Das Drama «Heldin» von Petra Volpe mit der deutschen Schauspielerin Leonie Benesch in der Hauptrolle ist Krankenpflegern und Krankenpflegerinnen gewidmet. Am 27. Februar kommt der Film in der Schweiz in die Kinos und ist im Verleih von Filmcoopi.
Hat die Corona-Pandemie einen besonderen Anstoss gegeben, diesen Film zu machen?
Nein, mich hat das Thema schon vorher beschäftigt. Corona hat es einfach noch akuter gemacht. Ich war in New York während Corona. So viele Menschen sind gestorben, die Krankenhäuser waren überfüllt. Man hat mitbekommen, wie die Pflegefachkräfte an den Anschlag gekommen sind und auch nicht richtig erholt haben. Ich habe nach einer Herangehensweise gesucht und das Buch der jungen deutschen Pflegefachkraft Madeline Calvelage gelesen, die darin ihren Alltag beschreibt. Das Buch hat sich für mich wie ein Thriller angefühlt. Dieses Gefühl der Spannung, die Aufregung und der Rhythmus war ausschlaggebend für die Form des Films. Ich habe mit Madeline Kontakt aufgenommen und sie hat mich beim Drehbuch beraten. Zusammen haben wir die Patientengeschichten erarbeitet. Zudem sind die Patientengeschichten aus meinem eigenen Umfeld inspiriert. Ich habe ganz viele Interviews mit Pflegefachkräften geführt. Ich habe selber in einem Krankenhaus gearbeitet. Durch diese breite Recherche, mit Hilfe von zwei weiteren Pflegefachkräften sowie einem Arzt, ist dann langsam das Drehbuch entstanden.
Wie haben Sie das Konzept für den Schnitt entwickelt?
Wir haben von Anfang an eine Eskalationsdramaturgie geschrieben. Es gab verschiedene Herausforderungen. Wir erzählen in 90 Minuten einen 8-Stunden-Tag. Es sollte das Gefühl entstehen, dass man einen ganzen Tag mit der Protagonistin mitläuft. Uns war es wichtig, dass man in diesem ganzen Stress, in dieser Eskalation, auch Platz für warme, emotionale Momente ist. Mit dem Schnittmeister Hansjörg Weißbrich haben wir viel an dieser Balance gearbeitet.