin ARF/FDS, [email protected]

Thomas Tribolet, Rechtskonsulent Produzentenverbände, [email protected]

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