Mutiges Projekt für audiovisuelle Produktionen im Wallis
Bei der Eröffnung des Studio13 in Sion. © Valais Films

Mutiges Projekt für audiovisuelle Produktionen im Wallis

Adrien Kuenzy 10. Januar 2025

In Sion entsteht in einem ehemaligen Theater das grösste Filmstudio der Westschweiz. Mit seiner modularen Infrastruktur möchte Studio13 lokale und internationale Produktionen anlocken, die nach Flexibilität suchen.

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Studio13 entstand nicht von heute auf morgen. «Dieses Projekt beschäftigt uns seit zehn Jahren», erklärt der neue Präsident des Verbands Valais Films und Hausherr Vincent Savoy. Nach mehreren missglückten Anläufen nahm die Idee 2021 dank der Finanzierungen aus der Covid-19-Kulturverordnung Gestalt an. «Wir erhielten 300'000 Franken, plus 60'000 Franken von der Loterie Romande. Mit den Investitionen der Stadt Sion in das Gebäude kamen so insgesamt rund 700'000 Franken zusammen».

Das ehemalige Theater wurde umgebaut, um die Bedürfnisse moderner Produktionen zu erfüllen und zugleich flexibel zu bleiben für eine allfällige Umnutzung. «Wir wollten, dass die Lokalität, falls nötig, auch anders genutzt werden kann, doch wir sind zuversichtlich», betont Savoy. Im Zuge der Umbauarbeiten, die insbesondere eine Totalrenovierung des Dachs zwecks Schallisolation umfassten, wurden hunderte Stunden Freiwilligenarbeit geleistet.

Den Bedürfnissen gerecht werden

Studio13 bietet auf insgesamt 850 Quadratmetern zwei modulare Filmsets mit 400 Quadratmetern und 100 Quadratmetern Fläche. Das grössere ist für höchste technische Ansprüche ausgestattet, mit einem 125-Ampere-Stromanschluss und zwei 32-Ampere-Leitungen, während das kleinere zwei 32-Ampere-Anschlüsse bietet. Dank dieser Installationen eigenen sie sich für die unterschiedlichsten Produktionen, von Werbespots bis zu Spielfilmen.

Die Wände bestehen aus Beton, Fermacell-Platten und Steinwolle für eine optimale Isolation. «Die Holzzement-Platten verbessern auch die Akustik im Studio», so der Präsident. Ein überraschendes Detail ist der Gummi-Wandschutz, der die Wände bis zu einer Höhe von 1,50 Metern vor Gebrauchsspuren durch Geräte schützt.

Der Boden wurde im Rohzustand belassen, um den Kulissenbau zu vereinfachen. «So kann unbesorgt gearbeitet werden, denn es ist nicht weiter schlimm, wenn ein Hammer oder eine Schraube zu Boden fällt. Auch einige Kameraleute bevorzugen Betonböden». An manchen Stellen wird dennoch ein Harz aufgetragen, um Unebenheiten auszugleichen.

Das Studio verfügt auch über Wasserinstallationen mit Hauptanschluss und entsprechendem Ablauf, um Szenen mit Regeneffekten zu drehen – eine Seltenheit in der Region.

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Bei der Eröffnung des Studio13 in Sion. © Valais Films

Ein komplettes Ökosystem

Studio13 bietet nicht nur Filmsets. Die Logen, Garderoben- und Maskenräume sowie der Kinosaal mit 20 Plätzen wurden angelegt, um den Filmteams einen optimalen Komfort zu bieten. «Wenn man bis zu 40 Fachkräfte empfängt, muss man entsprechende Räumlichkeiten anbieten, einschliesslich Kantine und professioneller Küche».

Besonderes Augenmerk galt auch der Sicherheit und der Modularität der Räumlichkeiten. Elektronische Schlösser und ein Badge-System werden demnächst installiert, um den Zugang flexibel zu regeln. Zudem verfügt das Gebäude über spezielle Lagerräume für Kamera- und Beleuchtungsmaterial.

«Wir wollen nicht von öffentlichen Subventionen abhängig sein. Das Studio muss finanziell selbsttragend sein und bezahlbar bleiben», unterstreicht Savoy. Die Preise beginnen bei 1'400 Franken pro Tag für das grosse Set und 400 Franken für das kleine, mit Rabatten für Langzeitmieten.

Als Nächstes sind Investitionen von geschätzt 300'000 Franken für die Installation von Traversen zur Aufhängung von Beleuchtungsmaterial und einen DCP-Projektor für den Kinosaal geplant. Ein Traversensystem ist ein Muss, wenn grössere Produktionen angelockt werden sollen.

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Bei der Eröffnung des Studio13 in Sion. © Valais Films

Ein strategischer Ort für das Wallis

So könnte Studio13 eine Schlüsselrolle für die Attraktivität des Wallis als «Land der Drehorte» zukommen. In Zusammenarbeit mit der Valais Film Commission positioniert sich das Studio auch als ideales Cover-Set für Aussenszenen, die oft wetterabhängig sind. Gemäss Savoy wäre das Studio zum Beispiel für Serien wie «Tschugger» geeignet, die mit mehreren fixen Kulissen arbeiten. «Für eine 40-tägige Produktion kann ein Studio 10 bis 15 Prozent der Zeit abdecken. So ist man besser auf unvorhergesehene Ereignisse vorbereitet und kann auf immer wiederkehrende Kulissen zurückgreifen», erklärt er. Mit Entwicklungsprojekten wie einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach verfolgt Studio13 nicht nur eine ehrgeizige, sondern auch eine nachhaltige Strategie.

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