Gibt es die eine, verbindliche Realität? Nein, proklamiert der Trailer der 19. Ausgabe der Internationalen Kurzfilmtage Winterthur und lotet die Grenzen zwischen filmischer und nicht-filmischer Wirklichkeit aus. Umgesetzt vom Schweizer Filmemacher Benny Jaberg läuft er ab Oktober im Fernsehen und im Kino schweizweit.
Jährlich erteilen die Kurzfilmtage einer Schweizer Filmemacherin oder einem Schweizer Filmemacher eine «Carte Blanche» für die Realisierung ihres Festival-Trailers. Dabei ist das Hauptanliegen des bedeutendsten Kurzfilmfestivals des Landes nicht primär das werberische Potenzial. «Wir vergeben den Trailer bewusst an Regisseure, deren Filmsprache sich ästhetisch von jener in gängigen Werbespots abhebt», so Remo Longhi, Kaufmännischer Leiter der Kurzfilmtage. Für die Umsetzung des Trailers der 19. Ausgabe erhielt Benny Jaberg mit seinem Konzept gegenüber den weiteren Bewerbern den Zuspruch. Der 34-Jährige war 2013 mit seinem Kurz-Dokumentarfilm «The Green Serpent» (Schweiz/Russland 2013), für den er den Zürcher (2013) und den Schweizer Filmpreis (2014) für den besten Kurzfilm erhielt, im Schweizer Wettbewerb der Kurzfilmtage vertreten. Jüngst steuerte Jaberg eine Episode zum Spielfilm «Heimatland» (Schweiz 2015) bei, der ab November im Kino zu sehen ist. Im Trailer der Kurzfilmtage nimmt uns Jaberg mit auf einen einnehmenden filmischen Kurztrip, auf eine Gratwanderung zwischen Fiktion und so genannter Realität – einer Babuschka gleich eröffnet sich uns ein Spiel mit cinematischen Wirklichkeiten und unserer Wahrnehmung derer. Eine entrückte Reise ins Innere des Mediums selbst und eine Hommage an die Imaginationskraft des Kinos.
www.kurzfilmtage.ch