Diana Bolzonello Garnier: «Ohne Medienpräsenz kann ein Film unbemerkt bleiben»
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Diana Bolzonello Garnier: «Ohne Medienpräsenz kann ein Film unbemerkt bleiben»

Adrien Kuenzy 5. April 2026

Seit über zwanzig Jahren begleitet die Pressesprecherin Filmstarts in der Westschweiz in einer sich rasch wandelnden Medienlandschaft.

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Wann steigen Sie im Rahmen eines Kinostarts ein?

Es gibt keine feste Regel. Das hängt ganz vom Verleiher und vom Film ab. Manchmal entdecke ich einen Film vier Monate vor seinem Kinostart, manchmal erst drei Tage davor. Manche Verleiher arbeiten sehr frühzeitig, zeigen mir den Film schon im Vorfeld, und wir können gemeinsam über die Positionierung, die anzusprechenden Medien und mögliche Partner nachdenken. In anderen Fällen ist der Zeitplan viel enger, und man muss schnell handeln. Das ist eine Realität des Berufs: Jeder Film hat seinen eigenen Zeitrahmen.

Was passiert konkret, wenn Sie den Film entdecken?

Ich schaue mir den Film an und organisiere anschliessend die Pressevorführungen. Das ist ein entscheidender Schritt. Die Journalisten und Journalistinnen sehen sich den Film im Kino an, unter Bedingungen, die denen des Publikums sehr ähnlich sind. Ich bin bei diesen Vorführungen immer dabei. Ich beobachte ihre Reaktionen, spreche nach der Vorführung mit ihnen und leite diese Rückmeldungen anschliessend an den Verleiher weiter. Diese Momente ermöglichen es, zu verstehen, wie der Film wahrgenommen wird. Einen Film im Kino zu sehen, ist etwas ganz anderes, als ihn über einen digitalen Sichtungslink anzuschauen. Das Erlebnis ist nicht dasselbe, und das wirkt sich direkt auf die Wahrnehmung aus.

Sie beobachten also auch die Reaktionen vor dem Kinostart.

Ja. Die Pressevorschauen liefern sehr konkrete Anhaltspunkte. Man spürt, ob ein Film Interesse und Diskussionen weckt oder im Gegenteil eher zurückhaltende Reaktionen hervorruft. Das sind wichtige Faktoren für den Verleiher. Anschliessend besteht meine Aufgabe darin, den Film den Journalisten und Journalistinnen vorzustellen, Interviews zu organisieren, das Material bereitzustellen und die Nachbereitung zu übernehmen. Ich fungiere als Bindeglied zwischen dem Verleiher und den Medien.

Arbeiten Sie unterschiedlich mit US-Studios und unabhängigen Verleihern?

Tatsächlich führen US-amerikanische Filmstudios sehr strukturierte Kampagnen durch. Alles wird lange im Voraus geplant. Wir erhalten die Trailer, Plakate und Pressemitteilungen, und die Kommunikation folgt einem genauen Zeitplan. Es gibt auch internationale Richtlinien, die eingehalten werden müssen. Bei unabhängigen Verleihern gibt es oft mehr Flexibilität, aber auch weniger Mittel. Die Arbeit stützt sich stärker auf die Beziehungen zu Journalisten und Journalistinnen und auf gezielte Massnahmen.

Hat die Anzahl der Journalisten und Journalistinnen geändert?

Enorm. Vor zwanzig Jahren gab es in jedem großen Medienhaus mehrere Filmjournalisten. Heute sind es viel weniger, und sie müssen viel mehr Themen abdecken. Das bedeutet, dass sie Entscheidungen treffen müssen. Es können nicht alle Filme behandelt werden. Der Platz, der dem Kino eingeräumt wird, ist geschrumpft.

Hat das Ihre Arbeitsweise verändert?

Ja, insofern, als man präziser und zielgerichteter vorgehen muss. Aber das Prinzip bleibt dasselbe. Meine Aufgabe ist es, den Film vorzustellen, Interviews zu organisieren, Informationen bereitzustellen und den Kontakt zu den Journalisten und Journalistinnen zu pflegen. Die Beziehung steht dabei im Mittelpunkt. Es ist eine Arbeit, die auf Vertrauen und Glaubwürdigkeit basiert.

Hat die Digitalisierung Ihren Beruf verändert?

Zum Teil, vor allem in technischer Hinsicht. Heute geht alles schneller. Man kann Bilder, Videos und Informationen sofort versenden. Früher ging das viel langsamer. Aber der Kern des Berufs hat sich nicht verändert. Die Beziehung bleibt die Grundlage. Man muss präsent sein, reagieren und begleiten.

Kann man den Einfluss Ihrer Arbeit messen?

Nein, nicht wirklich. Man kann nicht sagen, dass ein Artikel eine bestimmte Anzahl von Zuschauern und Zuschauerinnen generiert hat. Aber die Öffentlichkeitsarbeit sorgt dafür, dass der Film in den Medien präsent ist. Ohne Sichtbarkeit kann ein Film völlig unbemerkt bleiben. Unsere Aufgabe besteht darin, ihm die bestmöglichen Voraussetzungen zu bieten, um sein Publikum zu erreichen.

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