Die Affäre Joëlle Bertossa und Cinéforom

Adrien Kuenzy 31. März 2025

Am 18. März 2025 veröffentlichte der Blick einen anklagenden Bericht, den Myret Zaki unterzeichnete. Darin wurde gegenüber der Produzentin und gleichzeitigem Mitglied des Auswahlkomitees des Cinéforom der Vorwurf des Interessenkonflikts erhoben, weil sie selbst Bezieherin von Fördergeldern derselben Institution wurde. Cinéforom reagiert sofort am nächsten Tag der Berichtveröffentlichung und bekräftigt, dass sich Joëlle Bertossa systematisch zurückzieht, wenn es um Entscheidungen geht, die sie betreffen. Die Stiftung hebt hervor eine überwachte, transparente Struktur zu haben, die den Anforderungen der kantonalen und eidgenössischen Behörden entspricht. Der Fall hat verschiedene und heftige Reaktionen in den Medien der Westschweiz hervorgerufen (Tribune de Genève, Le Courrier, Léman Bleu), in denen Joëlle Bertossa auch die Gelegenheit hatte, ihren Standpunkt zu verteidigen.

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Der erste Spielfilm mit der KI-generierten Schauspielerin Tilly Norwood steht bevor. Das Londoner Unternehmen Particle 6 entwickelt eine Tragikomödie, in der Tilly die Hauptrolle in einer sich um KI drehenden Geschichte spielen soll. Am ZFF-Summit wird die Erschafferin von Tilly, Eline van der Velden, anwesend sein.


Deutschland will Filmförderung kürzen

Nachdem das Budget für die nationalen und internationalen Produktionen, die sich verpflichten, auf dem deutschen Gebiete zu drehen für 2026 auf 250 Millionen Euro erhöht wurde, soll es 2027 wieder auf 200 Millionen gekürzt werden. Diese Anreizförderung war dermassen erfolgreich, dass der Betrag für 2026 bereits fast ausgeschöpft ist. Das zeigt auch das Bedürfnis und die Notwendigkeit seiner Existenz, weswegen sich die deutsche Filmbranche aktuell gegen eine angekündigte Kürzung zu wehren versucht.


Warner-Übernahme durch Paramount unter Druck

In den USA hält der Streit um die Warner-Übernahme durch Paramount Skydance weiter an. Unterstützt durch die Staatsanwaltschaft von zwölf US-Bundesstaaten, stellen sich die Autorengewerkschaft WGA und die Schauspielgewerkschaft SAG-AFTRA mit dem Argument einer Kartellrechtsverletzung gegen die Fusion. Die Regiegewerkschaft DGA fordert nun für eine Deeskalation Zugeständnisse von Paramount und appelliert auf eine aussergerichtliche Einigung. Die Zusicherung von einer jährlichen Mindestanzahl von Kinoproduktionen und einer Mindestauswertung im Kino will Paramount bereits versichert haben. Gleichzeitig droht das Studio aktuell mit dem Rückzug aus Kalifornien. Für Paramount ist die Verzögerung der Übernahme teuer, denn gemäss Übernahmevertrag zahlt das Studio pro Tag, an dem die Fusion nach dem 30. September nicht abgeschlossen wird, eine Ausfallgebühr von 7 Millionen US-Dollar.