Ihre Firma Nebel Productions ist in den Bereichen Filmproduktion und Vermietung von hochwertigem Filmequipment tätig. Wie kam es zur Idee, das Geschäftsfeld auszuweiten und ein Studio zu bauen?
Im Bereich der Ausrüstungsvermietung arbeite ich mit einem Freund zusammen, Luigi «Gigi» Valtulini, und uns ist aufgefallen, dass es in der Schweiz kein mit allem Komfort ausgestattetes Filmstudio gibt. Im Tessin gab es früher die Polivideo in Riazzino, aber sie ist vor einigen Jahren in Konkurs gegangen. Wir uns auf dem Markt umgesehen und nicht allzu viel gefunden. Die ECAL und die ZHdK besitzen Studios, die sich jedoch an die Studierenden richten, im Raum Zürich ist ein gewisses Angebot vorhanden, und im Wallis wurden vor Kurzem Räumlichkeiten eingeweiht, die aber kleiner sind. Auch im restlichen nördlichen Europa gibt es nur wenige Studios dieser Grössenordnung, in den meisten Fällen handelt es sich um umgenutzte Lagerhallen.
Was sind die Besonderheiten des geplanten Studios und wie gross wird es sein? Worin unterscheidet es sich von anderen schweizerischen Filmstudios?
Es handelt sich um ein neuartiges Projekt, das für verschiedene Bedürfnisse entworfen und konzipiert wurde. Wir haben anderthalb Jahre gebraucht, um ein passendes Grundstück zu finden, in Grancia, ausserhalb von Lugano, nicht weit von der Autobahn, wo in 100 Metern Entfernung eine neue Ausfahrt entstehen wird. Die Gesamtfläche des Studios beträgt rund 2'300 Quadratmeter, davon sind 840 Quadratmeter Bühne, die Höhe beträgt 15 Meter, 12 Meter sind nutzbar. Das Studio wird mit einer grossen Klimaanlage ausgestattet, ein zunehmend unverzichtbarer Komfort, und wir erreichen auch eine sehr hohe Schalldämmung: Vom Boden bis auf zwei Meter Höhe haben wir 25 Dezibel, auch bei voll aufgedrehter Klimaanlage, was einem typischen Theaterstandard entspricht. Ausserdem setzen wir auf nachhaltige Lösungen: Aus Gründen der Wärme- und Schalldämmung ist das Studio ganz aus Holz, und das Dach wird mit Solarmodulen bestückt.
Worauf werden Sie den Fokus legen? Welche Art Produktionen möchten Sie in Ihrem Studio willkommen heissen?
Wir möchten Filme drehen, die Marktlücke für Produktionen stopfen, für die es grosse Kulissen braucht, beispielsweise eine Hausetage. Hier ist das möglich, sogar zwei Etagen, da 12 Meter zur Verfügung stehen. Ausserdem soll man auch Werbung drehen können. Das Projekt ist ambitioniert, wir haben auch weitere Nutzungsmöglichkeiten konzipiert. In Zusammenarbeit mit den Architekten haben wir dafür gesorgt, dass, dank entsprechender Zugangs- und Sicherheitstüren, auch Aufführungen und Veranstaltungen mit bis zu 300 Personen stattfinden können.
Tritt das Studio in Konkurrenz zu anderen Veranstaltungsorten, dem LAC beispielsweise?
Nein, im Gegenteil, wir sind schon im Gespräch über eine mögliche Kooperation mit der Stadt Lugano und stehen auch in Kontakt mit der Compagnia Finzi Pasca um Proberäumlichkeiten anzubieten. Wir können Theateraufführungen, aber auch besondere Firmenessen und andere Veranstaltungen empfangen. Es gibt eine Tiefgarage, zudem kann der ganze Vorplatz als Parkfläche genutzt werden.
Sie haben die Polivideo in Riazzino erwähnt, die 2018 schliessen musste, nach Jahrzehnten der Fernsehproduktionen mit der RSI, der RAI und Mediaset. Ist dieses Beispiel der Grund, warum Sie Ihr Studio multifunktional ausrichten?
Auf jeden Fall. Unser Studio will mehr bieten. Das Studiogebäude umfasst auch einen mehrstöckigen Teil mit einem Bereich für Sitzungen und einem Küchen- und Kantinenbereich – mit Blick auf die Bühne – und Garderoben im obersten Stock, die so konzipiert sind, dass Prominente sie mit grösster Diskretion betreten und verlassen können. In einem Raum neben den unterirdischen Parkplätzen stehen 100 Quadratmeter für Kostüme zur Verfügung, und auf dem Gelände gibt es weitere leere Lagerhallen, insgesamt rund 350 Quadratmeter, auf denen die Schreinerei und die Lagerräume untergebracht sind, es wird also auch möglich sein, Kulissen aufzubewahren. Direkt mit dem Studio verbunden ist ein fünf Meter hoher Raum für den Ausrüstungsverleiht, dort werden auf 100 Quadratmetern Leuchten, Kameras und Objektive untergebracht sein.
Bei Produktionen auf hohem Niveau werden gewisse Annehmlichkeiten und Dienstleistungen als selbstverständlich vorausgesetzt, und Sie widmen diesen Aspekten grosse Aufmerksamkeit. In welcher Grössenordnung möchten Sie sich bewegen?
International, mit Bodenhaftung. Wir besuchen alle Märkte, waren in Berlin, Cannes, auch indische Produzenten zeigten Interesse. Eine Frage bringt uns aber immer in Verlegenheit: Wunderbar, aber warum sollte ich im Tessin drehen? Welche wirtschaftlichen Anreize haben Sie mir zu bieten, ausser Ihrem Studio?
Fehlt es in der Schweiz an Massnahmen, die diese Arbeit erleichtern könnten?
Meiner Meinung nach würde es viele Probleme lösen, wenn es auch in der Schweiz ein System der Steuergutschrift gäbe. Es würde die lokale Wirtschaft fördern und mehr Interesse vonseiten internationaler Produktionen generieren. In Grossbritannien beträgt der «Tax Credit» 31.8 Prozent, in Italien liegt er bei 40 Prozent. Auch eine Steuergutschrift von nur 20 Prozent wäre meiner Meinung nach wirksamer als der heutige FiSS mit ihren komplexen und einschränkenden Regeln.
Sind Sie in Kontakt mit anderen Institutionen oder Akteuren der Filmbranche?
Die Ticino Film Commission kennt das Projekt und unterstützt uns offen, ebenso das CISA in Locarno. Im Gebiet Zürich sind wir auf der Suche nach Partnern: Wenn dort Bedarf nach einem Studio besteht, stellen zweieinhalb Stunden Autofahrt bestimmt kein Hindernis dar. Die Transportkosten sind ein Problem in der Schweiz, aber wenn man die Filmbranche im Land halten will, muss man Lösungen finden. Nächstes Jahr werden wir die Film Commission Lucerne treffen und auch mit den anderen schweizerischen Kommissionen Kontakt aufnehmen.
In den vergangenen Jahren wurden in der Schweiz erfolgreiche Fernsehserien wie «Tschugger» produziert, im Tessin entstand «Alter Ego». Interessiert Sie diese Sparte?
Die Lagerräume sind auch für solche Produktionen da. Wenn jemand für mehrere Staffeln einer Serie oder eine wiederkehrende TV-Sendung bestimmte Kulissen braucht, können wir sie lagern und bei Bedarf wieder im Studio aufbauen.
Und die Nähe zu Italien?
Die ist sehr positiv. Wir haben uns die Preise angesehen und festgestellt, dass wir konkurrenzfähig sind. In Mailand werden viele Werbespots gedreht, und die Preise sind viel höher, als angebracht wäre. Ausserdem haben wir fortschrittliche Technik im Angebot: Wir wollen eine LED-Videowand installieren, die Traglast des Fussboden beträgt 1'000 Kilogramm pro Quadratmeter und an der Decke sind 48 Haken angebracht, die je 500 Kilogramm tragen. Es wäre möglich, zehn Autos aufzuhängen.
Wir befinden uns in Räumlichkeiten neben der Baustelle des Studios, Sie haben hier Ihre Büros, es ist aber auch eine andere in der Filmbranche tätige Firma hier ansässig. Welche, und warum haben Sie sich zusammengetan?
Ich möchte, dass in diesem Gebäude eine andere Art der Produktion von Werbung und Filmen zum Leben erweckt wird, aus diesem Grund hat hier auch die Produktionsfirma True Color ihren Sitz, die ich sehr schätze und zu der ich eine enge Verbindung habe. Sie ist international tätig und steht für eine bestimmte Ästhetik. Wir sind ins gleiche Gebäude gezogen, um die Kundschaft zu kanalisieren. Die Idee ist, dass man hier mit einem Drehbuch reingehen und mit einem fertigen audiovisuellen Produkt wieder rauskommen kann. Auf diesen 750 Quadratmetern gibt es alles für die Postproduktion: Räume für Schnitt und Farbkorrektur, und im Frühjahr kommt auch ein Tonraum dazu.
Wie sieht der Zeitplan für die Arbeiten aus?
Sie werden im September 2025 abgeschlossen sein, wir rechnen damit, den Betrieb im Januar 2026 aufnehmen zu können.
Wie fühlen Sie sich in der aktuellen Phase des Projekts?
Zu Beginn war ich sehr euphorisch, aber auch sehr unerfahren. Jetzt sehe ich Tag für Tag die Fortschritte und bin trotz gewisser Ängste überzeugt, dass es dieses Studio braucht und dass der Plan aufgehen wird.
Versione originale italiana
Nebel Studios: un progetto per lavorare su scala internazionale
Incontro con Alessio Di Naro, fondatore della Nebel Productions e persona a capo dell’ideazione di un nuovo studio cinematografico all’avanguardia - il più ampio in Svizzera - che sarà operativo in Ticino da gennaio 2026.
La sua società, Nebel Productions, si occupa di produzioni cinematografiche e di noleggio di materiale per riprese di alta qualità. Come mai ha deciso di ampliare il suo business costruendo uno studio?
Insieme a Luigi «Gigi» Valtulini, amico con cui collaboro per il noleggio di materiale, ho iniziato a pensare che uno studio cinematografico ben equipaggiato e con tutti i comfort è qualcosa che manca in Svizzera. In Ticino esisteva la Polivideo a Riazzino ma è fallita da diversi anni, così abbiamo svolto delle indagini di mercato e non abbiamo trovato molte strutture analoghe. L’Écal e la ZHdK possiedono degli studi ma sono destinati agli studenti, c’è qualcosa nell’area di Zurigo e da poco è stato inaugurato un nuovo spazio in Vallese, ma non di questa grandezza. Anche nel resto del nord Europa ci sono poche infrastrutture di queste dimensioni e nella maggior parte dei casi sono magazzini riadattati.
Quali sono le specifiche e le dimensioni dello studio? Cosa lo rende diverso dagli altri presenti in Svizzera?
Questo è un progetto nuovo, disegnato e pensato per diverse esigenze. Ci abbiamo messo un anno e mezzo a trovare il terreno adatto, a Grancia, fuori Lugano, vicino all’autostrada dove in futuro, a 100 metri di distanza, dovrebbe aprirsi un nuovo svincolo. La superficie totale del progetto studio è di circa 2300 m2, di questi 840 m2 di platea, con 15 metri di altezza, dei quali 12 utilizzabili. L’abbiamo dotato di un grosso impianto per l’aria condizionata, un comfort che sarà sempre più indispensabile, e siamo riusciti ad ottenere anche un’insonorizzazione molto elevata: a terra, fino a 2 metri, abbiamo 25 decibel, uno standard tipico del teatro, anche con l’aria condizionata al massimo. Inoltre, abbiamo voluto implementate soluzioni sostenibili: lo studio sarà tutto in legno, per un discorso di insonorizzazione termica e acustica, e avremo pannelli solari sull’intera superficie del tetto.
Quale focus vedete per il progetto? Che produzioni vorreste accogliere?
Il tutto nasce per fare cinema, per riempire quel buco di mercato dove può servire costruire una grande scenografia, ad esempio il piano di una casa. Qui si può fare, anche di due piani, avendo 12 metri d’altezza a disposizione. Oltre al cinema vogliamo che sia un luogo per realizzare pubblicità ma il progetto è ambizioso, quindi abbiamo sviluppato altre possibili funzioni. Lavorando con gli architetti siamo riusciti a permettere, tramite le porte d’accesso e di sicurezza, un’affluenza di 300 persone, quindi si possono ospitare anche spettacoli ed eventi.
Volete entrare in concorrenza con altre strutture, come il LAC ad esempio?
No, anzi, siamo già in conversazione con la Città di Lugano per poter collaborare e siamo in contatto con la Compagnia Finzi Pasca per lo spazio necessario alle loro prove. Possiamo ospitare spettacoli ma anche cene aziendali di un certo tipo e altri eventi. Ci sono parcheggi sotterranei ma tutto il piazzale esterno può ospitare altre automobili .
Prima ha citato la Polivideo di Riazzino che, dopo decenni di produzioni televisive con RSI, con la RAI e Mediaset, ha chiuso la sua attività nel 2018. È stato un esempio che vi ha spinti a differenziare le funzioni dello studio?
Sicuramente. Il nostro progetto vuole offrire qualcosa in più. Nel complesso dello studio è stata sviluppata una parte con più piani che accoglie una zona riunioni e regia, una zona cucina con mensa - il tutto con vista sul plateaux - e all’ultimo piano i camerini, che sono pensati anche per ospitare personaggi famosi, in modo da farli entrare e uscire in maniera del tutto riservata. Di fianco ai parcheggi sotterranei ci sono anche 100 m2 per i costumi e nella proprietà ci sono altri capannoni liberi, di circa 350 m2, per ospitare la falegnameria e i magazzini, in modo da gestire anche le scenografie. Collegato allo studio poi c’è lo spazio per l’equipaggiamento destinato al noleggio, dove in 100 m2, con muri alti 5 metri, si troveranno luci, videocamere e lenti.
Avete dato molta attenzione all’accoglienza, per produzioni di alto livello che certe comodità e certi servizi li danno per scontati. Su che scala immaginate di muovervi?
Internazionale, con realismo. Stiamo frequentando tutti i mercati, siamo stati a Berlino, a Cannes, abbiamo riscontrato interesse anche da parte di produttori indiani ma c’è sempre una domanda che mette in difficoltà, quando mi dicono «bello, ma perché dovrei venire a girare in Ticino? Oltre allo studio, che incentivi economici puoi offrirmi?»
Pensa che in Svizzera manchino delle misure che potrebbero facilitare questo lavoro?
Credo che se anche la Svizzera avesse un tax credit si risolverebbero molti problemi, incrementando l’economia locale e creando un maggiore interesse da parte delle produzioni internazionali. Nel Regno Unito il tax credit è il 31.8%, in Italia è il 40% (non automatico, ndr.). Anche solo un credito d’imposta del 20% sarebbe più utile dell’attuale PICS (Promozione degli investimenti cinematografici in Svizzera, ndr.), che ha regole complesse e limitanti, secondo me.
Avete avuto contatti con istituzioni o altri attori del settore?
La Ticino Film Commission conosce il progetto e ci sostiene apertamente, così come il CISA di Locarno. Stiamo cercando dei partner su Zurigo: se da quelle parti dovesse mancare uno studio non credo che due ore e mezza d’auto siano troppe. Il problema in Svizzera sono i costi di trasporto, ma se si vuole mantenere questa industria nel Paese bisogna anche trovare soluzioni. L’anno prossimo incontreremo la Film Commission di Lucerna e prenderemo contatto anche con le altre sul territorio nazionale.
In Svizzera si sono prodotte in questi anni serie tv di successo, come «Tschugger», e anche in Ticino ci sono state delle esperienze, come quella di «Alter Ego». È un settore che v’interessa?
La zona dedicata ai magazzini è pensata anche per queste produzioni. Se qualcuno dovesse aver bisogno della stessa scenografia più volte, per girare diverse stagioni di una serie o un programma tv ricorrente, si possono stoccare le scenografie per rimontarle in studio quando servono di nuovo.
E la vicinanza con l’Italia?
È molto positiva. Ci siamo confrontati con i loro prezzi e riusciamo ad essere concorrenziali. A Milano girano numerosi spot e le tariffe sono più alte di quello che dovrebbero essere. Inoltre noi proponiamo qualcosa di più avanzato tecnologicamente: stiamo programmando anche l’installazione di un Led Wall, il pavimento regge 1000 kg a metro quadro e sul soffitto abbiamo 48 ganci, ognuno capace di reggere 500 kg. Potenzialmente si possono sospendere 10 automobili.
Lo spazio dove ci troviamo, di fianco al cantiere dove sta sorgendo lo studio, è la sede dei vostri uffici ma ospita anche altre realtà attive nell’audiovisivo. Quali sono e perché le avete coinvolte?
Vorrei che in questa palazzina prendesse vita un modo diverso di fare pubblicità e cinema, per questo qui ha sede anche la casa di produzione True Color, che stimo e con cui c’è un legame. Lavorano su scala internazionale e propongono un certo tipo di estetica, ci siamo spostati nello stesso posto per convogliare la clientela. L’idea è che si possa entrare qui dentro con la sceneggiatura ed uscire con un prodotto audiovisivo finito. In questi 750 m2, c’è tutto quello che serve per la post produzione: sale di montaggio, di color grading e avremo anche quella per il suono in primavera.
Quali sono le tempistiche dei lavori?
A settembre 2025 saranno conclusi, ci aspettiamo di essere operativi a gennaio 2026.
Come si sente a questo punto del progetto?
Inizialmente c’era molta euforia, ma anche tanta inesperienza. Ora vedo i progressi ogni giorno e, nonostante l’ansia, sono convinto che questa struttura sia necessaria e che il progetto funzionerà.