Gedanken in Erwartung des Durchbruchs
Ben Donateo (Mitte) beim Drehen. Locarno Spring Academy official pictures

Gedanken in Erwartung des Durchbruchs

Chiara Fanetti 23. Mai 2025

Eine Begegnung mit dem Regisseur Ben Donateo, der derzeit an seinem ersten Spielfilm arbeitet – ein Meilenstein in einer vielversprechenden Karriere.

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Ben Donateo, der vor Kurzem von der Berlinale Talents 2025 zurückgekehrt ist, sprüht vor Energie. «Es war eine sehr bereichernde Erfahrung, vor allem wegen des Austauschs mit den anderen Teilnehmern und Teilnehmerinnen. In Berlin hatten manche einen unglaublichen Lebenslauf, und durch die Gespräche verstand man schnell, wo man selber steht, man wird sich der eigenen Position sehr genau bewusst.» Wo also steht Ben Donateo in seiner Laufbahn? «Ich arbeite an meinem ersten Werk, und es muss eine Wucht werden.»

Reflektiertheit

Der erste Spielfilm ist ein Schritt, dem ein langer Weg aus Auswahlverfahren, Ausschreibungen, Wettbewerben, Dossiers und erfolgreichen Präsentationen vorausgeht. Man muss vor Jurys und Fachleuten bestehen, die anhand kurzer Zusammenfassungen noch in Entwicklung befindliche Projekte beurteilen. Dieses Vorgehen ist inzwischen der übliche Weg, um bei Produktions- und Verleihfirmen und Programmkommissionen Gehör zu finden. Stösst dieses System an seine Grenzen? «Dieser Weg wird erst zwingend, wenn man einen kostspieligen Film plant und ins Programm eines hochkarätigen Festivals aufgenommen werden möchte», sagt Ben Donateo, der mit «La mattanza» – so lautet der Titel seines ersten Spielfilmprojekts – bereits an Locarno Residency, am Perspektiven Lab der Solothurner Filmtage sowie an Itineranze Doc teilgenommen hat, wo er 2024 den Preis Visions du Réel Industry Award gewann.

Der Film «La mattanza», dessen Dreharbeiten voraussichtlich 2027 beginnen, erhielt 2024 eines der drei SSA-Stipendien für das Schreiben von Drehbüchern: für Ben ein Sprung in eine andere Liga. Nach seinen Erfolgen mit Kurzfilmen («Grigio. Terra bruciata» lief am Locarno Film Festival in den Pardi di domani und am International Documentary Film Festival Amsterdam) und Mittellangfilmen («Muzungu», Regie gemeinsam mit Michel Passos Zylberberg, lief an den Visions du Réel 2024 im nationalen Wettbewerb) ist für den Regisseur aus Lugano jetzt der Moment gekommen, bei den Grossen mitzuspielen. Er hat eine starke Idee entwickelt und sich für ein hybrides Format zwischen Spiel- und Dokumentarfilm entschieden. Der Film soll von Nicola Bernasconis Rough Cat produziert werden. «Wenn man als Drehbuchautor an Pitches teilnimmt, ist man gezwungen, die Sache auf den Punkt zu bringen. Man hat wenige Minuten Zeit, um zu erklären, worum es im Film gehen soll. Wenn das nicht gelingt, ist man noch nicht bereit, die Idee zum Leben zu erwecken. Für ‹La mattanza› waren diese Pitches von fundamentaler Bedeutung: Der nächste Schritt war immer eine Folge davon, wie ein Pitch ausgegangen war.»

Sich neu definieren und doch sich selbst bleiben

Dank der Teilnahme an verschiedenen Ateliers wie der IDFA Academy, ZFF Academy und Filming a Strange Planet mit Werner Herzog konnte Ben Donateo Kontakte zur internationalen Szene knüpfen, was vom Tessin aus sonst oft schwierig ist. Das widerspiegelt sich seiner Meinung nach auch in manchen der hier geschriebenen und produzierten Filme: «Sie kommen etwas zu wenig universell daher. Es fällt uns schwer, Geschichten zu erzählen, die auch Menschen auf der anderen Seite des Planeten nachempfinden können. Ich hätte es mir lange nicht vorstellen können, zu zweit zu schreiben, aber Nicola Bernasconi hat mich überzeugt, dass es bei einem Spielfilm wichtig ist, unterstützt zu werden.» An der Berlinale Talents hat Ben die italienische Drehbuchautorin Anita Rivaroli kennengelernt, die zusammen mit der Regisseurin Margherita Vicario das Drehbuch für den erfolgreichen Film «Gloria!» geschrieben hat (der Film lief 2024 in Berlin im Wettbewerb und wurde unter anderem im Tessin, in Malvaglia, gedreht). Aktuell laufen Verhandlungen für eine Zusammenarbeit beim Drehbuch von «La mattanza».

Sich zurückzunehmen ist manchmal nicht einfach für einen Regisseur – das gilt auch beim Schreiben –, aber in jüngster Zeit hat sich Bens Sicht auf sich als Filmemacher gewandelt, auch wenn er an seinem Stil und seiner Art zu schreiben festhält. Zu diesem Prozess hat auch die Fernsehdokumentation «Care Givers» beigetragen, den er für die RSI-Sendung «Storie» drehte. Der Regisseur begleitete im Alleingang die Freiwilligen von Care Team Ticino, einem kantonalen Dienst, der zum Einsatz kommt, wenn Opfer traumatischer Ereignisse betreut werden müssen. «Ich musste mir klar machen, dass der Film am Fernsehen laufen würde, nicht vor Festivalpublikum. Es war auch eine Herausforderung, allein zu filmen, in engem Kontakt mit den Helfern»: Donateo musste eine andere Filmsprache als sonst wählen, mit einer Erzählerstimme arbeiten, dynamischer, «schmutziger», spontaner filmen. «Ich will bei meinem Stil bleiben, aber ich möchte mein Register erweitern. Früher gab es für mich nur statische Bildeinstellungen, inzwischen ist mir klar, dass jedes Projekt eigene Bedürfnisse hat. Ich habe technisch viel dazugelernt, und das kommt mir beim Spielfilm nun zugute.»

Seine jüngsten Erfahrungen und die Tatsache, dass die Kürzung von Kulturgeldern eine weltweit bereits instabile Situation zusätzlich erschweren, veranlassten Ben Donateo auch dazu, über die Zukunft des Films und die Haltung von Filmschaffenden nachzudenken. «Meiner Meinung nach ist es äusserst wichtig, dass eine Beziehung zu jüngerem Publikum aufgebaut wird. Meine Generation darf nicht Filme machen, die nur den Programmkommissionen und dem Festivalpublikum gefallen. Wie bringen wir eine dreistündige Kinovorführung mit Tiktok-Videos zusammen? Ich habe noch keine Antworten, aber meiner Meinung nach müssen wir Filmschaffende uns fragen, ob wir uns nicht in Stilübungen verlieren, statt an das Publikum zu denken.»

Aus dem Italienischen von Barbara Sauser

Versione originale italiana

Riflessioni in attesa del grande salto

Incontro con il regista Ben Donateo, al lavoro sul suo primo lungometraggio, un importante obiettivo per una carriera sempre più promettente

Tornato da poco dall’esperienza alla Berlinale Talents 2025, Ben Donateo è un flusso d’energia instancabile. «È stata un’esperienza arricchente, soprattutto per lo scambio con gli altri selezionati. A Berlino ci sono curriculum incredibili, e la condivisione ti colloca, ti fa capire a che punto sei, ti posiziona in modo molto chiaro». E quindi dove si trova ora, nel suo percorso, Ben Donateo? «All’opera prima che deve spaccare».

Consapevolezza

Il primo lungometraggio è un passo che richiede di mettere in conto un lungo percorso fatto di selezioni, bandi, concorsi, dossier da compilare e ‘pitch’ da portare a casa, affrontando giurie e addetti ai lavori che valutano progetti ancora in evoluzione tramite sintesi compresse in pochi minuti. È un iter che è diventato prassi, per essere considerati da produttori, distributori, programmatori: un sistema al limite della forzatura? «Non è una strada obbligatoria, ma lo diventa quando arrivi al film finanziato con cifre consistenti e che ambisce a essere inserito nel programma di un festival di alta fascia», ci dice Ben Donateo, che con «La mattanza» - questo il titolo del suo primo progetto per lungometraggio - ha partecipato a Locarno Residency, Perspektive Lab delle Giornate di Soletta e Itineranze Doc, dove ha vinto il premio Visions du Réel Industry Award nel 2024.

Tra i tre progetti svizzeri ad aggiudicarsi la borsa di scrittura della SSA l’anno scorso, «La mattanza» rappresenta per Ben un salto di categoria, che si prevede inizierà a girare presumibilmente nel 2027. Dopo i buoni risultati ottenuti con cortometraggi («Grigio. Terra bruciata» è stato selezionato ai Pardi di domani del Locarno Film Festival e poi all’IDFA 2020) e mediometraggi («Muzungu», co-diretto con Michel Passos Zylberberg, è stato presentato a Visions du Réel 2024 in concorso nazionale), il regista luganese sa che questo è il momento di giocare in un altro campionato. Ha calato un’idea forte, scegliendo di realizzare un film ibrido, tra fiction e documentario, che sarà prodotto dalla Rough Cat di Nicola Bernasconi. «Partecipare ai pitch ti forza, come autore, ad andare dritto al punto. In pochi minuti devi far capire di cosa parla il tuo film; se non ce la fai, vuol dire che non sei ancora pronto per dar vita alla tua idea. Per «La mattanza» sono stati fondamentali: qualsiasi passo successivo è dipeso dall’esito del pitch precedente».

Ridefinirsi restando sé stessi

La partecipazione a diversi laboratori come IDFA Academy, ZFF Academy e Filming a Strange Planet con Werner Herzog ha permesso a Ben Donateo di entrare in contatto con una dimensione internazionale difficile da raggiungere per chi vive in Ticino. Qualcosa che, secondo lui, si riflette in diversi film scritti e prodotti sul territorio: «manca un po’ di respiro universale. Facciamo fatica a raccontare storie che anche dall’altra parte del mondo chiunque può fare sue. Anche per me l’idea di scrivere con qualcuno è sempre stata fuori discussione, ma Nicola Bernasconi mi ha fatto capire che per il lungometraggio sarebbe stato importante avere un sostegno». E proprio alla Berlinale Talents Ben ha incontrato Anita Rivaroli, sceneggiatrice italiana che ha scritto con la regista Margherita Vicario il fortunato «Gloria!» (in concorso a Berlino 2024 e girato anche nella Svizzera italiana, a Malvaglia) e che è attualmente in trattativa per co-sceneggiare con Donateo «La mattanza».

Farsi ‘da parte’ per un regista non è sempre facile - anche nel campo della scrittura - ma Ben ha intrapreso un percorso che lo ha portato a ridefinirsi come cineasta, mantenendo però ben salda la sua cifra stilistica e la sua ‘penna’. Un processo avvenuto anche grazie al documentario televisivo «Care Givers», realizzato per la trasmissione RSI «Storie», in cui il regista ha seguito, in solitaria, i volontari del Care Team Ticino, servizio cantonale che interviene per supportare le vittime di eventi traumatici. «Ho dovuto capire che il film sarebbe andato in televisione, e che il pubblico non era quello dei festival. Anche fare le riprese da solo, a contatto con gli operatori, è stata una sfida»: questo ha significato cambiare linguaggio, utilizzare una voce off e girare in modo più dinamico, ‘sporco’, spontaneo. «Non voglio allontanarmi dal mio stile, ma voglio ampliare un registro. Se prima per me c’erano solo inquadrature statiche, ora ho capito che ogni progetto ha la sua esigenza. Ho aggiunto molto al mio bagaglio tecnico e mi sta già servendo per il lungometraggio».

Queste esperienze recenti hanno portato Ben Donateo anche ad interrogarsi sul futuro del cinema e sull’atteggiamento di chi il cinema lo fa, in un momento in cui i tagli alla cultura complicano una situazione economica globale già instabile. «Penso sia fondamentale riallacciare un rapporto con il pubblico più giovane. La mia generazione non può fare film che piacciono solo ai programmatori e al pubblico dei festival. Come possiamo conciliare una visione di tre ore in sala con i video di TikTok? Non ho ancora risposte, ma credo che noi cineasti dobbiamo chiederci se non facciamo troppi esercizi di stile invece di pensare di più al pubblico».

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