Schweizer Filmpromotion: eine Kunst für sich
Filmstill aus «Die Anhörung» von Lisa Gerig © Outside the Box

Schweizer Filmpromotion: eine Kunst für sich

Adrien Kuenzy 10. Januar 2025

Trotz zahlreicher Produktionen tut sich der Schweizer Film schwer, sein heimisches Publikum zu begeistern. Um diesen Trend umzukehren, lancieren das Bundesamt für Kultur und Swiss Films Initiativen zur Stärkung der Sichtbarkeit.

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Die Geschichte ist allgemein bekannt: Das Bundesamt für Kultur (BAK) beauftragte Goldmedia 2023 mit der Durchführung einer Studie zu den Herausforderungen des Schweizer Films. Der Bericht «Schweizer Filmförderung im Wandel» brachte verschiedene Schwachpunkte zutage, darunter unzureichende Investitionen, begrenzte Sichtbarkeit der Schweizer Filme und mangelnde Koordination unter den Promotionsinstitutionen. Um diese zu beheben, möchte das BAK für die Filmförderkonzepte 2026-2028 eine «umfassende Audiovisionspolitik» einführen. Zu den Zielen gehört die Stärkung der Sichtbarkeit des Schweizer Films, aber auch Auswertungsförderung, Anpassung an neue audiovisuelle Formate, Weiterentwicklung des Begutachtungsprozesses, Nachwuchsförderung und Nachhaltigkeit. Die ersten Massnahmen sind zurzeit in Vorbereitung und werden an den Solothurner Filmtagen 2025 im Rahmen des Programms SO PRO vorgestellt, bevor der Austausch mit der Branche beginnt.

Swiss Films, die sich als Institution bis jetzt ausschliesslich der internationalen Promotion widmete, kommt neu eine breitere Rolle in der Inlandpromotion zu. Diese vom BAK erteilte und in der Kulturbotschaft 2025-2028 festgeschriebene Aufgabe wird in Form eines Pilotprojekts mit einem Budget von 700'000 Franken umgesetzt, das sich auf zwei Hauptachsen konzentriert: Aufbau kultureller und institutioneller Partnerschaften, um die Wirkung der Kampagnen zu erhöhen, und Umsetzung gezielter Initiativen, um Schweizer Filme dem heimischen Publikum näherzubringen. «Landesweite B2C-Marketingaktionen rund um Filme, Serien oder ausgewählte Schweizer Talente sind geplant. Sie sollen die Wahrnehmung des Schweizer Films beim inländischen Publikum stärken und Lust auf mehr Schweizer Filme machen», so Nicola Ruffo, Direktor von Swiss Films.

Die ersten Aktivitäten sollen Mitte 2025 starten. Um die Effizienz zu steigern, hat Swiss Films ein «Sounding Board» aus Vertretern der Branche ins Leben gerufen. Unter ihnen sind Nadine Adler Spiegel, Ko-Leiterin der Sektion Film beim BAK, Raphaël Brunschwig, Geschäftsführer des Locarno Film Festival, Cathy Flaviano, Leiterin Play Suisse bei der SRG, und Flavia Zanon, Ko-Präsidentin von Aropa. Swiss Films plant ebenfalls, die Fortschritte des Pilotprojekts in Solothurn zu präsentieren.

Die Filmtage werden also zu einem wichtigen Treffpunkt, wo sich Branchenleute und Entscheidungsträger und -trägerinnen austauschen, um die künftigen Prioritäten und Ausrichtungen der Filmförderung zu definieren. Nach jahrelangen Debatten und oft als unzureichend bewerteten Initiativen bleibt jedoch eine Frage offen: Werden diese Reformen den Herausforderungen einer Branche im Umbruch gerecht? Reichen sie aus, um dem Schweizer Film in einem globalisierten und hart umkämpften Markt den Platz zu verschaffen, den er verdient? Sind diese Versprechen der Beginn eines nachhaltigen Wandels oder ein Schlag ins Wasser? Die Zukunft wird es zeigen.

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