Was bleibt nach Travis Scotts Tessiner Intermezzo?

Was bleibt nach Travis Scotts Tessiner Intermezzo?

Chiara Fanetti 18. September 2026

Einige Wochen nach dem Dreh, der den bekannten Rapper Travis Scott nach Bellinzona geführt hat, betrachten wir diese Produktion aus einem anderen Blickwinkel: Der Fokus liegt nicht auf dem berühmten Namen und der daraus erfolgten Sichtbarkeit, sondern auf dem Zusammenspiel, das ein solches Projekt überhaupt erst ermöglicht hat.

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Der Videoclip «When I’m Home» von Travis Scott, James Blake und Ludwig Göransson, der im Abspann von Christopher Nolans «The Odyssey» läuft, bezog das Castelgrande und andere Orte des Sopraceneri in eine international stark wahrgenommene Produktion ein. Das Projekt sei «sehr kurzfristig und überraschend» ins Tessin gekommen, erzählt Lisa Barzaghi, Leiterin der Ticino Film Commission. Der erste Kontakt erfolgte über eine Zürcher Produktions- und Dienstleistungsfirma, die ihrerseits von einem US-amerikanischen Unternehmen beauftragt worden war und für die ganze Organisation nur wenig mehr als einer Woche Zeit hatte. Was zunächst unkompliziert klang – einige Stunden Dreharbeiten in der Burg –, entwickelte sich zu einem grossen Unterfangen mit einem zweiten Drehort, Genehmigungen für Tiere, logistischen Wünschen und der Beherbergung einer 50-köpfigen Truppe.

Netzwerk ist alles

Die Rolle der Film Commission konzentrierte sich vor allem auf die Koordination eines Netzwerks unterschiedlicher Ansprechpartner, von der Stadt Bellinzona über die Verantwortlichen der Burg und die Tourismusorganisationen bis hin zu kantonalen Ämtern und Hotels. «Besonders Produktionen von ausserhalb kommen fast nicht an uns vorbei, gerade weil wir Leute miteinander in Kontakt setzen können und wissen, an wen man sich wie wenden muss, damit ein Vorhaben auch wirklich umgesetzt werden kann», erklärt Barzaghi. Das merkte auch besagte Zürcher Firma: Nachdem diese sich zunächst selbst um die Organisation vor Ort hatte kümmern wollen, zog sie letztlich die Film Commission bei, um eine erfolgreiche Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure zum Zeitpunkt des Drehs zu gewährleisten, der innerhalb von nur 24 Stunden stattfand.

Die Zahl der Beteiligten aus der Tessiner Filmbranche blieb hingegen überschaubar: Die Truppe aus Zürich war bereits weitgehend zusammengestellt, auch wenn einige lokale Kräfte beim Dreh mitwirken konnten. Barzaghi zufolge ist es unrealistisch zu erwarten, dass eine grosse internationale Produktion sich komplett auf lokale Fachkräfte stützt. Dennoch bleibt es eine Priorität, dass Tessiner Fachleute an der Seite zugereister Teams arbeiten können: Auf diese Weise kommen sie in Kontakt mit Produktionsarten und Setgrössen, die sie sonst schwerlich kennenlernen würden.

Es braucht nicht nur Sichtbarkeit

Ein wiedererkennbarer Drehort, ein effizientes Netzwerk und die Verfügbarkeit lokaler Fachkräfte allein machen aber noch nicht wettbewerbsfähig. Das Thema der finanziellen Anreize bleibt für grosse internationale Filmproduktionen zentral. «Das Tessin und generell die Schweiz sind für grosse Filmproduktionen unattraktiv», betont Barzaghi. Ein Thema, für das es nationale Massnahmen brauche und an dem man arbeite.

Die gelungene Arbeit im Zusammenhang mit Nolans «The Odyssey» sollte nicht dazu führen, dass man nun um jeden Preis ähnliche Produktionen anzuziehen versucht. Die entstandene Sichtbarkeit gehört sicher zu den positiven Auswirkungen des Ganzen, interessant für die Tessiner Filmbranche ist aber vor allem der Beweis, dass das lokale Netzwerk einer Herausforderung dieser Grössenordnung gewachsen ist. Auf dieser Basis kann das Tessin daran arbeiten, nach und nach attraktiver zu werden.

Versione originale italiana

Dopo Travis Scott, cosa resta al territorio

Di Chiara Fanetti

A qualche settimana dalle riprese che a luglio hanno portato il famoso rapper Travis Scott a Bellinzona, si può guardare all’operazione anche da una prospettiva diversa: non tanto il nome famoso e la visibilità che ne è derivata, quanto le dinamiche che hanno reso possibile il progetto.

Il videoclip di «When I’m Home», brano di Travis Scott, James Blake e Ludwig Göransson legato ai titoli di coda di «The Odyssey» di Christopher Nolan, ha portato Castel Grande e altri luoghi del Sopraceneri all’interno di una produzione dalla forte visibilità internazionale. Il progetto è arrivato in Ticino «molto velocemente, a sorpresa», racconta Lisa Barzaghi, direttrice della Ticino Film Commission. Il primo contatto è giunto da una casa di produzione e service di Zurigo, a sua volta attivata da una società statunitense, con poco più di una settimana per organizzare il tutto. Quella che inizialmente sembrava una richiesta semplice — qualche ora di riprese alla Fortezza — si è progressivamente articolata, con una seconda location, autorizzazioni per la presenza di animali, esigenze logistiche e l’alloggio per una troupe di una cinquantina di persone.

Il valore della rete

Il ruolo della Film Commission si è concentrato soprattutto sul coordinamento di una rete di interlocutori diversi, dalla Città di Bellinzona ai responsabili della Fortezza, dagli enti turistici agli uffici cantonali e alle strutture alberghiere. «Un nostro coinvolgimento, soprattutto per chi viene da fuori, è praticamente necessario proprio perché abbiamo questa capacità di mettere in rete, di sapere chi e come contattare per far sì che poi le cose possano succedere», spiega Barzaghi. Una necessità di cui si è resa conto anche la società zurighese: inizialmente orientata a gestire autonomamente l’organizzazione sul territorio, si è poi appoggiata alla Film Commission per fare in modo che i diversi soggetti potessero contribuire a realizzare le riprese, svoltesi nell’arco di sole 24 ore.

La partecipazione del tessuto professionale audiovisivo locale è stata invece limitata: la troupe era in gran parte già costituita e proveniva da Zurigo, anche se alcune figure del territorio sono state coinvolte durante le riprese. Secondo Barzaghi, non è realistico immaginare che una grande produzione internazionale possa affidarsi interamente a professionisti locali. Rimane però prioritario permettere ai professionisti ticinesi di lavorare, quando possibile, accanto a équipe che arrivano da fuori, entrando in contatto con modalità produttive e dimensioni di set che difficilmente avrebbero modo di sperimentare altrimenti.

Oltre la visibilità

Una location riconoscibile, una rete efficiente e la disponibilità di professionalità locali non bastano però, da sole, a risolvere la questione della competitività. Per le grandi produzioni cinematografiche internazionali rimane centrale il tema degli incentivi finanziari. «In Ticino, ma in generale in Svizzera, non siamo attrattivi per le grosse produzioni cinematografiche», sottolinea Barzaghi, ricordando come questo sia un tema che richiede un intervento a livello nazionale e sul quale si sta lavorando.

La buona riuscita dell’operazione legata a «The Odyssey» di Nolan non deve però diventare un modello da replicare per cercare di attirare produzioni simili a tutti i costi. La visibilità che ne è derivata è certamente una delle ricadute positive di quanto fatto, ma per il settore audiovisivo ticinese il risultato più interessante è aver verificato sul campo che la rete funziona anche di fronte a una sfida di questo livello. È una delle condizioni su cui costruire, nel tempo, una maggiore attrattività.

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