Anlässlich der Präsentation seines Dokumentarfilms «Tristan Forever» in Berlin haben wir dem Berner Filmemacher Tobias Nölle (seinen Durchbruch hatte er mit dem Spielfilm «Aloys», der 2016 ebenfalls an der Berlinale seine Weltpremiere feierte) gesprochen.
Wie bist du mit Loran Bonnardot in Kontakt gekommen? Wie hat das Projekt begonnen?
Das war über den französischen Koproduzenten von meinem Film «Aloys», Jean des Forêts von Petit Film. Er erzählte mir von Loran und von dieser Insel. Er suchte nach einem Regisseur und Drehbuchautor. Ich habe Loran getroffen – und hatte Lust auf ein Abenteuer. Ich kannte die Insel noch nicht. Als ich sie auf Google Maps gesehen habe – so wie der Film beginnt – war ich wirklich beeindruckt: Das ist extrem weit weg. Da hatte ich sofort ein Kribbeln. Es fühlte sich an wie ein Abenteuer aus einer anderen Zeit.
Und war es auch so ein Abenteuer? Wie war die Anreise und wie lange warst du auf der Insel?
Ich war einmal vorher dort, um zu entscheiden, ob ich das Projekt wirklich machen möchte. Für den Dreh selbst waren wir etwa drei Monate auf der Insel. Die Reise dorthin ist eigentlich das Abenteuerlichste. Wenn man das nicht gewohnt ist, fühlt es sich an wie in einer anderen Epoche. Die Insel selbst ist dann sehr still. Oberflächlich passiert wenig.
Gab es logistische Herausforderungen beim Dreh?
Ja. Wenn etwas kaputtgegangen wäre, hätten wir drei Monate auf das nächste Schiff warten müssen. Wir mussten also alles genau planen, Ersatzkamera inklusive. Wir waren nur zu dritt: Loran, mein Kameraassistent (der auch Ton und Drohne machte) und ich. Das Schwierigste war, überhaupt Plätze auf dem Schiff zu bekommen. Die Inselbewohner haben Priorität – aus medizinischen Gründen oder für Geburten, für die sie ans Festland gehen. Wir hatten am Ende Glück.