Junge Tessiner und Tessinerinnen für die Welt des Kinos
 Il team #cine Lugano 2024-2025 con il coordinatore Alan Koprivec. © Alan Koprivec

Junge Tessiner und Tessinerinnen für die Welt des Kinos

Chiara Fanetti 25. Juli 2025

Im Tessin gibt es neue Angebote, die Jugendliche an das Kino heranführen sollen. Initiativen von ihnen und für sie: Spontane, über das Medium Film vermittelte Zusammenschlüsse, die mit wenig Pflichten, regem Austausch, Freiheit und der Möglichkeit verbunden sind, aktiv mitzuwirken.

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#cine Lugano

Der Verein #cine ist in der ganzen Schweiz aktiv, der einzige italienischsprachige Ableger ist aber die Gruppe in Lugano. #cine bietet erschwingliche Vorführungen von Kinofilmen für 14- bis 20-Jährige an, ausgewählt von Gleichaltrigen. Koordinator von #cine Lugano ist seit 2024 Alan Koprivec, 28-jähriger Regisseur.

Worin besteht Ihre Aufgabe?

Ich unterstütze eine Gruppe von 12 Jugendlichen bei der Organisation der monatlichen Filmvorführung und des Begleitprogramms, jeweils von September bis Juni. Wir treffen uns jede Woche zum gemeinsamen Arbeiten und um in Kontakt zu bleiben. Kontinuität ist wichtig: Manchmal melde ich mich auch nur im Chat, um zu fragen, wie es ihnen geht, oder um eine Idee vorzuschlagen. Die Mitglieder stammen aus Lugano, dem Locarnese und dem Mendrisiotto.

Beteiligen die Jugendlichen sich aktiv?

Die meisten schon. Mir ist es wichtig, sie direkt zu fragen, welche Aufgabe sie übernehmen möchten: Den Abend fotografieren? Ihn filmen? Die Beiträge für die sozialen Medien gestalten? Den nächsten Film oder eine Aktivität vorschlagen? Wir tauschen uns immer aus, aber sie können frei entscheiden, auf welche Weise sie sich beteiligen wollen, sie könnten auch einfach nur zur Filmvorführung kommen. Aber darauf beschränkt sich eigentlich niemand.

Wie erklären Sie sich das?

Die Jugendlichen fühlen sich verantwortlich: Wenn eine Veranstaltung gelingt, ist das ihr Verdienst. Genau darum geht es im Projekt: Vertrauen schenken und Autonomie lassen. Natürlich läuft nicht immer alles glatt, wegen ihres Alters oder weil Prüfungen oder andere Verpflichtungen dazwischenkommen, aber das ist normal.

Wie wählen Sie die Filme aus?

Wir schauen uns zusammen die Filmstarts an und suchen interessante, manchmal auch eigenwillige Titel aus, die bereits im Programm unabhängiger Kinos sind. Auf diese Weise können wir auch die Kosten für die Rechte umgehen. Wir hoffen, in Zukunft weitere Kooperationen eingehen zu können, beispielsweise mit der Cinémathèque, um auch alte Filme anzubieten.

Arbeiten sie mit anderen Akteuren aus Kultur und Film zusammen?

Ja, mit dem Film Festival Diritti Umani in Lugano, den Kinosälen von JFC Cinema, der Buchhandlung Il Segnalibro, die uns mit Büchern zu «The Zone of Interest» (Jonathan Glazer, 2023) versorgte. Wir haben Workshops und Kurzfilmtage mit Werken lokaler Filmschaffender organisiert, Regisseuren und Regisseurinnen zur Präsentation ihrer Filme eingeladen, an Let’s Doc! teilgenommen und uns am Freiwilligentag der Stadt Lugano beteiligt. Es ist wichtig, darauf zu achten, was vor Ort geschieht.

Haben diese Jugendlichen auch ausserhalb des Vereins einen Bezug zu Kinofilmen?

Manche sind bereits filmbegeistert, aber ihre Leidenschaft hat nicht immer etwas mit Kino zu tun: Sie machen vielleicht selber Videos und probieren Dinge aus. Andere kommen, weil Freunde sie mitnehmen, und bleiben dann hängen. Eine dritte Art von Mitgliedern kommt eher, weil sie sich aktiv beteiligen möchten, etwa die Grafik oder T-Shirts gestalten, ein DJ-Set machen.

Sind junge Leute im Allgemeinen fleissige Kinogänger und Kinogängerinnen?

Die Jugendlichen haben Lust auf Gemeinschaftserlebnisse im Kino, auf Filme auf Grossleinwand, aber mit 20 Franken Taschengeld pro Woche können sie sich den Eintritt nicht leisten. Meiner Meinung nach sollte diese Altersgruppe immer Anrecht auf Ermässigung haben. Bei uns geniessen Aktivmitglieder freien Eintritt, während andere 14- bis 20-Jährige nur 10 Franken zahlen.

Kann aus dieser partizipativen Annäherung an die Welt des Kinos eine Leidenschaft entstehen?

Für die Jugendlichen ist es sicher eine positive Erfahrung, sie schliessen ausserschulische Freundschaften, stellen gemeinsam etwas auf die Beine. Das direkte, hautnahe Erleben von Künsten ist etwas, was die Schulen nicht bieten. #cine wird das Leben dieser jungen Leute vielleicht nicht verändern, aber wer weiss, vielleicht dreht der eine oder andere von ihnen in zehn Jahren einen Kurzfilm oder arbeitet als Grafiker. Der Verein ist als gemeinnützig anerkannt, und wir stellen nach der Teilnahme ein Zertifikat aus; das und ihr Beitrag zum Gelingen des Projekts macht die Jugendlichen sehr stolz. Wichtig ist, sie nicht mit Formalitäten und Bürokratischem zu belasten: Sie müssen die Filme geniessen und Zugehörigkeit empfinden können.

Welches Verhältnis haben Schulen oder institutionellere Veranstaltungen zur Welt des Kinos?

Oft wird davon ausgegangen, dass das Kino Wissen vermitteln soll, und dabei geht ganz vergessen, dass es sich auch um eine Kunstform handelt. Bisweilen wird die Intelligenz der Jugendlichen unterschätzt, auch die emotionale: Junge Leute mögen manchmal starke Filme, während sie andere zu wichtigen Themen vielleicht als langweilig empfinden. Es müsste mehr Regisseure und Regisseurinnen oder Kritiker und Kritikerinnen geben, die zur Programmgestaltung für junge Leute beitragen, indem sie Form, Rhythmus und Komplexität von Filmen beurteilen. Junge Leute wenden sich manchmal vom Kino ab, weil sie das Falsche gesehen haben. Kunst sollte keine Aufgabe, keine Pflicht sein, und wir sollten akzeptieren, dass Kino nicht jedem gefällt.

Wie kann und soll man Ihrer Meinung nach zu Kunst «erziehen»?

Indem man nicht «dieser Film ist wichtig», sondern «dieser Film könnte dir gefallen» sagt, und ohne den persönlichen Geschmack als richtig oder falsch abzustempeln. Mir liegen Vorführungen in Kinosälen am Herzen, aber es ist wichtig, dass die Jugendlichen zunächst Filme nach ihrem Geschmack und auf die von ihnen bevorzugte Weise anschauen. Unsere Aufgabe ist es dann, ihnen zuzuhören, andere Filme zu zeigen, ihnen zu erklären, warum es schöner ist, ins Kino zu gehen oder warum ein Film in Originalsprache interessanter ist. Es braucht Freiheit und Unvoreingenommenheit.

Testo originale italiano

Il cinema a modo loro

In Ticino nuove proposte stanno avvicinando i giovani al cinema. Iniziative pensate da loro e per loro: forme spontanee di aggregazione attraverso l’audiovisivo, con pochi obblighi, molto ascolto, libertà e partecipazione.

#cine Lugano

C’è in tutta la Svizzera, ma quella di Lugano è l’unica in Ticino e l’unica in lingua italiana. #cine è un’associazione che propone proiezioni cinematografiche a giovani tra i 14 e i 20 anni, pensate da loro coetanei e a un prezzo accessibile. Dal 2024 il coordinatore di #cine Lugano è Alan Koprivec, regista di 28 anni.

In cosa consiste il suo ruolo?

Coordino un gruppo di 12 ragazze e ragazzi nell’organizzazione di proiezioni mensili - da settembre a giugno - accompagnate da un’attività. Ci riuniamo ogni settimana per lavorare insieme e per mantenere un contatto regolare. La costanza è importante: anche solo scrivere nella chat per sapere come stanno o proporre un’idea. I membri sono di Lugano, del locarnese e del mendrisiotto.

La partecipazione è attiva per loro?

Per la maggior parte sì. È fondamentale per me chiedere cosa vogliono fare: le foto della serata? Il video? Le grafiche per i social? Proporre il prossimo film o un’attività? C’è molto ascolto ma sono liberi di partecipare come vogliono, possono anche solo venire a vedere il film, ma nessuno si limita a questo.

Come mai?

Si sentono responsabilizzati: se l’evento riesce, è merito loro. È la chiave del progetto: dargli fiducia e lasciargli autonomia. Certo, a volte ci si scontra con la loro età, con gli esami e altri impegni, ma è normale.

Come selezionate i film?

Consultiamo insieme le uscite e scegliamo i titoli più interessanti, anche inusuali, associandoci a proiezioni già previste dalle sale indipendenti. Questo ci permette anche di evitare i costi dei diritti. Speriamo di poter inaugurare nuove collaborazioni, ad esempio con la Cinémathèque, per portare anche film d’epoca.

Collaborate con realtà legate alla cultura o al cinema?

Sì. Il Film Festival Diritti Umani di Lugano, le sale JFC, la libreria Il Segnalibro, che ci ha affiancati selezionando dei volumi legati a «La zona d’interesse» (Jonathan Glazer, 2023). Abbiamo organizzato workshop, giornate dedicate a corti di autori e autrici locali, ospitato registi a presentare i propri film, aderito a Let's Doc! e partecipato alla giornata del volontariato della Città di Lugano. Per noi è importante restare in ascolto del territorio.

I ragazzi hanno già un legame con il cinema, al di là dell’associazione?

Alcuni hanno già una passione per l’audiovisivo, ma non è sempre collegata al cinema: fanno video e sperimentano. Altri vengono coinvolti da amici e poi decidono di restare. Poi c’è un terzo tipo di membro, che viene più per partecipare attivamente: fare le grafiche, un dj set, creare le magliette.

Il pubblico giovane quanto frequenta le sale?

I ragazzi hanno voglia di andare in sala, vivere l’esperienza collettiva, stare davanti al grande schermo, ma con 20 franchi di paghetta a settimana non possono permetterselo. Penso che la tariffa facilitata legata all’età dovrebbe essere un obbligo. Da noi i membri attivi entrano gratuitamente, il pubblico tra i 14 e 20 anni paga solo 10 franchi.

Avvicinarsi al cinema in modo partecipativo può far nascere una passione?

Sicuramente portano a casa un’esperienza positiva, amicizie che vanno oltre la scuola, il fatto di aver costruito qualcosa insieme. Ciò che manca nelle scuole è l’esperienza diretta con le arti, toccarle con mano. Forse #cine non gli cambierà la vita ma magari tra 10 anni qualcuno di loro farà un cortometraggio, o sarà grafico, chissà. L’associazione è riconosciuta di pubblica utilità e rilasciamo un certificato di partecipazione; questo, insieme a ciò che creano per il progetto, li rende molto fieri. L’importante è escluderli dagli aspetti formali e burocratici: devono godersi il film e sentirsi parte di qualcosa.

Le scuole o gli eventi più istituzionali come presentano il cinema?

Spesso c’è la presunzione che il cinema debba insegnare qualcosa e ci si dimentica che è anche un’arte. A volta si sottovaluta l’intelligenza dei ragazzi, anche quella emotiva: possono apprezzare film molto forti, mentre altri che trattano temi importanti possono risultare noiosi. Servirebbero più registi o critici a curare la selezione dei titoli per i giovani, per valutarne forma, ritmo, complessità. Qualcuno potrebbe allontanarsi dal cinema solo perché è stato portato a vedere il film sbagliato. L’arte non dovrebbe essere un compito, un obbligo, e dovremmo accettare che il cinema può anche non piacere.

E quindi, come si potrebbe ‘educare’ all’arte?

Non dicendo «questo è importante» ma «questo potrebbe piacerti», senza giudicare il gusto personale, bollandolo come giusto o sbagliato. Io sostengo il cinema in sala, ma è importante che prima i ragazzi guardino quello che gli piace con il mezzo che preferiscono. Sta a noi poi ascoltarli, mostrargli altro, spiegargli perché è più bello andare in sala o è più interessante un film in lingua originale. Deve esserci libertà e assenza di giudizio.

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