Elisabeth Baume-Schneider, die seit dem 1. Januar 2024 das Eidgenössische Departement des Inneren leitet, nahm zum ersten Mal als Kulturministerin an den Festivals von Cannes und Locarno teil. Heute spricht sie über ihr Engagement für die Zukunft des Schweizer Films. Mit Blick auf den stetigen Wandel der Filmlandschaft geht sie auf die Herausforderungen der öffentlichen Finanzierung und die neuen Konsumformen ein, die unseren Umgang mit Filmen verändern. Zudem unterstreicht sie die Bedeutung internationaler Koproduktionen und ihre Entschlossenheit, eine Branche zu unterstützen, die trotz allen Wandels ein Pfeiler unserer kulturellen Identität bleibt. Wir haben sie in Bern in einem Raum getroffen, für dessen Gestaltung der jurassische Künstler Augustin Rebetez freie Hand hatte.
Wie ist Ihre persönliche Beziehung zum Film? Gibt es einen Schweizer oder internationalen Film, der Sie besonders geprägt hat?
Ich habe eine enge Bindung zum Kino. Es weckt tiefgründige, unerwartete Emotionen und dient uns zugleich als Prisma, durch das wir die Realität betrachten. Ein Film, den ich seit langem verehre, ist «E la nave va» von Fellini. Ich mag alles an ihm: Die Musik, die Darstellung einer Gesellschaft mit all ihren Schichten, die auf einem Schiff gefangen ist, und den Augenblick, in dem man erkennt, dass das Schiff nur eine Kulisse ist. Ich habe das Glück, dass es in meinem Wohnort Les Breuleux ein Kino gibt. Sonntagabends gehe ich gerne dorthin. Vor kurzem schaute ich mir mit meinen Söhnen «Bon Schuur Ticino» an und amüsierte mich köstlich. Ganz besonders gefällt mir am Kino, dass man es ohne Altersgrenzen geniessen und gemeinsam schöne Momente erleben kann.
Sie haben dieses Jahr mehrere Filmanlässe besucht. Wie verlief der Kontakt mit der Branche?
Die Filmbranche ist ein ganz besonderes Umfeld, im positiven Sinn. Alle kennen einander, sei es an Festivals wie Cannes oder Locarno oder an anderen Veranstaltungen wie Filmmärkten. Es ist viel Fachwissen vorhanden, und die Filmschaffenden teilen alle die gleiche Leidenschaft und sind sehr engagiert. Der Film ist ein Bereich, in dem die Grenze zwischen künstlerischer und unternehmerischer Tätigkeit besonders durchlässig ist. Als langjährige Präsidentin der Eidgenössischen Filmkommission habe ich aber auch eine persönliche Beziehung zur Filmbranche. Die grundlegenden Fragen sind die gleichen geblieben, insbesondere in Bezug auf unsere Art, Filme zu konsumieren: via Online-Plattformen, im Kino, an Festivals oder auf unserem Mobiltelefon.
Wie fühlen Sie sich in Bezug auf die Kürzung des Kulturbudgets um 2 Prozent Ende 2023?
Ich fühle mich verantwortlich, insoweit als das Kulturbudget wie alle anderen Bereiche in die linearen Sparmassnahmen mit einbezogen wurde. Der Kultursektor war nicht stärker betroffen als andere, doch in diesem Bereich ist jede Budgetkürzung schmerzlich spürbar. Trotzdem bin ich der Meinung, dass im Rahmen des nationalen Kulturdialogs in Zusammenarbeit mit den Kantonen und Städten eine intelligente Arbeit möglich ist. Zur Klarstellung: Es gab eine erste Kürzung um 2 Prozent, und es wird eine weitere um 1,4 Prozent geben. Das ist nie einfach, denn man muss immer wieder daran erinnern, dass Kultur weit mehr ist als reine Unterhaltung und in unserer Gesellschaft eine systemrelevante Rolle spielt. Sie ist Teil unserer Identität und fördert das Zusammenleben. Ich betrachte diese Kürzungen deshalb nicht ganz ohne Beunruhigung, doch sie spiegeln die Realität des Bundeshaushalts wider. Die aktuelle Debatte in den eidgenössischen Räten zeigt dennoch ein gewisses Bewusstsein für die Bedeutung von Kultur. In Bezug auf den Film unterstreicht die Kulturbotschaft die wichtige Rolle öffentlich-privater Partnerschaften, doch auf diese Förderungen kann man nicht sicher zählen. Anlass zur Hoffnung in finanzieller Hinsicht gibt die Umsetzung der Investitionspflicht der «Lex Netflix». Wir haben nun vier Jahre Zeit, um festzustellen, wie sich diese zusätzlichen Beiträge auswirken.
Das Bundesamt für Kultur hat eine Studie über die Finanzierung der öffentlichen Filmförderung in Auftrag gegeben. Inwiefern begleiten Sie diesen Prozess?
Ich wurde über die Gespräche und den Wunsch nach Transparenz informiert und hatte den Eindruck, es sei gut verlaufen. Das bedeutet nicht, dass alle sich einig sind, doch auch heikle Themen konnten offen angesprochen werden. So wurde zum Beispiel die Frage der Notwendigkeit eines Filminstituts erörtert, doch dies scheint nicht mehr ein Hauptanliegen in der Förderungsorganisation zu sein. Ich bewerte es positiv, dass das Bundesamt für Kultur und insbesondere die Sektion Film mit offenen Karten spielt und untersuchen will, was gemeinsam machbar ist und was nicht. Auch verspürte ich bei Nationalrat Matthias Aebischer, der zugleich Präsident von Cinésuisse ist, eine echte Bereitschaft zum Dialog. Dieser Prozess stellt einen Kulturwandel dar. Anstatt sich auf technische Debatten über die Gesuchskriterien zu konzentrieren, setzt man auf den Austausch mit der Branche.
Schweizer Filme sind auf dem Schweizer Markt zu wenig sichtbar. Wie sollte die öffentliche Filmförderung darauf reagieren?
Sie reagiert bereits. Es gab parlamentarische Debatten rund um die Filmförderung, insbesondere um die Promotion der Filme im eigenen Land zu fördern. Es ist klar, dass die Grossproduktionen den Markt beherrschen, doch regionale oder nationale Produktionen brauchen Unterstützung. Es gibt dafür bereits Förderungen, und die beste Form der Unterstützung besteht meiner Meinung nach darin, inländische Produktionen sowie Koproduktionen zu fördern. In der französischsprachigen Schweiz ist es zum Beispiel unerlässlich, mit Ländern wie Frankreich, Belgien oder anderen frankophonen Gemeinschaften zusammenzuarbeiten. Ebenso gibt es Koproduktionen mit Deutschland, Österreich oder Italien. Das macht den Film so faszinierend: Er überwindet mühelos Grenzen und ermöglicht internationale Koproduktionen. Einen Beweis dafür sah ich in Cannes mit dem herausragenden «The Shameless», einer majoritären Schweizer Koproduktion mit Belgien, Bulgarien, Frankreich und Taiwan.
Um die Reichweite und die Stabilität unserer Branche langfristig zu sichern, ist es wichtig, wieder Zugang zu den Förderungsmassnahmen der Europäischen Union, wie dem Programm Kreatives Europa, zu erhalten. Wie schätzen Sie diesbezüglich unsere Chancen ein?
Es wäre wirklich wichtig für uns, wieder an diesem Programm teilzuhaben, nicht nur aus finanziellen Gründen, sondern auch in Bezug auf Vernetzung und internationale Kooperationen. Zum aktuellen Zeitpunkt ist eine schnelle Rückkehr jedoch nur schwer vorstellbar. Das Programm geniesst in den Verhandlungen mit der Europäischen Union zurzeit keine Priorität. Zu behaupten, es werde einfach, wäre deshalb verantwortungslos.
Der Schweizer Film arbeitet oft mit ausländischen Produktionen. Wie könnten solche Koproduktionen gestärkt werden?
Ich denke, es geht hier nicht in erster Linie um Quantität, sondern um Qualität, denn was schlussendlich zählt ist die erfolgreiche Ausgestaltung solcher Kooperationen. In Cannes konnte ich mit Zufriedenheit feststellen, wie gut die Sektion Film des Bundesamts für Kultur sowie die Produzenten und Produzentinnen und übrigen Filmschaffenden der Schweiz international vernetzt sind. Zurzeit laufen tatsächlich Projekte, um die Koproduktionsabkommen auszuweiten, insbesondere mit Ländern in Südamerika. Dies ist eine gute Sache, natürlich unter der Voraussetzung, dass die Partnerschaften allen Beteiligten Vorteile bringen.
Denken Sie, die Filmbranche könnte ein bedeutender Wirtschaftszweig werden und mehr Einkommen und Arbeitsplätze in der Schweiz schaffen?
Ja, ganz bestimmt. Die Filmindustrie hat beträchtliches Potenzial, denn sie hat eine starke unternehmerische Komponente. Das Wallis zum Beispiel hat eine sehr dynamische Förderpolitik eingeführt, um Filmproduktionen anzulocken, und sie trägt bereits Früchte. Andere Regionen Europas tun dies auch, und weitere Schweizer Kantone erwägen die Einführung solcher wirtschaftlichen Massnahmen. Die Filmstandortförderung Schweiz (FiSS) des Bundesamts für Kultur unterstützt die Dreharbeiten von Schweizer Filmen aktiv, doch das BAK hat nicht die Möglichkeit, ausländische Produktionen anzulocken, die zum Beispiel nach Italien oder Österreich gehen, um zu drehen. Dabei bringt die Filmstandortförderung grossen wirtschaftlichen Nutzen. Viele Nebenbereiche profitieren davon, allen voran der Tourismus mit Hotellerie, Gastronomie und Transport, doch auch andere Branchen wie Schreinereien, die Kulissen bauen, oder Kostümbildner und -bildnerinnen. Kulturelle, handwerkliche und wirtschaftliche Aspekte sind hier vereint.
Wie beurteilen Sie nach Ihrem Besuch in Cannes die Position des Schweizer Films auf der europäischen Bühne?
Ich habe den Eindruck, dass wir recht positiv wahrgenommen werden, sowohl im Produktions- als auch im Schauspielbereich. Persönlichkeiten wir Ursula Meier, Lisa Brühlmann, Lionel Baier oder Claude Barras bringen dem Schweizer Film dank ihrer starken Vernetzung viel. An den von Schweizer Branchenleuten organisierten Veranstaltungen nahmen Personen aus allen Ländern und Bereichen teil. Der Schweizer Film ist für seine grosse Vielseitigkeit bekannt. Der Dokumentarfilm ist praktisch Teil unserer kulturellen DNA, und wir haben einen ausgezeichneten Ruf im Bereich des Animationsfilms, insbesondere dank Claude Barras, dessen «Ma vie de courgette» für einen Oscar nominiert wurde. Auch mit Serien und Spielfilmen stehen wir hoch im Kurs, in den letzten Jahren wurden diverse Schweizer Filme an den grossen Festivals gezeigt und teilweise auch ausgezeichnet.
Wie beurteilen Sie die Ausbildung junger Filmschaffender in der Schweiz, und was gedenken Sie zu tun, um die Nachwuchsförderung zu stärken?
Es ist sehr positiv, dass unsere Hochschulen die jungen Leute inspirieren können. Diese Institutionen stellen eine echte Chance dar, sei es im Filmbereich oder im Kultursektor im Allgemeinen. Sie bilden junge Talente aus, deren Bachelor- oder Master-Filme oft eine sehr hohe Qualität aufweisen. Zudem ermöglichen die Ausbildungen den jungen Leuten, in anderen Bereichen der Kreativindustrie im weiteren Sinne tätig zu sein, insbesondere in der Kommunikation oder Werbung.
Sehen Sie die Gefahr, dass zu viele Kulturschaffende ausgebildet werden?
Keineswegs. Soviel ich weiss, führte mein Kanton als Erster eine Theater-Matura ein. Nach einer Pilotphase ist sie nun auf Bundesebene anerkannt. Die Schüler und Schülerinnen lernen, sich auszudrücken und gewinnen Selbstvertrauen, was für das gesellschaftliche Leben zweifellos nützlich ist. Ich denke, Kulturschaffende haben das Glück, Berufe auszuüben, die den Umgang mit Gefühlen und die Empathie fördern sowie einen kritischen Geist formen. Die Demokratie braucht dringend solche Leute.
Die Branche beklagt einen Mangel an technischen Fachkräften. Müsste man nicht anders ausbilden, um diesem Bedürfnis gerecht zu werden?
Für mich ist die akademische Freiheit unantastbar. Da müssen Sie sich vielmehr an die Leitungsorgane der Hochschulen und Universitäten wenden. Es ist nicht meine Aufgabe, zu bestimmen, was zu tun ist oder welche Module hinzugefügt oder gestrichen werden müssten. Nichtsdestotrotz spielen die technischen Fachkräfte eine zentrale Rolle in der kulturellen Produktion jeglicher Art. Ihre Rolle und ihre Stellung müssen anerkannt und verteidigt werden.
Sie sind in regem Kontakt mit der Branche. Gibt es Filmschaffende, die mit ihren Anliegen direkt auf Sie zukommen?
Die Filmschaffenden sind sehr diplomatisch und bombardieren mich nicht mit ihren Sorgen, wenn sie mir in Locarno begegnen! Doch wir haben natürlich andere Gelegenheiten, um uns auszutauschen und einen konstruktiven Dialog zu führen. Mir ist wichtig, die Anliegen, Sorgen und Herausforderungen der Branche zu kennen. Eine gute politische Kultur basiert auf Austausch und Dialog.
Sollte der Schweizer Film in der Sensibilisierung für Umweltthemen eine Rolle übernehmen?
Ja. Nachhaltigkeit ist im Übrigen ein zentrales Thema der Kulturbotschaft. Im Filmbereich ist sie auch sehr präsent, obwohl sie oft mit finanziellen Einschränkungen verbunden ist. Ich bin überzeugt, dass die Kulturschaffenden sich die richtigen Fragen stellen, insbesondere wenn es um Reisen und deren ökologischen Fussabdruck geht. Zudem gibt es Bestrebungen, Nachhaltigkeit durch die Verwendung spezifischer Materialien bei den Dreharbeiten zu fördern. Das ist ein sehr wichtiges Thema, genauso wie die Gleichstellung, der Kampf gegen Diskriminierung sowie gerechte Löhne und Arbeitsbedingungen im Allgemeinen. All dies ist Teil der ethischen Grundhaltung im Kultursektor. Die vom Parlament gestützte Kulturbotschaft sieht insbesondere vor, die bestehenden Hilfsangebote für Kulturschaffende, die Opfer von Mobbing geworden sind, zu begutachten, um diese unerlässliche Schutzaufgabe besser zu erfüllen.
Muss diesen Problemen mit strengeren Vorschriften oder vielmehr mit Prävention begegnet werden?
Beides! Wir müssen auf allen Ebenen tätig werden. Prävention ist unerlässlich, deshalb muss die ethische Dimension in die Ausbildung der Kulturschaffenden integriert werden. Natürlich sind auch Regeln notwendig, doch es ist genauso wichtig, ein gesellschaftliches und politisches Klima zu schaffen, das den Betroffenen Gehör verschafft. Um im Kultursektor tätig zu sein, muss man eine respektvolle Haltung gegenüber Minderheiten, Andersartigkeit und Diversität verinnerlicht haben.
Anfang Jahr entfachte Berlins Kultursenator eine Kontroverse, als er allen Begünstigten von Kulturfördergeldern eine Antisemitismus-Klausel aufzwingen wollte. Die Initiative wurde stark kritisiert und schliesslich abgelehnt. Wie beurteilen Sie diese Art von Massnahmen?
Ich kenne den Fall nicht im Detail, und es steht mir nicht zu, einen Kommentar dazu abzugeben. Ich kann jedoch nur erneut bekräftigen, dass künstlerische Freiheit und Zensurverbot Grundprinzipien sind, die von unserer Verfassung geschützt werden. Sie sind unerlässlich für unsere Demokratie und stehen im Zentrum des künstlerischen Ausdrucks. Wie alle Grundfreiheiten kann die künstlerische Freiheit unter gewissen Umständen ausnahmsweise eingeschränkt werden. Dies könnte der Fall sein, wenn öffentliche Fördergelder zum Beispiel dazu verwendet würden, ein Projekt zu finanzieren, das zu Hass aufruft oder eine Diskriminierung im Sinne des schweizerischen Strafgesetzbuchs darstellt. Auf jeden Fall ist Transparenz immer wichtig, wenn man Kulturschaffende unterstützt. Zum Zeitpunkt der Verbreitung eines Projektes kann es aufgrund der momentanen Lage notwendig sein, Entscheidungen zu treffen, die den aktuellen Ereignissen Rechnung tragen. Die verantwortlichen Personen müssen dann zuweilen eine heikle Interessenabwägung vornehmen.
Wie schätzen Sie die Auswirkungen der künstlichen Intelligenz auf die Filmbranche ein, und welche Rolle muss der Bund übernehmen, um diese Entwicklung zu begleiten?
Dazu kann ich Ihnen keine endgültige Antwort geben, denn es ist schwer zu definieren, was künstliche Intelligenz ist. Nicht alle verstehen das Gleiche darunter, und sie entwickelt sich rasant. Müssen wir uns vor ihr fürchten? Das ist eine Frage, die differenziert beantwortet werden muss. Es gibt Instrumente, die dem künstlerischen Schaffen einen klaren Nutzen bringen und neue Möglichkeiten eröffnen, genauso wie es beunruhigende Anwendungsbereiche gibt. In Cannes zum Beispiel konnte ich ein Programm beobachten, das ein Drehbuch analysieren und die Emotionen, die es hervorruft, einschätzen kann. Dies birgt die Gefahr, Emotionen auf etwas Banales zu reduzieren. Meiner Meinung nach müssen wir diese technologischen Entwicklungen mit Anspruch und Neugier begleiten und nicht von vornherein ablehnen. Künstliche Intelligenz existiert eh schon, wir können sie also nicht ignorieren.
Im Dezember findet die Verleihung des Europäischen Filmpreises in der Schweiz statt. Wie wichtig ist diese Veranstaltung für unser Land?
Sie ist eine herausragende Chance! Die Schweiz war dieses Jahr Gastland am Filmmarkt von Cannes, und auch in Locarno erlebten wir unter der neuen Präsidentin Maja Hoffmann eine bedeutende Ausgabe des Festivals. Mit Juliette Binoche, die der Europäischen Filmakademie vorsteht, kommt eine hochrangige Persönlichkeit nach Luzern. All diese Schritte sind Teil einer ehrgeizigen Entwicklung für die Branche. Darüber freue ich mich sehr. Es kommt nicht oft vor, dass ich gemeinsam mit Juliette Binoche ein Einladungsschreiben unterzeichne! (Lacht) Das war eine grosse Ehre für mich.
Wo steht der Schweizer Film in zehn Jahren, wenn es nach Ihnen ginge?
Verbesserungen sind immer möglich, doch im Grunde habe ich nicht den Eindruck, dass dem Schweizer Filmschaffen etwas Grundlegendes fehlt. Auf einer persönlicheren Ebene möchte ich einfach mehr Zeit haben, um ins Kino zu gehen. Kürzlich sah ich mir «Moderne Zeiten» von Charlie Chaplin im Capitole in Lausanne an, mit Direktbegleitung durch das Orchestre des Jardins Musicaux. In diesem wundervoll restaurierten historischen Saal war das ein sehr bewegendes Erlebnis. Die Schweizer Filmlandschaft ist unglaublich, und wir müssen für sie Sorge tragen, damit ihre Kreativität und ihre Entwicklung fortdauern.