Mut zum imperfekten Ablauf
Noha Badir, Stefan Gubser, Gianni Blumer und Caitlin Friedly beim Dreh von «Undercover inklusiv». © Rahel Spirig

Mut zum imperfekten Ablauf

Teresa Vena 19. September 2025

In Philip Spaars Kurzfilm «Undercover inklusiv» wollen drei Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung eine Bank überfallen.

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In Philip Spaars Kurzfilm «Undercover inklusiv» wollen drei Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung eine Bank überfallen. Dass man sie unterschätzt, nutzen sie zu ihrem Vorteil. Und sie wollen ernstgenommen, nicht wie Kinder behandelt werden. Das tat die Produktion um den Regisseur Spaar. In einer gemeinsamen praktischen Übung mit Mitgliedern des Theater HORA in Zürich stellte er sein Drehbuch auf die Probe. «Improvisation ist ihre Stärke», sagt er über die Darsteller, die er vor Ort traf. «Die Geschichte passten wir mit ihren Ideen und inspiriert von ihren Reaktionen an.»

Drei Personen übernahmen die Hauptrollen, andere aus dem Theaterensemble traten als Statisten auf. Eineinhalb Wochen wurde geprobt und fünf Tage gedreht. «Es ist etwas Magisches entstanden», schwärmt Spaar. Mut, Geduld und Flexibilität, die er bewies, zahlten sich aus. «Wir haben Szenen oft wiederholt, Text vorgesagt und an sich die Abläufe entschleunigt». Dazu gehörte es beispielsweise, kürzere Arbeitstage zu haben und auf genügend Pausen zu achten. Auch gesundheitliche Vorsichtsmassnahmen mussten beachtet werden, um Menschen mit oft fragilem Immunsystem zu schonen.

Spaar wolle Filme machen, «die etwas bewegen». Darin hat er Mitstreiter gefunden, die angesichts ihrer Sympathie zum Projekt teilweise ehrenamtlich arbeiteten. Sie haben es ermöglicht, dass die Idee, die die letzten zwanzig Jahre in Spaar heranwuchs, umgesetzt werden konnte: «Eine Geschichte erzählen, in der Menschen mit Behinderung aktive Figuren sind und nicht am Rand stehen. Als Teil der Gesellschaft verdienen sie eine Bühne.»

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