Editorial

24. Oktober 2013

Françoise Deriaz, Chefredaktorin.

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Françoise Deriaz, Chefredaktorin

Die gute Nachricht des Monats: «Tout un hiver sans feu» von Greg Zglinski ist seit 15 Jahren der erste Schweizer Film im Wettbewerb von Venedig! Ansonsten… Eigentlich sollten die bescheidene Erhöhung des Filmkredits um 1,1 Millionen im 2005 und dessen Plafonierung bei 37 Millionen von 2006 bis 2008 die Branche dazu anregen, sich auf ein überzeugendes Programm zu einigen, das vom Parlament eine Erhöhung seines finanziellen Engagements bewirken könnte. Dies umso mehr, als die SRG entschieden hat, die versprochene Aufstockung des Pacte de l’audiovisuel von jährlich 1,5 Millionen auf 500'000 Franken zu reduzieren. Doch statt eine Einigung herbeizuführen, schürt diese Knappheit die Rivalitäten, die Frustrationen und einen wirren Aktivismus. Die Branche bewegt sich – in alle Richtungen. Da gelangen welche an die Presse, um die Aufmerksamkeit der Massen und von Bundesrat Couchepin auf einen kindischen und dummen Gag in «Bienvenue en Suisse» zu lenken, einem Film der von seinen Diensten unterstützt wurde. Da schrecken andere denselben Herrn Couchepin mit Anspielungen auf die Misere des Filmwesens und seiner Dysfunktionen auf, worauf sich dieser mit drohender Stimme in der Presse meldet, mit dem Finger auf das Bundesamt für Kultur zeigt und Ordnung verspricht. Nun geht's erst richtig los: Die einen fordern einen Kopf, die anderen verteidigen ihn und nennen einen anderen, diese geisseln die Bürokratie in Bern, jene prangern die Kumpanei an, andere wiederum kritisieren die Promotion, jene suchen Vorteile für sich, diese möchten Schulden begleichen, andere sehen im schweizerischen Filminstitut ein Allheilmittel. Und die Presse freuts… Werden sich die Parlamentsmitglieder, die sich diesen Herbst zum Filmkredit äussern müssen, an die Filme erinnern, deren Erfolge – beim Publikum, bei der Kritik oder bei beiden – die Popularität des Schweizer Films angekurbelt haben? Oder bleiben nach der sommerlichen Hitze des Gefechtes nur die Medienergüsse in Erinnerung? Im Moment lenken diese Turbulenzen Wasser auf die Mühlen der Gegner des Zürcher 8-Millionen-Kredits für den Film, über den am 26. September abgestimmt wird. Ein Grund mehr für alle Verteidiger eines «Ja», ihren Abstimmungszettel in die Urne zu werfen!

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