50 Jahre grafische Entwicklung, im Einklang mit dem Film
Cover Cinébulletin nr. 1, Oktober 1975. © Cinébulletin

50 Jahre grafische Entwicklung, im Einklang mit dem Film

Adrien Kuenzy 22. Mai 2025

Von der experimentellen Gestaltung der Anfänge bis zur modernen Schlichtheit hat das Cinébulletin seine visuelle Identität laufend angepasst.

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Während die redaktionelle Aufgabe des Cinébulletins ziemlich konstant geblieben ist – informieren, vereinen und die Herausforderungen der Branche analysieren – hat sich seine grafische Erscheinung stetig verändert. Die Titelseiten der Zeitschrift zeugen vom Wandel in der redaktionellen Gestaltung und in der Wahrnehmung des Schweizer Filmschaffens.

Die erste Titelseite von 1975 (1) ist radikal nüchtern: geometrische Typografie aus parallelen Linien, kein einziges Bild und ein strenge Gestaltung. Die Zeitschrift präsentiert sich als Bulletin im wahrsten Sinne des Wortes und als Instrument für die Mitglieder der ersten sieben Berufsverbände. 1976 bleibt das Design karg (2), doch der Titel wird dynamischer und wirkt dank der unterschiedlich breiten Linien fast dreidimensional – ein erster Schritt hin zu einer weniger starren visuellen Identität. 1977 wird die Schrift einfacher (3) und der Text besser lesbar, doch es gibt immer noch keine Bilder – eine Nüchternheit, die damals typisch war für Fachpublikationen.

Der Einzug der Bilder

1980 markiert einen Wendepunkt (4): Zum ersten Mal ziert ein Bild die Titelseite – ein Mädchen in Bewegung, aus dem Film «Le Chemin perdu» von Patricia Moraz. 1981 erscheint erstmals ein ganzseitiges Bild. Im Jahr 1984 läutet das Cinébulletin eine neue ästhetische Ära ein (5): Zwei stilisierte schwarze Silhouetten überqueren eine Brücke vor einem leeren, weissen Hintergrund. Dieses Spiel mit Fläche und Abstraktion bringt eine neue erzählerische und visuelle Dimension ein. Der schräge Schriftzug «Solothurn 84» erzeugt grafische Spannung, im Gegensatz zur Statik der früheren Titelseiten. Die feinere und leicht kursive Schrift schafft eine intimere Atmosphäre und lockert das Ganze auf. Im Lauf der Jahre wird der Titel unauffälliger und erscheint zuweilen zentriert und in kleinerer Schrift.

Um die Jahrtausendwende wird die Gestaltung dichter und strukturierter. 1999 erscheinen die Rubriken auf der Titelseite (6), die Titel werden farbig, die visuelle Identität festigt sich. Das Erscheinungsbild wird professioneller und passt sich an damals übliche Zeitschriftenformate an.

2014 geht das Cinébulletin zu einer puristischen Gestaltung über (7): «CB» wird zu einem festen Logo, und der Text macht grossformatigen Bildern Platz, die zum Ausdruck der visuellen Identität werden. Die Zeitschrift ist zweisprachig gestaltet, wobei abwechselnd die deutsche oder französische Version der Beiträge an erster Stelle steht.

Die neueren Ausgaben, wie April-Mai 2022 (8), bestätigen die Tendenz zu einer strukturierten Gestaltung: ganzseitiges Bild, weisser Schriftzug, rote Titel. In einem halben Jahrhundert hat sich das Cinébulletin von einem Informationsbulletin zu einer Zeitschrift gewandelt, wo Bild und Ästhetik eine zentrale Rolle spielen – eine Entwicklung im Einklang mit dem Wandel der Medienlandschaft.

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