Zum Andenken an Niklaus Zeier
Lili Kaelin, langjährige Arbeitskollegin und Verbündete von Niklaus Zeier bei der Film Commission Luzern & Zentralschweiz, nimmt Abschied.
Alexandre Ducommun 29. Januar 2025
Über vier Jahrzehnte lang versorgte Felix Berger das Schweizer Kino mit Filmmaterial. Weit über seine Rolle als Händler hinaus hat er sich einen einzigartigen Platz in der audiovisuellen Landschaft erarbeitet, als Sponsor, Partner, Enthusiast und vor allem als Freund. Er starb am 14. Januar 2025.
Über vierzig Jahre lang war Felix Berger eine wichtige Figur der Schweizer Filmindustrie und lieferte ihr das Material, das für deren Arbeit unerlässlich war. Er, der sich so weit über seine Rolle als Händler hinaus als unverzichtbarer Verbündeter der siebten Kunst etabliert hat, ist am 14. Januar 2025 von uns gegangen.
Sein Werdegang hätte jedoch auch ganz anders verlaufen können. Berger, der die Drogerie seiner Familie am Stadtrand von Basel übernehmen sollte, schlug nach Abschluss seiner Lehre einen ganz anderen Weg ein, indem er bei Kodak Schweiz anheuerte. Zunächst wollte er seine Chemiekenntnisse in den Labors des Filmherstellers einsetzen, doch 1970 wechselte er in die Verkaufsabteilung nach Renens. Seine spätere Frau kam ein Jahr später zu ihm, und das Paar, das sich in die Westschweiz verliebt hatte, verliess sie nicht mehr. Es ist die Ironie oder zumindest ein Wink des Schicksals, dass die Räumlichkeiten der Familien-Drogerie nach deren Schliessung zu einem Film- und Fotogeschäft wurden.
2006 erzählte Berger in einem Interview für eine Westschweizer Filmzeitschrift: «Bei Kodak sagten sie mir: Nein, im Moment haben wir keinen Platz im Labor, aber wir haben etwas in der Verkaufsabteilung. Also fing ich so an. Ich wurde ins kalte Wasser geworfen, mit Kunden, die 16- und 35-mm-Film benutzten, und ich hatte keine Ahnung, wovon sie sprachen!» (Décadrages, Pierre-Emmanuel Jaques und Marthe Porret, Nr. 8-9, 2006). Eine Liebe zum Schweizer Film wuchs nach und nach in Berger, dem neuen Leiter der Abteilung «Entertainment Imaging» bei Kodak, heran. Er ist bestrebt, alle möglichen Rückmeldungen zu den verkauften Filmen zu erhalten, und besucht so oft wie möglich die Premieren der Filme seiner Kunden und Kundinnen sowie die wichtigsten Veranstaltungen der Branche.
Das war eine Hingabe, die in der Branche nicht unbemerkt blieb, und Berger wurde bald zu einer wichtigen Figur in der Schweizer Film- und Fernsehlandschaft. «Er war kein gewöhnlicher Geschäftsmann», erklärt Gérard Ruey, ehemaliger Produzent bei CAB Productions. Seine Aufmerksamkeit für den Schweizer Film war so gross, dass er sofort eingriff, wenn bei einem Dreh das Filmmaterial knapp wurde. Ich erinnere mich zum Beispiel daran, dass er einen Helikopter charterte, um drei Filmdosen zu liefern, nachdem bei einem Dreh in den Alpen ein technisches Problem aufgetreten war».
Er berichtet auch von Felix Bergers besonderer Beziehung zu den Technikern und Technikerinnen, insbesondere zu den Kameraleuten, mit denen er sich eifrig über neues Filmmaterial und dessen Verwendung unterhielt. Nach Gérard Rueys Berechnungen kaufte CAB Productions während ihrer gesamten Zusammenarbeit über zwei Millionen Meter Film von Berger.
Das ist eine Liebe zur Arbeit, die sogar zu Hause weitergegeben wird. Samuel Berger, der Sohn von Felix Berger, erinnert sich daran, wie er als junger Erwachsener Film für bestimmte Produktionen lieferte, während sein Vater anderweitig beschäftigt war. Er erzählt: «Zu Hause lebten wir Kodak und gingen mit der Familie zu allen Vorpremieren und Festivals, zu denen mein Vater eingeladen wurde. Ich bin wahrscheinlich das Kind der 1980er Jahre, das die meisten Schweizer Filme gesehen hat!» Samuel ist stolz darauf, dass er den Ruf seines Vaters teilt. Felix Berger hat die letzten Generationen des Schweizer 35-mm-Kinos geprägt. Selbst heute noch ist es schwierig, die Anzahl der Filme zu messen, die dank seines Materials entstanden sind.
