Erlebniswelten erschaffen
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Erlebniswelten erschaffen

Teresa Vena 10. Januar 2025

Eine langfristige Bindung an ein Produkt oder eine Marke zu erreichen, ist das Ziel jedes Vermarktungsprozesses. Auch die Filmindustrie drängt auf die Erweiterung des Filmerlebnisses ausserhalb der Leinwand. Das lässt sich über den Verkauf von Fanartikeln oder den Bau von Themenparks realisieren.

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Auf den Sandwurm von «Beetlejuice» treffen, in die Unterwelt von «Nightmare Before Christmas» eintauchen oder mit den kuriosen kleinen Helferlein aus «Charlie und die Schokoladenfabrik» herumtanzen, das verspricht in etwa die Ausstellung «Labyrinth» über das kreative Universum des US-amerikanischen Regisseurs Tim Burton. Konzipiert von der spanischen Agentur Letsgo macht sie nach Etappen in verschiedenen europäischen Städten von Mitte Dezember bis Anfang März Halt in Mailand. Die Besucher und Besucherinnen sollen durch interaktive Inszenierungen dabei Teil einer Welt werden, die sich vom Bildschirm in die Realität verschiebt.

Film als Ausgangspunkt

Charlie Chaplin hat in der Schweiz ein eigenes Museum. «Chaplin's World» ist ein seltenes Beispiel einer solchen Institution. Bei Vevey steht das ehemalige Wohnhaus von Chaplin idyllisch inmitten eines grossen Anwesens. Seit 2016 ist das Areal von 3'000 Quadratmetern für die Öffentlichkeit zugänglich. «Jährlich heissen wir 200'000 Besucher und Besucherinnen willkommen», erklärt die Kommunikationsverantwortliche Olivia Baliguet. «Neben zahlreichen Schulgruppen empfängt das Museum auch Erwachsene, Familien sowie Senioren und Seniorinnen». Zu 40 Prozent stammen die Gäste aus der Schweiz, weitere 20 Prozent aus Frankreich und die restlichen 40 Prozent teilen sich auf die Nachbarländer, Grossbritannien, USA und Asien auf. Was sie erwartet ist eine Mischung aus Gedenkstätte und Erlebnispark.

Das Haupthaus ist Chaplins Persönlichkeit und Familiengeschichte gewidmet und das angegliederte Studio seinen Filmen. In letzterem sind markante Figuren und Szenen aus den Filmen lebensgross nachgebaut und begehbar. Viel Vorwissen wird nicht benötigt, die Ausstellungen setzen auf einen emotionalen Zugang und weniger auf einen intellektuell anspruchsvollen oder filmhistorischen. Um der Gefahr entgegenzuwirken, dass sich die Attraktion des Ortes im Grunde in einem einzigen Besuch erschöpft, und um auch Nicht-Filminteressierte anzuziehen, nutzt der Komplex seinen spektakulären Garten als Spielfeld wechselnder Aktivitäten. So war er im Oktober dem Thema Halloween gewidmet. Der Spaziergang durch die gruseligen Installationen mit Werwolfschuppen, Vampirhöhle oder Hexenfeuerstelle war stimmungsvoll. Das Konzept bestimmt die Verwalterin des Komplexes, die Gruppe Compagnie des Alpes mit Sitz in Frankreich, eine Trägerin verschiedener internationaler Unterhaltungs- und Freizeitparks.

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Chaplin's World™ © Bubbles Incorporated

Das breite Publikum erreichen

In einer ähnlichen Sphäre bewegt man sich, wenn man die Ausstellung «Jurassic World» besucht, die vor acht Jahren in

Australien zum ersten Mal eröffnet wurde und bis Ende Dezember in Basel gastierte. Auf einer Fläche von 2'500 Quadratmetern hat die Veranstaltungsagentur Act Entertainment aus Basel einen Erlebnispark nach den «Jurassic Park»-Filmen, deren erster 1993 erschien, umgesetzt. Das Konzept ist hier, die Fiktion aufrechtzuerhalten, dass man sich tatsächlich in der Filmwelt befindet. Die Angestellten spielen daher eine Rolle, wenn sie einen T-Rex füttern oder einen Stromausfall und Tierausbruch fingieren. Die anwesenden Kinder hat es in grosse Angst versetzt. Ob man sich selbst auf das Spiel einlassen kann, sei dahin gestellt, dem Drang, den beiden knuffigen Dinosaurierjungtieren über den Kopf zu streicheln, ist schwer zu widerstehen.

Es wurde erstaunlich wenig über die Dinosaurier-Ausstellung berichtet. Der spöttische Tonfall in einem SRF-Beitrag legt nahe, dass man sie nicht ernst nahm. Die weltweite Besucheranzahl von acht Millionen relativiert dies aber. Sicher profitieren von solchen Veranstaltungen bereits vermögende Rechteinhaber, in diesem Fall in Hollywood sitzend, und sicher kann man auch den grossen Kapitaleinsatz fragwürdig finden. Dennoch erweisen solche Aktionen dem Kino ihren Dienst, indem sie ihr Publikum pflegen. Die Ausrichtung auf eine breite Zielgruppe muss man in diesem Sinne nicht negativ sehen.

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