Eine kleine Lehrstunde in Animation
Bei den Dreharbeiten von «Vers la forêt». © Marco Jörger

Eine kleine Lehrstunde in Animation

Alexandre Ducommun 25. Juni 2025

Die Dreharbeiten für «Vers la forêt» sind abgeschlossen und der Film ergänzt bald die Sammlung von Kurzfilmen, die als Vermittlungsmedium für ein junges Publikum dienen. Die Initiative führt die Produktionsfirma Milos-Films an.

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2013 wurde das Projekt der «Petites leçons de cinéma» (kleinen Filmlektionen) lanciert. Es handelt sich um eine von Milos-Films initiierte Sammlung von Kurzfilmen. Das Konzept lautet: Ein/e renommierte/r Schweizer Regisseur/in verantwortet einen Kurzfilm für ein junges Publikum, der in einen Aspekt des Kinos einführt. Nach einer Festivalkarriere werden die «kleinen Lektionen» im Rahmen der Vorstellungen der Zauberlaterne, die sich auch an ihrer Produktion beteiligt, auf einer grossen Leinwand gezeigt. Anschliessend werden sie auf einer eigenen Internetseite angeboten.

«Vers la forêt» ist die sechste dieser «Lektionen». Dieses Mal steht der Animationsfilm im Mittelpunkt. Um von diesem Genre zu erzählen, setzt der Film ein Animationsstudio in Szene, in dem die Puppen zum Leben erwachen und ihre Umgebung erkunden. Claude Barras interessierte sich zunächst für das Projekt. Da er jedoch bereits mit dem damals in Arbeit befindlichen Film «Sauvages» beschäftigt war, zog er sich aus dem Projekt zurück und schliesslich übernahm Antonin Niclass die Regie.

Die Realisierung von «Vers la forêt» wurde in den Studios von Hélium Films in Lausanne fertiggestellt. Wie bei allen Kurzfilmen der Kollektion war die Finanzierung nicht einfach. Die Doppelnatur des Projekts als eigenständiger Autorenfilm und Vermittlungselement ist nicht alltäglich. «Wir mussten das Projekt als unabhängiges Projekt mit einer eigenen Erzählung verteidigen, trotz Ähnlichkeiten mit ‚Sauvages‘», berichtet Isabelle Zampiero, Produzentin bei Milos-Films. Um die Geschichte einer Marionette zu erzählen, die im Studio eines Animators zum Leben erwacht, greift «Vers la forêt» auf Oshi, das Orang-Utan-Baby aus Barras' Film, zurück.

Die Wiederverwendung der Marionette, die durch die Zusammenarbeit mit Nadasdy Films ermöglicht wurde, sei eine «Gelegenheit eine bereits geleistete Arbeit aufzuwerten» erklärt Zampiero - ein Vorgehen, das angesichts von Materialien, deren Entwicklung lange dauert und deren Herstellung teuer ist, umso mehr Sinn ergibt. «Es war ein Glück für mich, mit so gut gestalteten Marionetten arbeiten zu können», erzählt Antonin Niclass. «Die Frage der Nachhaltigkeit wird im Film oft gestellt, und es ist interessant, sie auch bezüglich der Stop-Motion-Animationstechnik zu stellen, auch wenn sie - buchstäblich - im kleinen Massstab stattfindet. Es ist bereits eine positive Botschaft, wenn die Puppen und einige Elemente der Kulissen wiederverwendet werden.»

Mit «Vers la forêt» halten die «kleinen Filmlektionen» an ihrem ursprünglichen Ziel fest: Dem jungen Publikum aus der Sicht von Autorenfilmschaffenden einen Blick auf das Kino zu ermöglichen. Neu ist jedoch, dass ein Nachwuchsfilmemacher dieses Projekt auf die Leinwand bringt. Das ist eine interessante Perspektive, um frischen Wind in die Reihe zu bringen.

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