Black Film Festival Zürich setzt sich für mehr Sichtbarkeit ein
Filmstill aus «Dahomey» von Mati Diop © Filmcoopi

Black Film Festival Zürich setzt sich für mehr Sichtbarkeit ein

Teresa Vena 18. Januar 2025

Vom 6. bis 8. Dezember fand eine neue Ausgabe des Black Film Festival in Zürich statt. Wir stellen dem Team, das als Kollektiv auftritt, ein paar Fragen.

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Wie setzt sich das Publikum des Black Film Festival Zürich zusammen? 

Das Publikum war in diesem Jahr sehr divers aufgestellt, sowohl in Hinblick auf Alter, sozioökonomischen Status oder Herkunft. Das lässt sich unter anderem auch auf unsere Kooperationen zurückführen, wie mit dem Museum Rietberg, dem «x collective x» oder der Kulturlegi Kanton Zürich. Dazu kommt sicher auch, dass wir dieses Jahr enorm viele Leute über die sozialen Medien erreicht haben. Wenn wir so zurückblicken müssen wir auch festhalten, dass wir es enorm schön fanden, einen Begegnungsort erschaffen zu haben, welcher die Besucher und Besucherinnen zum Verweilen und Diskutieren einlud.

Wie stellen Sie die Filmauswahl zusammen? 

Die Filmauswahl basiert auf einem kollektiven Entscheidungsprozess. Alle Teammitglieder können Vorschläge einreichen, die vom Filmrecherche-Team gesichtet und ergänzt werden. Ab und zu gibt es auch Einreichungen durch externe Personen, Verleiher und Verleiherinnen oder Filmschaffende, die wir ebenfalls in unserer Auswahl berücksichtigen. Eine Auswahl an Filmen wird vom gesamten Team gesichtet und bewertet, bevor wir gemeinsam entscheiden, welche Werke ins Programm aufgenommen werden. Unser Ziel ist es, die Vielfalt Schwarzer Filme von Künstler und Künstlerinnen afrikanischer Herkunft («of African descent») sichtbar zu machen – mit einer Auswahl, die inspiriert und bewegt.

Ein Teil Ihres Programmes ist Autoren und Autorinnen gewidmet, die in der Schweiz leben. Welche Bedeutung hat dieser Aspekt für das Festival?

Wir sind ein Festival in Zürich, in der Schweiz, und wir dürfen und wollen den Schweizer Filmmarkt keineswegs aus dem Auge lassen. Gleichzeitig müssen wir aber auch festhalten, dass so ein Fokus Programm das erste Mal stattgefunden hat und nächstes Jahr wohl eher durch einen anderen Fokus abgelöst werden wird. Das soll jedoch keinesfalls heissen, dass wir nicht Ausschau halten nach Filmperlen aus der Schweiz, welche wir ins Programm aufnehmen können.

Worin bestehen die grössten Herausforderungen, in der Schweiz ein Festival mit dieser Ausrichtung auszurichten?

Es ist unglaublich schön und bereichernd, dass Zürich oder die Schweiz so viele verschiedene Filmfestivals hat. Alle mit ihrer eigenen Ausrichtung und ihrem eigenen Charme. Wir denken, nicht von der ganzen Vielfalt an Festivals verschluckt zu werden, ist sicherlich eine der grössten Herausforderungen. Damit einher geht auch die finanzielle Hürde. Denn gerade durch die Vielfalt an Festivals gestaltet sich die Finanzierung jedes Jahr unsicher. Ein weiterer Aspekt ist sicherlich auch die Zusammensetzung des Teams. Da unser Festival grösstenteils durch freiwillige Arbeit getragen wird, bleibt es anspruchsvoll, die Motivation im Team langfristig aufrechtzuerhalten – auch wenn wir momentan ein grossartiges und engagiertes Team haben.

Hinzu kommt die inhaltliche Herausforderung: Unser Ziel ist es, die Vielfalt Schwarzer Filme von Künstler und Künstlerinnen afrikanischer Herkunft sichtbar zu machen. Dieser Vielfalt in nur drei Tagen gerecht zu werden, ist eine enorme Aufgabe, die uns immer wieder aufs Neue fordert.

In welchen Bereichen wünschten Sie sich Unterstützung aus institutioneller oder auch privater Seite? 

Wie bereits erwähnt, ist die Finanzierung des Festivals jedes Jahr eine grosse Herausforderung. Wir sind dankbar für die Unterstützung, die wir bereits erhalten. Dennoch würden wir uns breitere finanzielle Unterstützung wünschen, um unser Festival langfristig stabiler zu gestalten und noch mehr Menschen zugänglich zu machen.

Ein weiterer Bereich, in dem wir uns mehr Rückhalt erhoffen, ist die Berichterstattung in den Medien. In herkömmlichen Medien präsent zu sein, ohne dafür bezahlen zu müssen, respektive eine Anzeige zu schalten, ist enorm schwierig. Wir würden uns daher wünschen, dass wir eine grössere mediale Präsenz erhalten, um unseren Begegnungsort weiter auszubauen.

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