Bewegte Ideenfragmente
Videoclip «Watch Me» di Camilla Sparksss. Regia di Barbara Lehnhoff, sceneggiatura e riprese di Giacomo Jaeggli.

Bewegte Ideenfragmente

Chiara Fanetti 20. März 2025

Die audiovisuelle Arbeit von Camilla Sparksss und On The Camper Records wurde in Solothurn mit einem Preis ausgezeichnet.

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Ein ferngesteuerter Fisch schwebt durch die Luft, in einem Raum, der offensichtlich eine Hommage an Edward Hoppers berühmtes Gemälde «Morning Sun» (1952) ist. Auf dem Bett sitzt Barbara Lehnhoff alias Camilla Sparksss und schaut aus dem Fenster des Bildes. Von ihr stammt auch, in Zusammenarbeit mit dem Kameramann Giacomo Jaeggli das Konzept dieses Musikclips. Der Clip zum Stück «Watch Me» ist eine der jüngsten Arbeiten einer langen Reihe von Videos der schweizerisch-kanadischen Musikerin und Regisseurin. An den Solothurner Filmtagen 2025 wurde er im Wettbewerb Best Swiss Video Clip mit dem Jurypreis ausgezeichnet. Damit geht der Preis zum ersten Mal an eine Kunstschaffende aus dem Tessin, was sich im Fall von Barbara Lehnhoff geradezu aufgedrängt hat. Ihre Karriere begann vor rund zwanzig Jahren mit Videokunst und experimentellen Projekten und entwickelte sich, auch dank der Begegnung mit dem Musiker Aris Bassetti, zu einem umfassenden Kunstprojekt. Zunächst mit der Gruppe Peter Kernel, später kam das Label On The Camper Records dazu und schliesslich auch ihr Soloprojekt unter dem Namen Camilla Sparksss. All diese Projekte existieren und entwickeln sie nebeneinander weiter. Barbara Lehnhoffs Karriere ist eine der kohärentesten im Schweizer unabhängigen Rahmen und im Tessin bezüglich Professionalität und Ausdauer ein Unikum.

Allen Musikschaffenden von On The Camper ist gemein, dass den visuellen Aspekten der Musik grosse Aufmerksamkeit zukommt und dass der Ansatz sehr zeitgenössisch ist: Man opfert die Kunst nicht dem Marketing, bewegt sich aber geschickt durch die rauen Gewässern der sozialen Medien. Die Videos von Peter Kernel zeigten während Jahren kurze – manchmal ein wenig surreale, fast immer verspielte – Geschichten, die mit wenig Geld, vielen Ideen, handwerklichem Geschick und der Hilfe treuer Freunde realisiert wurden, ganz nach dem Motto «do it yourself», wobei den beiden auch ihre Grafik-Kenntnisse zugutekamen. In den Videos von Camilla Sparksss ist die Atmosphäre seit je ein wenig intellektueller, der Geist bleibt aber derselbe. Mit dem Wandel der Musikindustrie und der Notwendigkeit, als Band öfter aufzutreten, bleibt weniger Zeit für Videos, die aber dennoch allen visuellen Ansprüchen gerecht werden müssen – Musikschaffende können sich heute nicht mehr allein auf ihre Stücke konzentrieren.

Die Formate haben sich verändert, auch in den letzten paar Jahren, und das betrifft nicht nur das vertikale Filmen. Die Inhalte müssen unmittelbarer sein, sofort die Aufmerksamkeit auf sich ziehen, es darf sich keine Langeweile einstellen, gleichzeitig gilt es die künstlerische Würde zu bewahren, sowohl in den sozialen Medien, als auch auf YouTube und Onlineplattformen.

Was wir früher als «Videoclip» bezeichnet hätten, sind Aris Bassetti zufolge «Fragmente von Ideen, ähnlich wie Kleider, die man einem Lied an- und auszieht, wobei dasselbe Stück auch mehr als nur ein visuelles Konzept haben kann. Es handelt sich um eine Art Fotos mit bewegten Elementen». Aris Bassetti ist Gitarrist und Sänger von Peter Kernel, Mitgründer von On The Camper, Produzent und jetzt auch mit seinem in Tessiner Dialekt gesungenen Soloprojekt «Mortòri» unterwegs. Die Notwendigkeit, mehrfach auf einen Inhalt aufmerksam zu machen, animiert ebenfalls dazu, für ein und dieselbe Platte mehrere visuelle Lösungen zu konzipieren und eine wiedererkennbare Bildsprache zu erschaffen, eine Erzählung zu liefern, die nicht vollständig ist, aber die Neugier des Publikums weckt, weil es Punkte erkennt und verbinden kann.

Nur wenige Tessiner Musikgruppen haben ein gleich umfassendes visuelles Konzept entwickelt, was vielleicht auch damit zu tun hat, dass es dafür keine spezifische finanzielle Unterstützung gibt. In diesem Zusammenhang ist aber sicher Giordano Rush alias Tatum Rush aus Lugano zu nennen, der die HEAD absolviert hat und für jedes seiner Alben eine sorgfältige, präzise Bildwelt, einen Ort, eine Architektur, einen von wiederkehrenden Figuren bevölkerten Raum in einer nicht näher definierten Vergangenheit erschaffen hat.

Versione originale italiana

Frammenti d’idee in movimento

Premiato a Soletta il lavoro audiovisivo di Camilla Sparksss e della On The Camper Records.

Un pesce telecomandato si aggira, nuotando nell’aria, in quello che sembra a tutti gli effetti un tributo al celebre dipinto di Edward Hopper, «Morning Sun» (1952). A scrutare fuori dalla stessa finestra del quadro, seduta su un letto, c’è Barbara Lehnhoff, in arte Camilla Sparksss, ideatrice di questo videoclip musicale insieme al direttore della fotografia Giacomo Jaeggli. Questo lavoro, che accompagna il brano «Watch Me», è solo uno degli ultimi in una lunga serie di opere visive realizzate dalla musicista e regista svizzero-canadese, e ha ricevuto il premio della giuria alle Giornate Cinematografiche di Soletta 2024 nel concorso Best Swiss Video Clip. È la prima volte che un’artista ticinese si aggiudica questo riconoscimento e nel caso di Barbara Lehnhoff potremmo definirlo quasi doveroso. La sua carriera è iniziata una ventina di anni fa con la video arte e la sperimentazione per poi trasformarsi, anche grazie all’incontro con il musicista Aris Bassetti, in un progetto artistico completo, a tutto tondo, prima con il gruppo Peter Kernel, poi con l’etichetta discografica On The Camper Records e infine con l’aggiunta del percorso solista, Camilla Sparksss, appunto. Tutte entità che coesistono e si sviluppano contemporaneamente, in un contesto indipendente tra i più coerenti in Svizzera, un unicum in Ticino per professionalità e longevità.

Tutti gli artisti supportati da On The Camper hanno la stessa attenzione per l’aspetto visivo che riguarda la propria musica e il loro è un concetto molto contemporaneo, che non sacrifica l’arte per la promozione ma che ha capito come destreggiarsi nelle acque agitate dei social media. Per anni i video dei Peter Kernel sono stati brevi storie - a volte un po’ surreali, quasi sempre giocose - realizzati con pochi mezzi, tanta inventiva, manualità e amici fidati: filosofia Do It Yourself in piena regola, facilitata anche dalla dimestichezza del duo per la grafica. I video di Camilla Sparksss hanno sempre avuto un’atmosfera più sofisticata ma con lo stesso spirito. Con i mutamenti dell’industria discografica e la necessità per i gruppi di suonare maggiormente dal vivo, il tempo da dedicare ai video oggi va razionalizzato, al fine di soddisfare tutte le necessità visive dei musicisti, che oggettivamente non possono più pensare solo alle canzoni.

I formati sono cambiati, anche solo rispetto a qualche anno fa, e non si tratta solo della verticalità. Ora i contenuti devono essere pensati per avere un’immediatezza maggiore, per attirare subito e non annoiare chi li guarda, non solo sui social ma anche su YouTube e le piattaforme di streaming, il tutto senza perdere la propria dignità artistica.

Quelli che una volta avremmo definito in effetti ‘videoclip’ ora sono «frammenti di idee, sono come dei vestiti che metti e togli ad una canzone, e magari per lo stesso brano realizzi anche più di un concetto visivo. Sono delle fotografie con alcuni elementi in movimento», come li ha definiti Aris Bassetti, chitarra e voce dei Peter Kernel, cofondatore di On The Camper, produttore e ora attivo anche con il suo progetto solista Mortòri, cantato in dialetto ticinese. Anche la necessità di promuovere un contenuto diverse volte fa in modo che per lo stesso singolo si pensi a più soluzioni visive, allo scopo di costruire un immaginario riconoscibile, senza fornire una narrazione completa ma lasciando al pubblico la curiosità di riconoscere e unire i puntini.

Sono poche le formazioni musicali che in Ticino hanno sviluppato un concetto visivo così completo, forse anche perché non ci sono dei sostegni finanziari specifici. Da citare però a Lugano c’è sicuramente Giordano Rush, in arte Tatum Rush, diplomato alla HEAD, che per ogni suo album ha sviluppato un mondo visivo preciso e curato, un luogo, un’architettura, uno spazio abitato da personaggi ricorrenti in un tempo passato non definito.

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