Ein Jubiläumsjahr
© Kenza Wadimoff

Ein Jubiläumsjahr

Adrien Kuenzy 10. Januar 2025

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Dieses Jahr stellt eine historische Wende für Cinébulletin dar. Seit ihrer Gründung vor 50 Jahren analysiert die Zeitschrift mit Leidenschaft die Hintergründe der audiovisuellen Branche, national wie international. Angesichts des Schwindens der Papierpresse wussten wir, uns zu wandeln und investierten in digitale Plattformen. Unser neuer Internetauftritt widerspiegelt dieses Engagement, das sich besonders auf die Nachwuchsförderung und die Entwicklung neuer Projekte konzentriert. Diese Initiativen, die zu einem späteren Zeitpunkt enthüllt werden, zeugen von unserem unermüdlichen Einsatz.

Der Startschuss zum Jubiläumsjahr fällt an den Solothurner Filmtagen, mit einer Spezialvorführung und anschliessenden Podiumsdiskussion mit unserem Präsidenten Vincent Adatte und dem Westschweizer Filmemacher Lionel Baier. Das Ereignis bildet den Auftakt einer Reihe von Spezialbeiträgen, mit denen wir das Jahr hindurch die Geschichte der Zeitschrift und die Entwicklungen in der Branche beleuchten möchten.

Nicht nur Cinébulletin feiert dieses Jahr einen runden Geburtstag. Die Solothurner Filmtage begehen ihr 60-jähriges Jubiläum mit einer Retrospektive über die Jura-Landschaft mit Filmen aus elf Jahrzehnten sowie einer Ausstellung und Podiumsdiskussionen. Dies würdigen wir in dieser Ausgabe mit einem Beitrag über den legendären «Locationscout» Pierre Jouille. Der Franzose, der sich in erster Linie als Jurassier bezeichnet, nimmt an einer Podiumsdiskussion mit dem Titel «Casting einer Landschaft» teil, welche die wichtige Rolle der Landschaft im Film sowie die logistischen und technischen Herausforderungen bei der Drehortsuche thematisiert.

Ein weiterer Artikel ist einem der wichtigsten Treffen im Rahmen von SO PRO gewidmet. Es geht darin um die Auswirkungen der «Lex Netflix», die ein Jahr nach ihrer Verabschiedung bereits Veränderungen in der Produktions- und Vertriebsdynamik von Schweizer Filmen angestossen hat, indem sie Kollaborationen zwischen nationalen Produktionsfirmen und internationalen Plattformen fördert.

2025 wird auch ein entscheidendes Jahr für die Zukunft des Schweizer Films. Die vom Bundesamt für Kultur bei Goldmedia in Auftrag gegebene, 2024 veröffentlichte Studie ermöglichte eine detaillierte Bestandsaufnahme der Branche. Dieses Jahr ist es Zeit für Entscheidungen: Das BAK präsentiert die aus der Analyse abgeleiteten konkreten Massnahmen, die anschliessend in die Vernehmlassung gehen. An den Solothurner Filmtagen werden die in Zusammenarbeit mit der Branche entwickelten Initiativen erstmals öffentlich vorgestellt.

Swiss Films schliesslich erhält eine neue Aufgabe in der nationalen Filmpromotion. Während die Sichtbarkeit der Schweizer Filme auf dem heimischen Markt eine grosse Herausforderung bleibt, könnten die vereinten Anstrengungen auf institutioneller und sektorieller Ebene eine neue Dynamik schaffen. Hoffen wir, dass die Massnahmen den Erwartungen und Bedürfnissen einer Branche im Umbruch gerecht werden.

Adrien Kuenzy
Co-Cheferdaktor

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