Cinébulletin aus der Sicht seiner Leserschaft

Cinébulletin aus der Sicht seiner Leserschaft

Teresa Vena und Adrien Kuenzy 22. Mai 2025

Nur wenige Abonnenten und Abonnentinnen haben an unserer im März 2025 lancierten Umfrage teilgenommen. Dennoch liefern ihre Antworten wertvolle Erkenntnisse über unsere Leserschaft: Sie ist vom Fach, treu, papieraffin und dennoch offen für Veränderungen.

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Im März 2025 schickte Cinébulletin all seinen Abonnenten und Abonnentinnen einen Fragebogen zu, um die Erwartungen der Leserschaft besser zu verstehen. 36 Personen nahmen an der Umfrage teil – eine bescheidene Zahl im Hinblick bedenkt man die Auflage der Zeitschrift.

Praktisch alle Teilnehmenden gaben an, im Film- oder audiovisuellen Sektor zu arbeiten. Am stärksten vertreten war mit 43 Prozent die Altersgruppe von 41 bis 60 Jahren, gefolgt von den über 60-Jährigen mit 31 Prozent. Die Befragten sind mehrheitlich männlich und deutschsprachig: 60 Prozent der Antworten kamen aus der Deutschschweiz, 25 Prozent aus der Westschweiz und 15 Prozent aus dem Tessin, was zufällig einer realen Verteilung der Leserschaft entspricht. Eine Mehrheit von 57 Prozent bevorzugt das Papierformat; nur 2,8 Prozent der Teilnehmenden lesen das Cinébulletin ausschliesslich Online.

In Bezug auf die Form wurden moderate, aber klare Vorschläge eingebracht. Einige wünschen sich bessere Lesbarkeit durch grössere Schrift und indem man die Form mehr der Information unterordnet. Andere Stimmen erwarten aber genau gegenläufig dazu eine zunehmende Integration von Bildelementen und Illustrationen. Wenn es um die inhaltliche Strukturierung der Zeitschrift und die Vorliebe für die eine oder andere Rubrik geht, sind (fast) alle Meinungen vertreten. Für Diskussionen sorgt die Eingliederung der italienischen Schweiz über eigene italienischsprachige Seiten, da die Sprachenvielfalt grundsätzlich begrüsst wird, aber auch angeregt wird, Themen nicht nur nach Regionalität zu organisieren. 

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In Bezug auf Tonalität und Stil der Zeitschrift gehen die Meinungen der Befragten auseinander. Viele schätzen die ihrer Ansicht nach «engagierte», «kritische» und «professionelle» Berichterstattung. Einige stellen aber auch eine gewisse «Monotonie» oder zu grosse «Neutralität» fest.

Die Antworten auf die offenen Fragen nach auszubauenden Themenbereichen fielen sehr unterschiedlich aus und zeugen von einem starken Wunsch nach redaktioneller Vertiefung. Oft genannt wurde der Animationsfilm, der nach der Ansicht einiger Lesender zu wenig vertreten ist: «Animationsfilm!», so eine der Rückmeldungen. Hier zeigt sich eine gewisse Subjektivität, die auch Ausdruck der inspirierenden Leidenschaft ist, die unsere Branche kennzeichnet. Zahlreiche Befragte wünschen sich eine intensivere Auseinandersetzung mit der nationalen und internationalen Filmpolitik. Dabei werden Fördermassnahmen, institutionelle Debatten und Diversität als Themenbereiche genannt, die detaillierter behandelt werden sollten. Andere würden mehr Beiträge zu technischen Berufen begrüssen, um «manuelle Arbeit und Handwerk in einer zunehmend digitalisierten Welt aufzuwerten». Die prekäre Situation vieler Kunstschaffender wird auch genannt, zum Beispiel im Bereich der Altersvorsorge, sowie die Herausforderungen in Bezug auf Bilderziehung, Kinderfilme und Zugänglichkeit der Inhalte. Manche bedauern die mangelnde internationale Ausrichtung: «Es wird zu wenig über Schweizer Erfolge im Ausland berichtet», oder: «Mir fehlt eine richtige Analyse des Desinteresses des Publikums für das aktuelle Filmschaffen.»

Die Aufforderung, das Cinébulletin in wenigen Worten zu umschreiben, wurde am häufigsten mit Ausdrücken wie «informativ», «aktuell» und «unverzichtbar» beantwortet. Doch auch hier gab es kritische Stimmen, welche die Zeitschrift als «zu kurz», «zu schnell gelesen» oder «zu nüchtern» bezeichneten.

Umfrage Cinébulletin

Für alle, die noch nicht an der Umfrage teilgenommen haben, können das gerne noch über diesen Link tun oder kontaktieren uns direkt.

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