Mehrere Beiträge aus der Schweiz sind auch in der aktuellen Ausgabe des Festivals Teil des Programms. Sie vertreten die Schweiz in allen Wettbewerben: «Bagger Drama» von Piet Baumgartner und «Les courageux» von Jasmin Gordon, zwei ungleichen Spielfilmen, in denen es aber in beiden um Familie, Verantwortung und Trauer geht, konkurrieren mit dem Thriller «Sew Torn» von Freddy Macdonald unter insgesamt zwölf Filmen. «Home is Ocean» von Livia Voneesch tritt im Dokumentarfilm-Wettbewerb, während der eindringliche «Wie war dein Tag?» von Kim Gabbi mit Lale Yavaş in einer enigmatischen Hauptrolle im Wettbewerb für mittellange Filme und schliesslich «1:10» von Sinan Taner, ein äusserst reifes und eindrückliches Werk aus der ZHdK-Schmiede, im Wettbewerb für Kurzfilme an.
Wir haben der neuen Leiterin der MOP-Industry einige Fragen gestellt. Louise Lindlar stösst in diesem Jahr zum Max-Opühls-Preis.
Was sind die wichtigsten Innovationen, die Sie umsetzen möchten?
Das Industry-Programm bietet bereits eine Vielzahl grossartiger Formate und ich bin dankbar für die intensive Arbeit, die in den vergangenen Jahren in ihre Entwicklung geflossen ist. Meine Aufgabe sehe ich zunächst darin, diese bestehenden Veranstaltungen weiter zu stärken und auszubauen. Dabei möchte ich mich nicht auf dem Erreichten ausruhen, denn es verdient Anerkennung und zugleich kontinuierliche Pflege und Weiterentwicklung. Natürlich gibt es viele Ideen und Visionen für die zukünftige Gestaltung der Industry-Aktivitäten. Themen wie Zugangshürden und Repräsentation sind wichtig sowie die zentrale Frage: Welche Lücken bestehen noch im Programm, die wir unbedingt schließen möchten?
Welche sind die Höhepunkte des diesjährigen Programms?
An fünf Tagen dürfen wir viele herausragende Sprecher bei uns begrüssen. Eine wichtige Veranstaltung erwartet uns am Freitag, wenn wir uns intensiv mit der Förderreform und dem novellierten Filmförderungsgesetz auseinandersetzen. Da unser Fokus auf dem Talentfilm liegt, wollen wir gezielt beleuchten, welche Auswirkungen die Reform auf die Förderung von Nachwuchstalenten hat und was der Status Quo der Talentfilmförderung in Deutschland ist. In einer Diskussionsrunde mit viel Raum für Fragen möchten wir die Anliegen der anwesenden Filmschaffenden in den Mittelpunkt stellen und im Kontext der Förderreform klar aufzeigen, vor welchen Herausforderungen die Talentförderung aktuell steht. Es ist entscheidend, dass wir den Talentfilm weiterhin fest im Blick behalten und den Stimmen der Filmschaffenden Gehör verschaffen!
Wie können Sie Ihr Angebot gleichzeitig für deutsche, österreichische und Schweizer Talente anpassen? Haben Sie spezielle Themen für die einzelnen Länder?
Die Themen, die wir adressieren, sind in den meisten Fällen nicht länderspezifisch. Wir beschäftigen uns im Gegenteil auch immer mit der Frage, wie wir der internationalen Ausrichtung unserer Branche gerecht werden können. Wir wollen mit unseren Veranstaltungen auch Impulse für ein grenzüberschreitendes Netzwerk setzen, in dem gegenseitige Inspiration entstehen kann, insbesondere im deutschsprachigen Raum.