Ein Schweizer Projekt, das den Zugang zur Weltraumeroberung hinterfragt
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Ein Schweizer Projekt, das den Zugang zur Weltraumeroberung hinterfragt

Adrien Kuenzy 24. März 2026

Das Anfang März bei den «Impact Days» des FIFDH vorgestellte Dokumentarfilmprojekt «To the Moon and Back» von Elisa Gómez Alvarez wurde mit dem Swiss Focus Award ausgezeichnet. Diese Koproduktion der Schweiz mit den Philippinen und Frankreich wird zudem beim kommenden Festival Visions du Réel ihre Weltpremiere feiern.

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Im Rahmen des letzten Swiss Focus der «Impact Days» des FIFDH, einer Plattform für Schweizer Projekte oder Schweizer Koproduktionen, die eine Wirkungsstrategie verfolgen, wurden vier Dokumentarfilme vor institutionellen Partnern, NGOs und Akteuren der Branche präsentiert. Der mit 2500 Franken dotierte Swiss Focus Award ging an «To the Moon and Back» von Elisa Gómez Alvarez.

Der Film begleitet Pauline, eine philippinische Weltraumbiologin und Aktivistin, und Ilyasse, der aus Marokko stammt – zwei junge Wissenschaftler, die Astronauten werden wollen. Sie lernen sich bei Asclepios kennen, einem Schweizer Programm zur Simulation von Weltraummissionen, das von Studierenden entwickelt und unter anderem vom Astronauten Claude Nicollier betreut wird.

Für die Regisseurin hat das Projekt auch seinen Ursprung in einer persönlichen Erfahrung. «Als Kind wollte ich von der Erde fliehen, verschwinden», erklärt Elisa Gómez Alvarez beim Pitching. «Da ich in einem Umfeld aufgewachsen bin, das von häuslicher Gewalt und psychischen Erkrankungen geprägt war, wurde die Fantasie für mich zu einem Ort des Widerstands und der Zuflucht.»

Im Film wird die Weltraumforschung zu einem Prisma, durch das globale Ungleichheiten hinterfragt werden. «Pauline und Ilyasse setzen sich damit auseinander, wie der neue Wettlauf ins All Geschlechter- und geografische Hierarchien reproduziert», erklärt die Regisseurin. «Wer wird die Zukunft der Menschheit tatsächlich gestalten können?»

Das Projekt befindet sich derzeit in der Endphase und wird in Koproduktion mit Al Jazeera realisiert; die Premiere ist im nationalen Wettbewerb des kommenden Festivals Visions du Réel angekündigt.

Über den Film hinaus entwickelt das Team eine strukturierte Wirkungskampagne, die als konkrete Fortsetzung der Erzählung konzipiert ist. Diese sieht insbesondere Veranstaltungen vor, bei denen Wissenschaftler und junge Forscher an der EPFL und der ETH Zürich zusammenkommen, sowie eine digitale Kampagne, die darauf abzielt, die jüngeren Generationen für den Zugang zu Bildung und wissenschaftlichen Karrieren zu mobilisieren.

Das Team möchte diese Themen auch in die Entscheidungsgremien der Raumfahrtbranche einbringen, insbesondere beim International Astronautical Congress, der weltweit wichtigsten Konferenz in diesem Bereich.

«Unsere Gemeinschaften sind bereits an vorderster Front mit den Auswirkungen des Klimawandels konfrontiert und benötigen Weltraumwissenschaften und -technologien für Resilienz und nachhaltige Entwicklung. Doch sie bleiben in der globalen Technologiediskussion weitgehend unberücksichtigt», erklärt auch Pauline, eine Protagonistin des Films, die bei der Präsentation per aufgezeichnetem Video zu Wort kam, da ihre Reise nach Genf aufgrund des Krieges im Nahen Osten unmöglich geworden war.

Die «Impact»-Kampagne sieht insbesondere die Organisation einer ersten simulierten Weltraummission vor, die von philippinischen Studierenden durchgeführt wird und durch Stipendien für Talente unterstützt wird, die keinen Zugang zu wissenschaftlichen Einrichtungen haben.

«Helft uns, Kinder von den Inseln und Träumern und Träumerinnen aus der Wüste zu Entdecker und Entdeckerinnen und Entscheidungsträger und Entscheidungsträgerinnen zu machen», fügt Pauline hinzu.

Die anderen Projekte, die am Swiss Focus vorgestellt wurden.

«A Search for Love»: Unter der Regie von Carlotta Piccinini begleitet dieses italienisch-schweizerische Koproduktionsprojekt eine kenianische Aktivistin, die sich gegen weibliche Genitalverstümmelung und Frühehen einsetzt. Der Film sieht eine «Impact»-Kampagne zwischen Kenia und Europa vor, die begleitete Filmvorführungen und Diskussionen mit Gemeinden und Fachleuten umfasst.

«Imagine Peace»: Der Dokumentarfilm von Fabian Chiquet zeichnet das Vermächtnis der Friedensaktivistin Edith Ballantyne nach. Der Film, der kürzlich an den Solothurner Filmtagen vorgestellt wurde, bereitet einen Kinostart vor, begleitet von Vorführungen in Schulen und Universitäten sowie Diskussionen rund um Fragen des Friedens und der Abrüstung.

«One Step Closer»: In diesem französisch-schweizerischen Koproduktionsprojekt untersucht der Regisseur Mehran Tamadon die politischen und kulturellen Spaltungen in Europa. Der Film sieht Filmvorführungen mit anschließenden Diskussionen sowie partizipative Formate vor, die darauf abzielen, Räume für den Dialog zwischen Zuschauern mit gegensätzlichen Meinungen zu schaffen.

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