Françoise Deriaz, Chefredaktorin.
«Home» in Cannes
24. Oktober 2013
Françoise Deriaz, Chefredaktorin
Nicht weniger als 1792 Langfilme, gegenüber 1615 im Jahr 2007, haben den Zugang zur Kultstätte des Weltkinos gesucht – dem Festival in Cannes (14. bis 25. Mai). Wie viele andere schafften auch die aus der Schweiz kandidierenden Filme den Weg in die offizielle Auswahl und in die Quinzaine des réalisateurs leider nicht. Glücklicherweise wird der Schweizer Film «Home» von Ursula Meier an der Croisette zu sehen sein. Er wurde im Rahmen der Kritikerwoche für eine Spezialvorführung am 18. Mai ausgewählt. Dieses von Elena Tatti und Thierry Spicher (Box Productions) produzierte Werk der Regisseurin von «Des épaules solides», mit Isabelle Huppert in der Hauptrolle, nimmt zwar nicht am Wettbewerb teil, hat es aber doch in diese begehrte Sektion geschafft. «Home» ist übrigens nicht der einzige Schweizer Film in Cannes. «Chrigu», der Dokumentarfilm von Jan Gassmann und dem inzwischen verstorbenen Christian Ziörjen, lief schon an der Berlinale und wird in Cannes im Nebenprogramm Acid (Agence du cinéma indépendant pour sa diffusion) gezeigt. Zwei minoritäre Koproduktionen sind in der Sektion Un certain regard zu sehen, und zwar dank Pierre-Alain Meier (Thelma Film), der Frankreich, Belgien und Spanien bei der Produktion des Films «Milh Hadha Al-Bahr» («Salt of this Sea») der palästinensischen Filmemacherin Annemarie Jacir unterstützte, und dank Valerie Fischer (Cobra Film), die mit Russland und Deutschland auf «Tulpan» des Kasachen Sergey Dvortsevoy setzte. Die Schweiz wird also in Cannes präsent sein – eine erfreuliche Nachricht.