Für eine starke Standortförderung
Matthias Michel über eine Stärkung des Standorts Schweiz.
Silvia Posavec 10. November 2025
Im Rahmen des grenzüberschreitenden CinEuro-Netzwerkes hat Balimage einen Workshop zum Thema Stoffentwicklung fürs Serienformat ermöglicht.
Anlässlich der vierten Ausgabe des Basler Serienfestivals richtete der Verein Balimage in Basel einen CinEuro-Workshop aus, der sich dem Thema «Stoffentwicklung – Erzählen in einer Serie» widmete. Im Mittelpunkt der ganztägigen Veranstaltungen standen Jan Schomburg, Autor der deutsch-dänischen Serie «Die Affäre Cum-Ex» (2025), und Jan Galli, Co-Autor der deutsch-luxemburgischen Serie «Bad Banks» (2018–2020). Als Auftaktveranstaltung des Serienfestivals teilten die beiden Drehbuchautoren ihre Praxiserfahrungen mit den Teilnehmenden und setzten sich mit den strukturellen Herausforderungen des seriellen Erzählens sowie mit unterschiedlichen Ansätzen der Kooperation – innerhalb und jenseits des «Writers’ Rooms» – auseinander.
Balimage, das sich der Förderung von Film und Medienkunst in der Region Basel verschrieben hat, steht hinter dem kostenfreien Angebot und ist offizieller Partner von CinEuro. Das grenzüberschreitende Netzwerk vernetzt entlang der Oberrheinregion Filmschaffende und audiovisuelle Projekte – begleitet die Entstehung von Koproduktionen, veranstaltet «Film Labs» und zeichnet herausragende Projekte aus – und stärkt so die Entwicklung regional verankerter Geschichten. Entstanden ist CinEuro 2018 als Initiative, in der sich die Grenzregionen aus der Schweiz, Deutschland und Frankreich zu einem gemeinsamen Netzwerk zusammenschlossen. Seit 2020 gehören auch Wallonien, Region Brüssel und Luxemburg dazu; heute gilt CinEuro mit fast 40 beteiligten Organisationen als Modell grenzüberschreitender Zusammenarbeit über Länder- und Sprachgrenzen hinweg. Balimage zählt dabei zu einer Kerngruppe von acht Partnerorganisationen, die intensiv miteinander kooperieren.
Der kostenfreie Workshop «Stoffentwicklung» im Basler Kino Küchlin veranschaulichte den Kerngedanken von Vernetzung und Kooperation auf gelungene Weise. Unter den rund 30 Gästen aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz befanden sich erfahrene Drehbuchautoren und -autorinnen, Filmschaffende, Kunstschaffende und Nachwuchstalente. Die zwei vorgestellten Serienprojekte, die als europäische Koproduktionen entstanden sind, spannten einen gemeinsamen thematischen Bogen und gewährten aufschlussreiche Einblicke in die Entstehungsphase von Serienstoffen. Moderierte Fragerunden ermöglichten den Teilnehmenden nach den praxisnahen Vorträgen, konkrete Fragen zu stellen und sich intensiver mit der Gruppe auszutauschen. Der Workshop fügte sich zudem gut in das Konzept des Serienfestivals Basel ein, das sich künftig noch stärker als Netzwerkveranstaltung positionieren möchte.
Austausch und Weiterbildung miteinander zu verbinden und mit themenbezogenem Praxiswissen anzureichern, hat sich bei Balimage als erfolgreich erwiesen. Bereits im Juni konnte eine vorangegangene Veranstaltung mit der Schweizer Filmemacherin und Regisseurin Anna Thommen («Naima», 2023) und der französischen Autorin Claudia Marschal («Dans notre paradis» durchgeführt werden. In dem von ihren geleiteten Dokumentarfilm-Workshop stand das komplexe Thema filmischer Langzeitbeobachtungen in Dokumentarfilmprojekten im Fokus. Im kommenden Jahr will Balimage zusammen mit CinEuro weitere Veranstaltungen zum Thema Stoffentwicklung anbieten und hat unter dem Titel «Kompetenzzentrum Stoffentwicklung Basel» ein grösseres Projekt zur Förderung von Autoren und Autorinnen ins Auge gefasst. Auch künftig möchte sich Balimage als Impulsgeber für Filmschaffende positionieren und gemeinsam mit CinEuro die Entwicklung audiovisueller Formate und Filmprojekte in Basel vorantreiben.
