Offener Brief zu den geplanten Einsparungen („SRF 4.0“)

Offener Brief zu den geplanten Einsparungen („SRF 4.0“)

Mitteilung 17. Februar 2025

Verband Filmregie und Drehbuch Schweiz (ARF/FDS)
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Sehr geehrte Nathalie Wappler, liebe SRF-Bereichsverantwortliche,

Der ARF/FDS vertritt die Interessen der unabhängigen Schweizer Regie- und Drehbuchschaffenden in den Bereichen Spiel- und Dokumentarfilm, Kurzfilm und Serien.

Als direkt betroffene Kultursparte nehmen wir die in der SRF-Medienmitteilung vom 6. Februar 2025 angekündigten Programmanpassungen und -kürzungen mit grosser Besorgnis zur Kenntnis. Selbstverständlich haben wir Verständnis, dass die SRG und SRF infolge sinkender Einnahmen Sparmassnahmen einleiten müssen, um 2025 und in den Folgejahren eine ausgeglichene Rechnung sicherzustellen. Unser Verband hat sich auf allen uns zur Verfügung stehenden politischen Wegen gegen die Kürzung von Mitteln für die SRG gewehrt und wird sich auch weiterhin für eine starke SRG engagieren.

Im Zusammenhang mit den verlautbarten Massnahmen hat der ARF/FDS Zweifel, ob SRF den in der Konzession prominent festgehaltenen Bildungs- und Kulturauftrag auch weiterhin erfüllen kann. Deshalb möchten wir Ihnen folgende Fragen stellen:

Wie werden die Leistungen von SRF im Bildungs- und Kulturbereich quantitativ und qualitativ gemessen?

Was für eine Art von Wirkung steht für SRF im Zentrum, wenn von „wirkungsstarken“ bzw. „wirkungsschwachen“ Inhalten gesprochen wird, und wie wird diese Wirkung gemessen? Geht es primär um die quantitative Wirkung (Klicks, Quote), oder wird auch der (gesellschaftliche) Impact von Inhalten und Sendungen gemessen?

Weshalb möchte SRF ausgerechnet die Film- und Serienberichterstattung (u.a. „Kino im Kopf“) zurückfähren, obwohl die SRG als Co-Produzentin massgeblich zur Schweizer Film- und Serienproduktion beiträgt? Wie plant SRF zukünftig sein Publikum (alternativ) auf diese Produktionen und die grossen kulturellen Leistungen der SRG und von SRF im Film- und Serienbereich aufmerksam zu machen und somit die gewünschten Wirkungszahlen bei der Ausstrahlung dieser Filme und Serien zu erreichen?

Der Bund hat in der neuen Kulturbotschaft 2025-28 einen Schwerpunkt auf die kulturelle Teilhabe und die Publikumswirksamkeit von geförderten Werken und Projekten gelegt. Deshalb ist auch die einheimische Filmproduktion mehr denn je auf mediale Aufmerksamkeit angewiesen, erst recht angesichts der seit Jahren voranschreitenden Reduktion der Kulturberichterstattung in den herkömmlichen (Print-)Medien. Wie sieht SRF seine Rolle als Service Public in diesem Zusammenhang?

Wie kann die Qualität der Kultur- und Filmberichterstattung nach dem geplanten Abbau in den Fachredaktionen aufrechterhalten werden?

Auf welche Zielgruppen beziehen sich die Aussagen in der Medienmitteilung bezüglich „veränderten Nutzungsgewohnheiten“? Sind diese Aussagen für das gesamte SRG-Publikum repräsentativ? Was passiert zukünftig mit denjenigen Nutzerkreisen, die herkömmliche Nutzungsgewohnheiten haben?

Wo sieht SRF mit dieser neuen Schwerpunktsetzung zukünftig die zentralen Unterscheidungskriterien zu privaten TV- und Radiostationen?

Wir möchten an dieser Stelle betonen, dass wir uns der grossen und wichtigen Leistungen, die die SRG und SRF für die Schweizer Kultur, die Gesellschaft und die Demokratie erbringt, bewusst sind und diese sehr schätzen. Umso mehr beunruhigen uns die geplanten Massnahmen von SRF, auch im Hinblick auf die bevorstehende Abstimmung über die Halbierung der Gebühren.

Mit bestem Dank im Voraus für die Beantwortung unserer Fragen. Wir stehen auch jederzeit gerne für einen persönlichen Austausch zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüssen,

Barbara Miller, Präsidentin ARF/FDS & Roland Hurschler, Geschäftsleiter ARF/FDS

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