Cinéma Korso
Kino Korso, aussen. © Dres Hubacher

Cinéma Korso

Alexandre Ducommun 26. September 2024

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Etwas weniger als ein Fünftel der Bevölkerung von Freiburg ist deutschsprachig. Gemäss einem von Bundesbern in Auftrag gegebenen Bericht über die Zweisprachigkeit der Kantonshauptstadt nimmt dieser Anteil seit Beginn des 20. Jahrhunderts konstant ab. Das kulturelle Angebot in deutscher Sprache schrumpfte parallel dazu bis zum fast vollständigen Verschwinden. Dieser Meinung ist zumindest Thierry Spicher, einer der vier Initianten des Kino Korso, das in den Räumlichkeiten des seit 2010 geschlossenen Kino Corso gegründet wurde. Das «K» anstelle des «C» im Namen soll zum Ausdruck bringen, dass sich das Korso mit seinen drei Sälen in erster Linie an ein deutschsprachiges Publikum richtet. «Das fehlende Angebot und das zunehmende Verschwinden der Zweisprachigkeit in Freiburg haben uns dazu veranlasst, das Korso im Einklang mit den deutschsprachigen Kinostarts zu eröffnen», so Spicher. Der gebürtige Freiburger, der mit Wehmut an die 1980er Jahre und ihr breites zweisprachiges Kulturangebot zurückdenkt, hofft, das Publikum mit dem Korso zurückzugewinnen.

In einer Zeit, in der die meisten Kinobesucher und -besucherinnen wegen des grösseren Angebots auf andere Städte wie Bern ausweichen, ist dies ein gewagtes Vorhaben, umso mehr als es in erster Linie auf ein Publikum abzielt, das gar nicht mehr ins Kino geht. «Wir möchten Leute ansprechen, die zwei- oder dreimal pro Jahr und immer seltener ins Kino gehen, auch aus finanziellen Gründen», erklärt Spicher. Mit einem durchschnittlichen Eintrittspreis von rund zehn Franken möchte das Korso das fehlende Publikum über den Preis wieder in die Kinosäle locken.

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Cinéma Korso, innen © Dres Hubacher
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Cinéma Korso, innen © Alexandre Ducommun
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Cinéma Korso, innen © Dres Hubacher

Der Neuankömmling wird sich in der Freiburger Kinolandschaft durchsetzen müssen, insbesondere gegen das Rex mit seinen drei Sälen, das sich in unmittelbarer Nähe des Korso befindet. Spicher bleibt zuversichtlich und hofft, die Vertriebe zu überzeugen, indem er ihnen eine Aufteilung der Einnahmen zu gleichen Teilen über die gesamte Spieldauer der Filme anbietet und zugleich bestmöglich mit den anderen Kinos der Stadt zusammenarbeitet. Um die Verluste aus diesem für die Branche unüblichen Geschäftsmodell auszugleichen, zählt das Korso neben den Filmvorführungen auf Zusatzangebote in Form einer Bar und einer Pizzeria. Das Kino erhielt im Übrigen keine öffentlichen Fördergelder für seine Wiederinbetriebnahme. Die Renovationsarbeiten in Höhe von 1,5 Millionen Franken wurden zu je einem Drittel vom Gebäudeeigentümer, aus Eigenmitteln der Initiatoren des Projekts und aus Versicherungszahlungen infolge eines Brandes, der 2020 im Gebäude ausgebrochen war, finanziert. Spicher zeigt sich erstaunt über die Verweigerung kultureller Fördergelder und führt diese auf eine gewisse «Fremdenfeindlichkeit» gegenüber den Initiatoren zurück, die in anderen Regionen ansässig sind. «Unser Ziel besteht aber auf jeden Fall nicht darin, ein weiterer subventionierter Betrieb zu sein, sondern offenzubleiben. Alle, die in unseren Räumlichkeiten etwas erschaffen wollen, sind herzlich willkommen, doch sie müssen sich selbst um die nötigen Fördergelder kümmern», so der Betreiber. Schliesslich will das Korso nicht die Behörden, sondern das Publikum überzeugen. Das Kino wurde am 19. September wiedereröffnet. Fortsetzung folgt.

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