Die Dialektik des Schreibens
Raphaël Meyer. © Ghislaine Heger
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Die Dialektik des Schreibens

Alexandre Ducommun 31. Oktober 2025

Raphaël Meyer ist Co-Schöpfer der Serie «Intraçables», die am Geneva International Film Festival ihre Weltpremiere feiert. Porträt eines Drehbuchautors, der am liebsten im Team schreibt.

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«Ich war Assistent in allen möglichen Bereichen.» Nach einem einzigartigen Werdegang, von Regie über Produktion bis zum Vertrieb, entdeckt Raphaël Meyer seine Leidenschaft fürs Schreiben. So beginnt er mit 26 Jahren an der ECAL-HEAD ein Masterstudium, Fachrichtung Drehbuch. Meyer fühlt sich seit jeher zum Film hingezogen, doch das Drehbuchschreiben eröffnet ihm neue Perspektiven. So erhält er die Möglichkeit, an der RTS-Serie «Hors-Saison» mitzuarbeiten und gemeinsam mit Malou Briand das Drehbuch für eine Folge zu schreiben. Mit ihr hatte er bereits an der Webserie «Bâtards», die den Fantastic Web Contest (organisiert vom NIFFF und RTS) gewann, zusammengearbeitet und so erste Serienerfahrung gesammelt.

Einige Jahre später wird Meyer vom Drehbuchautor Ami Cohen, der auch an «Hors-Saison» mitgearbeitet hatte, für ein neues Projekt kontaktiert. Die Serie «Log Out», die später in «Intraçables» umbenannt wird, ist einThriller, der in einer digitalen Welt spielt und in dessen Zentrum eine durch einen tragischen Verlust geprägte Mutter-Sohn-Beziehung steht. «Ami hatte bereits einen ersten Entwurf erstellt», so Meyer, «und ich konnte das tun, was ich am liebsten tue: In die Welt eines anderen eintauchen und einen Teil von mir in die Erzählung einbringen.» Von da an geht alles sehr schnell für «Intraçables»: Das von Akka Films und RTS lancierte Projekt wird zur schweizerisch-französischen Koproduktion, für die sich schliesslich auch TF1 interessiert.

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Dreharbeiten von «Intraçables». © Akka Films

Serienautor

Die garantierte Ausstrahlung auf zwei nationalen Fernsehsendern verleiht der Serie eine neue Dimension. Meyer ist nicht nur Autor, sondern auch Co-Schöpfer der Serie, gemeinsam mit Cohen. Sie werden von den Drehbuchautorinnen France Ortelli und Mathilde Arnaud unterstützt. «Drehbuchschreiben ist eine sehr einsame Tätigkeit: Man sitzt oft allein vor dem Computer und kämpft mit sich selbst», so Meyer. «Im Team zu arbeiten, bietet eine echte Chance, den Beruf sozialer zu gestalten und unterschiedliche Vorstellungen einzubringen.»

Nebst dem sozialen Aspekt erlaubt das Drehbuchschreiben im Team auch einen schnelleren Produktionsrhythmus. Die Drehbuchautorinnen teilen sich die Folgen auf, während die Co-Schöpfer die künstlerische Kontinuität und den Austausch mit den anderen Abteilungen sicherstellen. Auch Co-Schöpfer Cohen befürwortet diese Art der Zusammenarbeit: «Als Co-Autoren sind wir die ersten und die letzten, die das Drehbuch lesen. Durch den Austausch gewinnen wir an Zeit und Qualität. Das schätze ich im Übrigen besonders an der Zusammenarbeit mit Raphaël: Er stellt immer die richtigen Fragen und lässt nicht locker, wenn ihn etwas stört.»

Meyer hofft, auch in Zukunft weiter im Team arbeiten zu können. Doch auch der Schreiberei im Alleingang will er sich stellen, um so den «Mut» zu finden, eine persönlichere Geschichte zu erzählen. Eines ist sicher: Der Drehbuchautor möchte auch in Zukunft mit verschiedenen Formaten arbeiten, von Filmen bis zu Serien, und sich in anderen Genres versuchen.

Die Serie «Intraçable» feiert am GIFF am 1. November um 18.30 Uhr ihre Weltpremiere. Unmittelbar danach ist sie auf Play Suisse verfügbar und wird ab dem 13. November auf RTS 1 gesendet.

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